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Die Blütephase: Dein ultimativer Guide von der Vorblüte bis zu Ernte

Eine wunderschöne Blüte der Cannabispflanze ist zu sehen. Diese Pflanze steht wohl mitten in der Blütephase.

Inhaltsverzeichnis

Benno der Grower

Benno Ambitionierter und erfahrener Grower mit ausgeprägter Experimentierfreude und dem Anspruch, stets die neusten Trends zu testen.

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Keyfacts zur Cannabis Blütephase

  • Die Cannabis Blütephase beginnt bei photoperiodischen Pflanzen nach der Umstellung auf 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit.
  • Die Blüte lässt sich in vier Phasen unterteilen: Vorblüte, frühe Blüte, mittlere Blüte sowie Reifung bis zur Ernte.
  • Während der Blüte steigt der Bedarf an Phosphor und Kalium, während Stickstoff zunehmend an Bedeutung verliert.
  • Eine kontrollierte Luftfeuchtigkeit und gute Luftzirkulation helfen dabei, Schimmel und andere Probleme zu vermeiden.
  • Der optimale Erntezeitpunkt wird am zuverlässigsten anhand der Trichome bestimmt, nicht anhand der Pistillen.

Die Cannabis Blütephase entscheidet darüber, ob deine Pflanzen lediglich durchschnittliche Blüten produzieren oder ihr volles Potenzial entfalten. In diesem praxisnahen Guide erfährst du, welche Veränderungen die Cannabisblüte Woche für Woche durchläuft, welche Maßnahmen in den einzelnen Stadien sinnvoll sind und wie du typische Fehler vermeidest. Von Stretch, Entlaubung und Düngung bis hin zur richtigen Bestimmung des Erntezeitpunkts erhältst du konkrete Handlungsempfehlungen für Anfänger und erfahrene Homegrower. So begleitest du deine Pflanzen sicher durch die Blütephase und holst das Maximum aus deiner Ernte heraus.

Was genau ist die Blütephase?

Die Cannabis Blütephase beschreibt die Entwicklungsphase, in der die Pflanze ihre Energie in die Bildung von Blüten investiert. Während zuvor vor allem Blätter, Triebe und Wurzeln entstanden sind, konzentriert sich die Pflanze nun auf die Ausbildung harziger Buds. Bei photoperiodischen Sorten wird die Cannabisblüte durch die Umstellung auf 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit eingeleitet. Outdoor erfolgt dieser Wechsel automatisch, wenn die Tage im Spätsommer kürzer werden. Autoflowering-Sorten beginnen hingegen unabhängig vom Lichtzyklus nach einer genetisch festgelegten Zeit mit der Blütenbildung.

Die kommenden Wochen entscheiden maßgeblich über Ertrag, Potenz, Aroma und Qualität der späteren Ernte.

Wann beginnt die Cannabisblüte?

Bei photoperiodischen Pflanzen zeigen sich die ersten Anzeichen meist innerhalb von 5 bis 14 Tagen nach der Umstellung auf 12/12. Kleine weiße Härchen – sogenannte Pistillen – erscheinen an den Nodien. Autoflowering-Sorten wechseln dagegen meist nach drei bis fünf Wochen automatisch in die Blüte.

Wichtig zu wissen: Die ersten beiden Wochen nach der Lichtumstellung gehören noch zur Übergangsphase. Die Pflanze bildet zwar bereits Vorblüten, wächst aber gleichzeitig oft besonders stark weiter.

Die einzelnen Stadien der Cannabis Blütephase

Die Cannabis Blütephase lässt sich in vier Abschnitte unterteilen. Die Zeitangaben beziehen sich auf viele photoperiodische Hybridsorten und dienen als Orientierung. Je nach Genetik können einzelne Phasen kürzer oder länger ausfallen.

Vorblüte (Woche 1–2): Stretch kontrollieren und die Weichen stellen

In den ersten beiden Wochen nach der Umstellung wachsen viele Pflanzen besonders schnell. Dieser sogenannte Stretch wird von Anfängern häufig unterschätzt. Je nach Sorte kann sich die Pflanzenhöhe verdoppeln, manche Sativas wachsen sogar noch stärker.

Typische Veränderungen:

  • erste Pistillen an den Nodien
  • starkes Höhenwachstum
  • zunehmende Verzweigung
  • steigender Wasserbedarf

Praxis-Tipp: Wer wenig Platz im Growzelt hat, sollte spätestens jetzt mit Low-Stress-Training (LST) arbeiten oder ein SCROG-Netz einsetzen. Nach der dritten Blütewoche reagieren die Pflanzen deutlich empfindlicher auf Training.

