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Cannabis fermentieren. So einfach geht das curen!

Ein Einweckglas ist zu sehen, das umgekippt ist und aus dem Cannabisblüten heraus gefallen sind. Das das Glas dient dem Vorgang zum Cannabis fermentieren.

Inhaltsverzeichnis

Mila Grün

Mila Grün Chefredakteurin der cannabib

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Keyfacts zu Cannabis fermentieren

  • Mit „Cannabis fermentieren“ ist meist das curing gemeint: Bereits getrocknete Blüten reifen unter kontrollierten Bedingungen in einem geschlossenen Behälter nach.
  • Die Blüten dürfen erst ins Glas, wenn sie ausreichend und möglichst gleichmäßig getrocknet sind. Zu feuchtes Cannabis kann im geschlossenen Behälter schimmeln.
  • Eine relative Luftfeuchtigkeit von ungefähr 58 bis 62 Prozent im Glas gilt als praktischer Orientierungsbereich. Ein wissenschaftlich bestätigter Idealwert für alle Sorten existiert bislang nicht.
  • Licht, Wärme, Sauerstoff und ungeeignete Lagerbedingungen können das Aroma und die Zusammensetzung der Cannabisblüten verändern.
  • Zwei bis vier Wochen curing können bereits deutliche Veränderungen bringen. Vier bis acht Wochen sind in der Praxis üblich, aber keine Garantie für ein besseres Ergebnis.
  • Feuchtigkeitsregulierende Packs können ein stabiles Klima unterstützen. Sie ersetzen jedoch weder die richtige Trocknung noch die regelmäßige Schimmelkontrolle.

Nach der Ernte ist die Arbeit noch nicht abgeschlossen. Erst durch eine sorgfältige Trocknung und anschließende Reifung lässt sich das vorhandene Aroma der Blüten möglichst gut bewahren.

Umgangssprachlich wird dieser Prozess häufig als Cannabis fermentieren bezeichnet. Fachlich ist meist das sogenannte curing gemeint. In diesem Guide erfährst du, wann deine Blüten bereit für das Glas sind, wie du die Luftfeuchtigkeit kontrollierst und welche Fehler du vermeiden solltest

Was bedeutet Cannabis fermentieren?

Cannabis curen. Ein Glas mit Cannabisblüten und einem Hygrometer
Cannabis curen

Cannabis fermentieren bedeutet im Grower-Alltag, getrocknete Blüten über mehrere Wochen unter kontrollierter Luftfeuchtigkeit, stabiler Temperatur und möglichst wenig Licht nachreifen zu lassen. Der fachlich präzisere Begriff dafür ist curing.

Mit der klassischen Fermentation von Sauerkraut, Joghurt oder Bier ist dieser Vorgang nur eingeschränkt vergleichbar. Bei diesen Lebensmitteln werden gezielt Mikroorganismen genutzt oder zugesetzt. Beim curing von Cannabis findet dagegen keine kontrollierte Fermentation mit einer definierten Mikroorganismenkultur statt.

Während des Trocknens und curings laufen verschiedene chemische, enzymatische und physikalische Prozesse ab. Feuchtigkeit verteilt sich innerhalb der Blüten neu, die grüne Farbe kann abnehmen und das Verhältnis zwischen sauren und neutralen Cannabinoidformen kann sich verändern. Welche einzelnen Vorgänge für den wahrgenommenen Geschmack verantwortlich sind, ist bislang nicht vollständig erforscht. (1) (2) (3)

Warum solltest du dein Cannabis fermentieren?

Richtiges curing kann die Restfeuchtigkeit innerhalb der Blüten ausgleichen und dabei helfen, Aroma, Struktur und Lagerfähigkeit möglichst gut zu erhalten. Es macht aus schwachem oder fehlerhaft angebautem Cannabis jedoch kein Spitzenprodukt. Beim Trocknen verliert die Außenseite einer Blüte häufig schneller Wasser als ihr Inneres. Wird die Blüte anschließend kontrolliert gelagert, kann sich die verbliebene Feuchtigkeit gleichmäßiger im Pflanzenmaterial verteilen.

