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CBD-Öl: Anwendung, Dosierung und Einnahme erklärt

Eine Pipette mit einem gelblichem Öl ist zu sehen, wahrscheinlich handelt es sich um das gesundheitsfördernde CBD- Öl.

Inhaltsverzeichnis

Mila Grün

Mila Grün Chefredakteurin der cannabib

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Keyfacts zu CBD-Öl

  • CBD-Öl ist ein Extrakt aus Nutzhanf, gelöst in einem Trägeröl. Es enthält Cannabidiol (CBD) und berauscht nicht.
  • Als Arzneimittel zugelassen ist CBD in der EU bisher nur als Epidyolex, und zwar für drei seltene Epilepsieformen im Kindesalter. (1)
  • Für Schlaf, Angst, Schmerzen und viele andere Einsatzgebiete wird CBD untersucht, eine Wirkung ist dort aber nicht belegt. (2)
  • Die Konzentration auf der Flasche (zum Beispiel 5 oder 10 Prozent) sagt, wie viel Milligramm CBD in einem Tropfen stecken. Einsteiger beginnen niedrig und steigern langsam.
  • Zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit nimmt der Körper deutlich mehr CBD auf als auf nüchternen Magen. (3)
  • Häufige Nebenwirkungen sind Müdigkeit, Durchfall und weniger Appetit. CBD kann außerdem mit Medikamenten wechselwirken.

CBD-Öl gehört zu den bekanntesten Hanfprodukten überhaupt. Man bekommt es in Drogerien, Onlineshops und Apotheken, und fast jede Marke verspricht etwas anderes. Dieser Beitrag sortiert, was über Anwendung, Dosierung und Einnahme tatsächlich bekannt ist, wo die Forschung noch Lücken hat und worauf du beim Kauf achten solltest.

Wichtig vorab: Es gibt einen Unterschied zwischen CBD-Öl aus dem freien Handel und CBD, das eine Ärztin oder ein Arzt als Arzneimittel verschreibt. Herstellung, Qualitätskontrolle und rechtlicher Status sind verschieden. Mehr dazu erfährst du im Beitrag zu CBD aus der Apotheke.

Hier ist die Formel von CBD zu sehen, mit einem Tropfer und dem Wort CBD- Cannabidiol.
CBD

Was ist CBD?

CBD ist die Abkürzung für Cannabidiol. Es ist eines von über 100 Cannabinoiden der Hanfpflanze, genau wie THC. Cannabinoide wirken im Körper über das Endocannabinoidsystem, ein Netzwerk aus Rezeptoren und Botenstoffen. Anders als THC macht CBD nicht high. Welche Unterschiede es sonst noch gibt, erklärt unser Beitrag zum Unterschied zwischen CBD und THC.

In Laborversuchen und Tierstudien zeigt CBD unter anderem entzündungshemmende, angstlösende und krampflösende Effekte. Solche Ergebnisse lassen sich aber nicht einfach auf Menschen übertragen, die ein CBD-Öl aus dem Handel nehmen. Die Wirkung beim Menschen ist bisher nur für wenige, sehr spezielle Anwendungen sicher nachgewiesen (siehe unten).

Die Herstellung von CBD-Öl

CBD-Öl wird aus Nutzhanf gewonnen, also aus Hanfsorten mit sehr wenig THC. In Deutschland dürfen nur landwirtschaftliche Betriebe Nutzhanf anbauen, und nur mit Sorten aus dem EU-Sortenkatalog. Nach der Ernte werden vor allem Blüten und Blätter getrocknet, denn dort steckt das meiste CBD. Anschließend wird das CBD extrahiert, häufig mit CO₂, und in einem Trägeröl gelöst, zum Beispiel Hanfsamenöl, MCT- oder Olivenöl.

Vollspektrum, Breitspektrum oder Isolat?

Auf den Flaschen steht meist einer dieser drei Begriffe. Sie beschreiben, was außer CBD noch im Öl steckt:

  • Vollspektrum: Das Öl enthält neben CBD weitere Cannabinoide, Terpene und auch geringe Mengen THC.
  • Breitspektrum: Wie Vollspektrum, aber das THC wurde entfernt.
  • Isolat: Reines CBD ohne weitere Pflanzenstoffe.