Auch eine letzte größere Entlaubung kann in dieser Phase sinnvoll sein, um die Lichtdurchdringung zu verbessern. Danach solltest du größere Eingriffe möglichst vermeiden.

Frühe Cannabisblüte (Woche 3–4): Die ersten Buds entstehen

Blütenstempel einer Cannabispflanze
Blütenstempel einer Cannabispflanze

Jetzt beginnt die eigentliche Cannabisblüte. Die ersten Blütenstände entwickeln sich sichtbar und wachsen langsam zusammen.

Die Pflanze benötigt weiterhin ausreichend Energie, während der Stickstoffbedarf langsam sinkt. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Phosphor und Kalium.

Praxis-Tipp: Kontrolliere jetzt täglich den Abstand zur Lampe. Durch den Stretch können die Triebspitzen schnell zu nah an die Beleuchtung geraten. Moderne LEDs besitzen eine hohe Intensität und verursachen bei zu geringem Abstand schnell Lichtstress. Wenn du mit Flüssigdüngern arbeitest, solltest du spätestens jetzt auf einen speziellen Blütedünger umstellen.

Mittlere Blütephase (Woche 5–7): Jetzt wird Gewicht aufgebaut

Ab der fünften Blütewoche legen die Buds deutlich an Volumen zu. Die Harzproduktion nimmt sichtbar zu und die Pflanzen entwickeln zunehmend ihr sortentypisches Aroma.

Dies ist häufig die Phase mit dem größten Gewichtszuwachs.

Praxis-Tipps für diese Phase:

  • Kontrolliere die Luftfeuchtigkeit täglich.
  • Sorge für eine gute Luftzirkulation ober- und unterhalb des Blätterdachs.
  • Entferne abgestorbene Blätter regelmäßig.
  • Kontrolliere die Blüten auf erste Anzeichen von Schimmel.
  • Gerade bei kompakten Indica-Genetiken kann eine dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit schnell zu Bud Rot führen.
Eine dicke Cannabisblüte
Eine dicke Cannabisblüte

Späte Blütephase und Reifung (Woche 8–10+)

Die Blüten reifen nun vollständig aus. Die Kelche schwellen an, die Harzproduktion erreicht ihren Höhepunkt und die Pistillen verfärben sich zunehmend orange oder braun.Viele Fächerblätter beginnen jetzt zu vergilben. Das ist bis zu einem gewissen Grad ein natürlicher Prozess und kein Grund zur Sorge.

Praxis-Tipp: Die letzten ein bis zwei Wochen bringen häufig den größten Gewichtszuwachs. Viele Anfänger ernten zu früh und verschenken dadurch Potenzial. Geduld zahlt sich jetzt aus.

Hinweis: Schnell blühende Indicas können bereits nach 7–8 Wochen erntereif sein. Manche Sativa-Genetiken benötigen dagegen 11–14 Wochen oder länger.

Die richtige Düngung in der Cannabis Blütephase

Die Nährstoffbedürfnisse verändern sich während der Cannabis Blütephase deutlich. Während in der Wachstumsphase vor allem Stickstoff benötigt wird, stehen nun Phosphor und Kalium im Vordergrund. Wie bereits oben erwähnt, solltest du, falls du mit einem Flüssigdünger arbeitest, du auf einen speziellen Blütedünger umstellen. Dieser liefert die Nährstoffe, die für die Entwicklung großer und dichter Blüten benötigt werden.

Viele Grower beginnen bereits mit der Umstellung auf Blütedünger, sobald der Lichtzyklus auf 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit geändert wird. Da sich die Pflanze in den ersten Blütewochen noch im Stretch befindet, wird häufig weiterhin etwas Stickstoff benötigt. Mit zunehmender Blütenbildung steigt der Bedarf an Phosphor und Kalium jedoch deutlich an. Wer mit einem Düngeschema arbeitet, sollte sich an die Herstellerangaben halten und die Pflanzen aufmerksam beobachten, um Über- oder Unterdüngungen frühzeitig zu erkennen.

Zusätzlich setzen viele Grower auf einen Blütenstimulator. Dieser wird meist ab Beginn der Blüte bis in die mittlere Blütephase eingesetzt. Er kann die Ausbildung von Blütenansätzen unterstützen und wird häufig mit einer intensiveren Terpenentwicklung in Verbindung gebracht.

Zusätzlich setzen viele Grower auf einen Blütenstimulator. Dieser wird meist ab Beginn der Blüte bis in die mittlere Blütephase eingesetzt. Er kann die Ausbildung von Blütenansätzen unterstützen und wird häufig mit einer intensiveren Terpenentwicklung in Verbindung gebracht. Ab etwa der dritten bis vierten Blütewoche kann zusätzlich ein PK-Booster sinnvoll sein. Diese Produkte liefern gezielt Phosphor und Kalium und unterstützen die Pflanze während ihres stärksten Blütenwachstums.