Viele Grower berichten außerdem, dass sich grasige oder heuartige Geruchsnoten während des curings abschwächen. Häufig wird dies pauschal mit einem Abbau von Chlorophyll erklärt. Studien zeigen zwar Veränderungen der grünen Farbe, die genauen chemischen und sensorischen Vorgänge wurden bislang jedoch nur unzureichend untersucht. (1) (3)

Das curing kann insbesondere folgende Ziele unterstützen:

  • gleichmäßigere Feuchtigkeit innerhalb der Blüten
  • Schutz der flüchtigen Aromastoffe vor unnötigem Luftaustausch
  • kontrollierte Nachreifung nach der Trocknung
  • frühzeitiges Erkennen zu feuchter Blüten
  • Vorbereitung auf eine möglichst stabile Lagerung

Entscheidend bleibt die Qualität des Ausgangsmaterials. Erntezeitpunkt, Sorte, Trocknung, Blütenstruktur und Umgang mit den Trichomen beeinflussen das Ergebnis mindestens ebenso stark. Mehr über die empfindlichen Harzdrüsen erfährst du im Cannabib-Glossarartikel über Trichome.

Was benötigst du zum Cannabis fermentieren?

Cannabis im DunkelglasFür das klassische curing im Glas brauchst du nur wenige Hilfsmittel und der Vorgang ist auch super easy.
Du brauchst:

  • ausreichend getrocknete Cannabisblüten (ca. 10-14 Tage)
  • saubere, geruchsneutrale Gläser mit dicht schließendem Deckel (vorzugsweise dunkles Glas)
  • ein kleines digitales Hygrometer pro Glas oder Charge
  • einen dunklen und möglichst kühlen Aufbewahrungsort
  • optional ein Thermometer
  • optional ein Zwei-Wege-Feuchtigkeitspack (Bovedas Packs)

Das Glas muss unbedingt sauber und vollständig trocken sein. Rückstände von Reinigungsmitteln, Lebensmitteln oder alten Kräutern können den Geruch der Blüten beeinflussen. Ein Hygrometer im Glas misst die relative Luftfeuchtigkeit der eingeschlossenen Luft. Dieser Wert ist nicht mit einer professionellen Messung der Wasseraktivität gleichzusetzen, liefert für Homegrower aber eine hilfreiche Orientierung.

Cannabis fermentieren – Schritt für Schritt

Für ein gutes Ergebnis solltest du dich nicht allein auf eine feste Anzahl von Trocknungstagen verlassen. Dichte Blüten, kleine Buds und verschiedene Sorten trocknen unterschiedlich schnell.

1. Prüfe die Trocknung

Lege zunächst einige repräsentative Blüten zusammen mit einem Hygrometer in ein Glas und verschließe es für etwa acht bis zwölf Stunden. Steigt die relative Luftfeuchtigkeit deutlich über 65 %, sind die Blüten für das curing wahrscheinlich noch zu feucht. Nimm sie aus dem Glas und lasse sie unter geeigneten Bedingungen weiter trocknen.

Stabilisiert sich der Wert ungefähr zwischen 58 und 62 %, kann das eigentliche curing beginnen. Dieser Bereich ist ein Praxiswert und kein universell wissenschaftlich bestätigtes Optimum.

Liegt die relative Luftfeuchtigkeit dauerhaft unter ungefähr 55 %, sind die Blüten bereits relativ trocken. Ein curing ist dann zwar weiterhin möglich, die innere Feuchtigkeit kann sich jedoch nur noch begrenzt verteilen.