Wichtig ist jedoch: Mehr Dünger bedeutet nicht automatisch mehr Ertrag. Zu hohe Dosierungen führen schnell zu Überdüngungen.

Richtwerte für EC- und pH-Werte

Für einen erfolgreichen Grow, ist es wichtig, den pH- und EC- Wert zu kontrollieren.

  • Blütephase EC-Wert pH-Wert (Erde)
  • Vorblüte (Woche 1–2) 1,2–1,5 6,2–6,5
  • Frühe Blüte (Woche 3–4) 1,5–1,8 6,2–6,5
  • Mittlere Blüte (Woche 5–7) 1,8–2,2 6,2–6,5
  • Späte Blüte (Woche 8–10+) 1,6–1,9 6,2–6,5
  • Beim Anbau auf Coco liegt der optimale pH-Wert meist zwischen 5,8 und 6,2.

Beobachte deine Pflanzen dennoch aufmerksam. Manche Sorten sind deutlich empfindlicher und benötigen niedrigere EC-Werte.

Optimale Bedingungen während der Cannabisblüte

Neben der Düngung spielen die Umgebungsbedingungen eine entscheidende Rolle.

Licht

Photoperiodische Pflanzen benötigen einen stabilen 12/12-Rhythmus. Bereits kurze Lichtunterbrechungen können Stress verursachen und im schlimmsten Fall zur Bildung männlicher Blüten führen.

Temperatur

Tagsüber gelten Temperaturen zwischen 22 und 27 °C als optimal. Nachts darf es einige Grad kühler werden. Zu hohe Temperaturen können zu luftigen Blüten und einer geringeren Terpenproduktion führen.

Luftfeuchtigkeit

Mit zunehmender Blütendichte sollte die Luftfeuchtigkeit reduziert werden:

  • Frühe Blüte: 50–60 %
  • Mittlere Blüte: 45–55 %
  • Späte Blüte: 40–50 %

Damit lässt sich das Risiko für Schimmel deutlich senken.

Typische Probleme während der Cannabis Blütephase

Bud Rot
Bud Rot

Wenn dein Grow kurz vor dem Ende steht und du schon wochenlage Arbeit investiert hast, solltest du dich in der Blütephase noch nicht ausruhen. Hier gilt es nochmal genau zu beobachten und zu kontrollieren, damit du wunderschöne und gesunde Blüten ernten kannst.

Schimmel (Bud Rot)

Bud Rot gehört zu den größten Gefahren während der Cannabisblüte.

Praxis-Tipp: Kontrolliere besonders große Hauptblüten regelmäßig, indem du sie vorsichtig auseinanderdrückst. Graubraune Stellen im Inneren können auf beginnenden Schimmel hinweisen.

Nährstoffprobleme

Verbrannte Blattspitzen, Verfärbungen oder auffällige Muster auf den Blättern sollten ernst genommen werden. Lieber leicht unterdüngen als dauerhaft am Limit fahren.

Lichtstress

Zu geringe Abstände zur Lampe können Bleaching verursachen.

Praxis-Tipp: Helle, fast weiße Blütenspitzen direkt unter der LED deuten häufig auf zu viel Licht hin.

Zwittern

Stress durch Lichtlecks, starke Temperaturschwankungen oder genetische Veranlagung kann zur Bildung männlicher Blüten führen. Kontrolliere die Pflanzen daher regelmäßig auf Pollensäcke.

Häufige Fehler in der Cannabis Blütephase

Versuche geduldig zu sein und diese Fehler zu vermeiden:

  • Zu frühe Ernte
  • Zu hohe Luftfeuchtigkeit
  • Überdüngung
  • Lichtstress
  • Lichtlecks
  • Schlechte Luftzirkulation
  • Zu spätes Reagieren auf Bud Rot

Wann ist die Cannabisblüte erntereif?

Die Wahl des richtigen Erntezeitpunkts entscheidet maßgeblich über die spätere Wirkung. Viele Grower achten ausschließlich auf die Pistillen. Diese Methode liefert jedoch nur grobe Hinweise.

Deutlich zuverlässiger ist die Kontrolle der Trichome mit einer Lupe oder einem Mikroskop.

  • Klare Trichome: noch nicht erntereif
  • Milchige Trichome: maximale THC-Konzentration
  • Bernsteinfarbene Trichome: stärker körperbetonte Wirkung

Praxis-Tipp: Eine 60- bis 100-fache Lupe kostet nur wenige Euro und gehört zu den sinnvollsten Anschaffungen im Homegrow.

Nach der Cannabis Blütephase: Trocknung und Curing

Mit der Ernte endet die Cannabis Blütephase, die Qualitätsarbeit jedoch nicht.

Trockne die Blüten langsam bei etwa 18–20 °C und einer Luftfeuchtigkeit von 55–60 %. Zu schnelles Trocknen führt häufig zu einem kratzigen Rauch und schwächer ausgeprägten Aromen. Anschließend verbessert ein mehrwöchiges Curing im Glas Geschmack, Geruch und Rauchverhalten deutlich. Viele Grower investieren Monate in ihre Pflanzen und verschenken das Potenzial durch eine überhastete Nachbehandlung.

Fazit: Die Cannabis Blütephase entscheidet über Erfolg oder Misserfolg

Die Cannabis Blütephase ist die entscheidende Phase des gesamten Homegrows. Wer die einzelnen Stadien der Cannabisblüte versteht und seine Maßnahmen an die jeweilige Woche anpasst, schafft die Grundlage für hochwertige Ernten.

Achte auf stabile Bedingungen, beobachte deine Pflanzen aufmerksam und arbeite lieber mit kleinen Anpassungen statt mit drastischen Eingriffen. Oft sind es nicht teure Zusatzprodukte, sondern Geduld, Erfahrung und ein gutes Auge, die am Ende den Unterschied zwischen einer durchschnittlichen und einer außergewöhnlichen Ernte ausmachen.

FAQ zur Cannabis Blütephase

  • Die Dauer der Cannabis Blütephase hängt von der Genetik ab. Die meisten photoperiodischen Sorten benötigen zwischen sieben und zehn Wochen. Schnell blühende Indica-Sorten können bereits nach sieben bis acht Wochen erntereif sein, während manche Sativa-Genetiken elf bis vierzehn Wochen oder länger benötigen.

  • Bei photoperiodischen Pflanzen beginnt die Blütephase nach der Umstellung auf 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit. Die ersten Anzeichen zeigen sich meist innerhalb von fünf bis vierzehn Tagen durch kleine weiße Blütenhärchen an den Nodien. Autoflowering-Sorten wechseln unabhängig vom Lichtzyklus automatisch in die Blüte.

  • Viele Grower beginnen mit der Umstellung auf Blütedünger direkt nach dem Wechsel auf den 12/12-Lichtzyklus. Während der ersten Blütewochen benötigt die Pflanze häufig noch etwas Stickstoff für den Stretch. Mit zunehmender Blütenbildung steigt jedoch der Bedarf an Phosphor und Kalium deutlich an.

  • Es gibt keinen festen Gießrhythmus für die Cannabis Blütephase. Wie oft gegossen werden muss, hängt von Topfgröße, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Substrat ab. Gegossen werden sollte erst dann, wenn das Medium ausreichend abgetrocknet ist. Staunässe kann Wurzelprobleme und Nährstoffstörungen verursachen.

  • Die optimale Luftfeuchtigkeit sinkt mit zunehmender Blütendichte. In der frühen Blüte werden meist 50 bis 60 Prozent empfohlen. Während der mittleren Blütephase gelten 45 bis 55 Prozent als sinnvoll. In den letzten Wochen vor der Ernte sollte die Luftfeuchtigkeit idealerweise zwischen 40 und 50 Prozent liegen, um das Risiko für Schimmel zu reduzieren.

  • Ja, größere Entlaubungsmaßnahmen sollten jedoch möglichst in den ersten beiden Blütewochen erfolgen. Später reagieren viele Pflanzen empfindlicher auf Stress. Einzelne abgestorbene oder stark beschattende Blätter können auch später entfernt werden, sofern dabei nicht zu stark in die Pflanze eingegriffen wird.

  • Ein PK-Booster wird häufig ab der dritten bis vierten Blütewoche eingesetzt. Er liefert zusätzlich Phosphor und Kalium und soll die Pflanze während der stärksten Blütenbildung unterstützen. Ob ein PK-Booster sinnvoll ist, hängt jedoch von der verwendeten Düngelinie und dem Zustand der Pflanze ab.

  • Zu den häufigsten Fehlern gehören eine zu hohe Luftfeuchtigkeit, Überdüngung, Lichtstress durch einen zu geringen Lampenabstand, Lichtlecks während der Dunkelphase sowie eine zu frühe Ernte. Auch mangelnde Luftzirkulation kann das Risiko für Schimmel und Bud Rot deutlich erhöhen.

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