2. Befülle das Glas locker

Fülle das Glas ungefähr zu zwei Dritteln bis maximal drei Vierteln. Die Blüten sollten locker liegen und sich beim vorsichtigen Bewegen des Glases noch etwas verschieben können. Stopfe die Buds nicht zusammen. Starkes Zusammendrücken kann Trichome beschädigen und erschwert die Kontrolle einzelner Blüten.

3. Kontrolliere die ersten 24 bis 48 Stunden besonders genau

In den ersten Stunden kann Feuchtigkeit aus dem Inneren der Blüten an die Oberfläche wandern. Dadurch steigt die gemessene Luftfeuchtigkeit manchmal erst nach dem Verschließen deutlich an. Kontrolliere das Hygrometer deshalb nach einigen Stunden und spätestens am folgenden Tag erneut.

Als praktische Orientierung gilt:

  • 58 bis 62 %: Glas geschlossen lassen und regelmäßig kontrollieren.
  • 63 bis 65 %: Glas kurz öffnen und die Entwicklung engmaschig beobachten.
  • über 65 %: Blüten herausnehmen, locker ausbreiten und weiter trocknen lassen.
  • sichtbares Kondenswasser: Glas sofort entleeren und Blüten gründlich prüfen.

Ein kurzes Öffnen des Deckels reicht nicht aus, wenn die Blüten im Inneren noch deutlich zu nass sind.

4. Lüfte abhängig von der Feuchtigkeit

Das regelmäßige Öffnen der Gläser wird häufig als „Burping“ bezeichnet. Dabei findet ein Luftaustausch statt und überschüssige Feuchtigkeit kann entweichen. In der ersten Woche kannst du das Glas einmal täglich für wenige Minuten öffnen und ein wenig schütteln, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Bei stabilen Werten im gewünschten Bereich genügt anschließend eine Kontrolle alle zwei bis drei Tage.

Es ist nicht notwendig, jedes Glas täglich 20 oder 30 Minuten offen stehen zu lassen. Die Dauer sollte sich an der gemessenen Luftfeuchtigkeit und am Zustand der Blüten orientieren.

Riechen die Blüten ammoniakartig, modrig, muffig oder ungewöhnlich süßlich-faulig, musst du sie sofort aus dem Glas nehmen und auf Schimmel prüfen. Verschimmelte Cannabisblüten dürfen nicht konsumiert werden. Weitere Hinweise findest du im Artikel über Schimmel beim Cannabisanbau.

5. Bewege die Blüten vorsichtig

Drehe oder kippe das Glas gelegentlich langsam, damit die Buds nicht dauerhaft auf derselben Stelle liegen. Starkes Schütteln ist nicht erforderlich und kann empfindliche Trichomköpfe abbrechen. Verklebte oder ungewöhnlich weiche Blüten solltest du einzeln prüfen. Sie können im Inneren noch zu viel Feuchtigkeit enthalten.

6. Lasse die Blüten kontrolliert reifen

Nach etwa zwei Wochen ist eine erste Reifung erkennbar. Viele Grower lassen ihre Blüten vier bis acht Wochen curen. Eine längere Dauer führt jedoch nicht automatisch zu einer höheren Qualität. Wie schnell sich Geruch, Feuchtigkeit und Struktur stabilisieren, hängt unter anderem von Sorte, Blütendichte und vorheriger Trocknung ab.

Die wissenschaftliche Datenlage zum optimalen curing-Zeitraum ist weiterhin begrenzt. Studien verwenden unterschiedliche Sorten, Trocknungsmethoden, Temperaturen und Behälter. Ein allgemeingültiger Endpunkt lässt sich daraus bisher nicht ableiten.

Woran erkennst du, dass das curing abgeschlossen ist?

Das curing ist abgeschlossen, wenn die Feuchtigkeit über mehrere Tage stabil bleibt, die Blüten keine feuchten Stellen aufweisen und sich Geruch sowie Struktur nicht mehr deutlich verändern.

Folgende Merkmale sprechen für ein stabiles Ergebnis:

  • Die relative Luftfeuchtigkeit bleibt ungefähr im gewählten Zielbereich.
  • Im Glas entsteht kein Kondenswasser.
  • Die Blüten riechen sortentypisch und weder modrig noch ammoniakartig.
  • Die Außenseite fühlt sich trocken an, während die Blüten beim leichten Drücken noch etwas elastisch bleiben.
  • Einzelne Buds kleben nicht feucht aneinander.
  • Beim Öffnen des Glases tritt kein ungewöhnlich stechender Geruch auf.

Der Geruch allein ist kein zuverlässiger Sicherheitsnachweis. Schimmel kann bereits vorhanden sein, bevor er deutlich sichtbar oder riechbar wird.

Sind Boveda-Packs und ähnliche Feuchtigkeitspacks sinnvoll?

Zwei-Wege-Feuchtigkeitspacks können eine bereits weitgehend stabile Luftfeuchtigkeit im Glas unterstützen. Sie eignen sich jedoch nicht dazu, nasse Blüten sicher zu trocknen oder Schimmel zu verhindern. Ein Pack mit beispielsweise 58 oder 62 % nimmt abhängig vom Produkt begrenzt Feuchtigkeit auf oder gibt sie ab. Die Kapazität ist jedoch begrenzt. Zu feuchte Cannabisblüten müssen deshalb immer zunächst aus dem Glas genommen und weiter getrocknet werden.

Für die erste Beurteilung der Restfeuchtigkeit ist ein Hygrometer weiterhin sinnvoll. Setze ein Feuchtigkeitspack am besten erst ein, wenn sich die Blüten bereits in einem geeigneten Bereich befinden.

Auch spezielle curing-Beutel können den Prozess vereinfachen. Sie ersetzen jedoch weder eine ausreichende Trocknung noch die regelmäßige Kontrolle auf Feuchtigkeit und Schimmel.

Was können spezielle Curing-Beutel wie Grove Bags?

Neben Gläsern gibt es mittlerweile auch spezielle Curing-Beutel, bekannt etwa unter dem Namen Grove Bags. Sie bestehen aus einem mehrschichtigen, atmungsaktiven Material, das gezielt bestimmte Gase durchlässt, Feuchtigkeit und Aromastoffe aber im Inneren hält. Dadurch soll sich das regelmäßige Öffnen und Lüften der Gläser (Burping) erübrigen.

In der Praxis werden die Blüten dafür auf etwa 55 bis 60 % relative Luftfeuchtigkeit vorgetrocknet und anschließend direkt im Beutel verschlossen. Hersteller sprechen von einer ersten Reifung nach rund zwei Wochen, eine längere Lagerung bis zu acht Wochen soll das Aroma zusätzlich verbessern.
Wichtig ist aber: Auch diese Beutel ersetzen nicht die richtige Trocknung. Wie bei Feuchtigkeitspacks gilt, die Blüten müssen vorher ausreichend vorgetrocknet sein, sonst besteht auch im Beutel ein Schimmelrisiko.

Häufige Fehler beim Cannabis fermentieren

Hygrometer und Thermometer in einem Gerät.
Hygrometer und Thermometer in einem Gerät.

Vermeide diese Fehler, für ein gutes Ergebnis:

Zu feuchte Blüten ins Glas geben

Das ist der gefährlichste Fehler. In dichten Blüten kann sich Feuchtigkeit halten, obwohl sie sich außen bereits trocken anfühlen. Im geschlossenen Glas steigt dadurch das Schimmelrisiko.
Richtig ist: Erst eine kleine Testmenge mit Hygrometer prüfen und zu feuchte Blüten weiter trocknen.

Sich ausschließlich auf den Stängeltest verlassen

Dass ein kleiner Zweig beim Biegen knackt, ist nur ein grober Anhaltspunkt. Blütengröße, Stängeldicke und Raumklima können das Ergebnis verfälschen.
Richtig ist: Stängeltest, Gefühl, Geruch und Luftfeuchtigkeit im Glas gemeinsam bewerten.

Starre Lüftungszeiten verwenden

Jedes Glas unabhängig von seinem Messwert für dieselbe Zeit zu öffnen, kann die Blüten unnötig austrocknen oder bei zu hoher Restfeuchtigkeit zu wenig bewirken.
Richtig ist: Häufigkeit und Dauer des Lüftens an der gemessenen Luftfeuchtigkeit ausrichten.

Zu warm oder im Licht lagern

Wärme und Licht können chemische Veränderungen beschleunigen und flüchtige Aromastoffe beeinträchtigen. Untersuchungen zeigen, dass Trocknungs- und Lagerbedingungen sowohl Cannabinoide als auch das Profil flüchtiger Verbindungen beeinflussen können. (1) (4)
Richtig ist: Die Gläser dunkel, möglichst kühl und bei stabiler Temperatur lagern.

Feuchtigkeitspacks als Ersatz für die Trocknung nutzen

Ein Feuchtigkeitspack kann eine zu nasse Ernte nicht sicher retten. Es reguliert nur eine begrenzte Menge Feuchtigkeit.
Richtig ist: Zu feuchte Blüten aus dem Behälter nehmen und unter kontrollierten Bedingungen nachtrocknen.

Schimmel nur oberflächlich entfernen

Sichtbarer Schimmel kann bedeuten, dass Pilzfäden und Sporen bereits tiefer in das Pflanzenmaterial eingedrungen sind.
Richtig ist: Befallene Blüten nicht konsumieren. Bei einem Befall im geschlossenen Glas sollte im Zweifel die gesamte betroffene Charge entsorgt werden.

Cannabisblüten richtig lagern

Nach dem curing sollten Cannabisblüten möglichst luftdicht, dunkel und bei stabiler, eher kühler Raumtemperatur gelagert werden.

Eine Untersuchung aus dem Jahr 2024 kam zu dem Ergebnis, dass Glasbehälter das ursprüngliche Profil flüchtiger Verbindungen besser bewahrten als eine offene Lagerung oder ein geschlossener Behälter aus HDPE-Kunststoff. Gleichzeitig veränderten sich auch bei der Glaslagerung die gemessenen Cannabinoidformen. Vollständig stoppen lässt sich die Alterung daher nicht. (4)

Vermeide häufiges Öffnen, direkte Sonneneinstrahlung und starke Temperaturschwankungen. Jede Öffnung führt frische Luft und damit Sauerstoff sowie neue Feuchtigkeit in den Behälter. Für den normalen Gebrauch ist ein dichtes Glas meist die einfachste Lösung. Eine Lagerung im Kühlschrank kann wegen der hohen Luftfeuchtigkeit und möglicher Kondensation problematisch sein. Beim Einfrieren können Trichome spröde werden und durch wiederholtes Auftauen kann sich Kondenswasser bilden.

Weitere Grundlagen zur Verarbeitung deiner Ernte findest du im Cannabib-Guide Cannabis verarbeiten. Hinweise zur längerfristigen Aufbewahrung enthält außerdem der Beitrag Cannabis richtig lagern.

Checkliste zum Cannabis fermentieren

Hier erhältst du eine Zusammenfassung mit den wichtigsten Punkten:

  • Blüten langsam und gleichmäßig trocknen.
  • Eine repräsentative Testmenge im Glas prüfen.
  • Saubere und vollständig trockene Gläser verwenden.
  • Hygrometer in jedem Glas oder jeder Charge einsetzen.
  • Gläser nur zu etwa zwei Dritteln bis drei Vierteln befüllen.
  • Luftfeuchtigkeit in den ersten 48 Stunden besonders eng kontrollieren.
  • Bei Werten über 65 % die Blüten herausnehmen und nachtrocknen.
  • Gläser dunkel und bei möglichst stabiler Temperatur lagern.
  • Blüten regelmäßig auf modrigen Geruch, feuchte Stellen und Schimmel prüfen.
  • Feuchtigkeitspacks erst nach ausreichender Trocknung verwenden.
  • Sorte, Erntedatum und Beginn des Curings auf dem Glas notieren.

Fazit

Cannabis fermentieren, also richtig curen, ist am Ende eine Frage von Geduld und Beobachtung, nicht von festen Zeitplänen. Wer sich allein auf Tage oder Wochen verlässt, übersieht, dass jede Ernte anders reagiert, je nach Sorte, Blütendichte und Trocknungsverlauf. Entscheidend ist deshalb weniger ein exakter Zielwert als ein wacher Blick auf die eigenen Blüten: wie sie riechen, wie sie sich anfühlen und wie sich die Luftfeuchtigkeit im Glas über die Zeit entwickelt. Hilfsmittel wie Hygrometer oder Feuchtigkeitspacks können diesen Prozess erleichtern, sie ersetzen aber nicht die eigene Aufmerksamkeit. Am Ende zahlt sich vor allem eines aus: lieber einmal zu vorsichtig nachprüfen, als das Ergebnis von Wochen sorgfältiger Arbeit durch Nachlässigkeit im letzten Schritt zu riskieren.

Häufige Fragen zum Cannabis fermentieren

  • Beim Trocknen wird der größte Teil des Wassers aus den Blüten entfernt. Beim anschließenden Curing verteilt sich die verbleibende Feuchtigkeit gleichmäßiger und die Blüten reifen kontrolliert im geschlossenen Behälter nach.

  • Eine erste Reifung dauert meist etwa zwei Wochen. Häufig werden vier bis acht Wochen gewählt. Einen wissenschaftlich bestätigten Idealzeitraum für alle Sorten und Trocknungsmethoden gibt es bislang nicht.

  • Etwa 58 bis 62 Prozent relative Luftfeuchtigkeit im Glas gelten als praktischer Orientierungsbereich. Steigt der Wert deutlich über 65 Prozent, sollten die Blüten herausgenommen und weiter getrocknet werden.

  • Zu trockene Blüten können weiter gelagert werden, eine starke Nachreifung ist jedoch weniger wahrscheinlich. Feuchtigkeit sollte niemals mit Orangenschalen, Brot oder anderen Lebensmitteln zugeführt werden, da diese Keime eintragen können.

  • Grundsätzlich sind lebensmittelechte, geruchsneutrale Behälter möglich. Glas nimmt jedoch kaum Gerüche an, ist leicht zu reinigen und kann flüchtige Verbindungen besser vor einem Austausch mit der Umgebung schützen.

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Quellen und Studien ansehen

  • (1) Das, P. C.; Vista, A. R.; Tabil, L. G.; Baik, O.-D.: Postharvest Operations of Cannabis and Their Effect on Cannabinoid Content: A Review. Bioengineering, 2022, 9(8), 364. https://doi.org/10.3390/bioengineering9080364. 
  • (2) Lazarjani, M. P. et al.: Processing and extraction methods of medicinal cannabis: a narrative review. Journal of Cannabis Research, 2021, 3, 32. https://doi.org/10.1186/s42238-021-00087-9.
  • (3) Baek, Y.; Grab, H.; Chen, C.: Postharvest Drying and Curing Affect Cannabinoid Contents and Microbial Levels in Industrial Hemp (Cannabis sativa L.). Plants, 2025, 14(3), 414. https://doi.org/10.3390/plants14030414.
  • (4) Spadafora, N. D. et al.: The influence of drying and storage conditions on the volatilome and cannabinoid content of Cannabis sativa L. inflorescences. Analytical and Bioanalytical Chemistry, 2024, 416, 3797–3809. https://doi.org/10.1007/s00216-024-05321-w.

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