Hersteller werben bei Vollspektrum-Ölen oft mit dem Entourage-Effekt, also der Idee, dass sich die Inhaltsstoffe gegenseitig verstärken. Das ist eine Hypothese, für CBD-Öle aus dem Handel aber nicht belegt. Wer wegen Drogentests oder Führerschein auf THC verzichten muss, greift besser zu Breitspektrum oder Isolat, denn auch kleine THC-Mengen können sich im Körper anreichern. Mehr zu den Terpenen findest du im Glossar.

Wofür wird CBD-Öl eingesetzt?

Hier lohnt ein genauer Blick, denn Werbung und Forschungsstand gehen weit auseinander.

Belegt: In der EU ist CBD als Arzneimittel Epidyolex zugelassen. Es wird bei Kindern ab zwei Jahren mit Lennox-Gastaut-Syndrom oder Dravet-Syndrom zusammen mit Clobazam eingesetzt sowie bei Anfällen durch Tuberöse Sklerose. In Studien sank die Zahl der Anfälle dort deutlich stärker als unter Placebo. (1) Epidyolex ist ein verschreibungspflichtiges Medikament mit genau definierter Dosis. Mit einem CBD-Öl aus dem Onlineshop ist es nicht vergleichbar. Mehr zur Epilepsie im Glossar.

Untersucht, aber nicht belegt: Viele Menschen nehmen CBD-Öl bei Schlafproblemen, Stress, Angst, Schmerzen, Entzündungen oder Frauenbeschwerden. Zu all diesen Bereichen laufen Studien, eine verlässliche Wirkung ist aber nicht nachgewiesen. Eine große Übersichtsarbeit im Fachjournal Lancet Psychiatry fand zum Beispiel kaum Belege dafür, dass Cannabinoide bei Depressionen oder Angststörungen helfen. (2) Das heißt nicht, dass CBD dort sicher unwirksam ist, sondern dass gute Studien fehlen.

Form, Anwendung und Einnahme

Es sind zwei Hände zu sehen, die rechte Hand tropft aus einem Fläschen Öl in die andere Hand. Bestimmt CBD Öl.
CBD-Öl kann in verschiedenen Formen eingenommen werden. Foto: christin hume auf Unsplash.

CBD gibt es in vielen Formen. Die wichtigsten im Überblick:

  • Öl: Wird mit einer Pipette unter die Zunge getropft. Lässt sich tropfengenau dosieren.
  • Kapseln: Praktisch für unterwegs und einfach zu dosieren. Die Wirkung setzt etwas später ein, weil die Kapsel erst verdaut wird.
  • Konzentrate: Pasten oder Kristalle mit sehr hohem CBD-Gehalt. Nur für Menschen, die ihre Dosis genau kennen.
  • Cremes und Salben: Werden auf die Haut aufgetragen. Mehr dazu im Beitrag zur Hanfsalbe.
  • Fruchtgummis: Fest dosiert pro Stück. Wie sie sich vom Öl unterscheiden, steht im Beitrag zu CBD-Fruchtgummis.

Wie nimmt man CBD-Öl ein?

Die Tropfen kommen direkt unter die Zunge und bleiben dort etwa eine Minute, bevor du sie schluckst. So kann ein Teil des CBD über die Mundschleimhaut aufgenommen werden. Weil CBD fettlöslich ist, spielt das Essen eine große Rolle: In Studien zum Arzneimittel mit CBD stieg die aufgenommene Menge nach einer fettreichen Mahlzeit auf etwa das Vierfache, die Spitzenwerte im Blut sogar auf das Fünffache. (3) Wichtig ist deshalb vor allem, das Öl immer gleich einzunehmen, also entweder immer zum Essen oder immer nüchtern. Sonst schwankt die Wirkung von Tag zu Tag.

CBD-Öl richtig dosieren

Die Prozentzahl auf der Flasche gibt an, wie viel CBD im Öl steckt. Ein 5-prozentiges Öl enthält 50 Milligramm CBD pro Milliliter, ein 10-prozentiges 100 Milligramm. Wie viel davon in einem Tropfen ist, hängt von der Pipette ab. Viele Hersteller rechnen mit etwa 20 Tropfen pro Milliliter. Dann gilt grob:

  • 5 % CBD-Öl: etwa 2,5 mg CBD pro Tropfen
  • 10 % CBD-Öl: etwa 5 mg CBD pro Tropfen
  • 20 % CBD-Öl: etwa 10 mg CBD pro Tropfen

Die genaue Angabe steht meist auf der Verpackung. Rechne im Zweifel selbst nach, denn „3 Tropfen“ bedeuten bei einem 5-prozentigen und einem 20-prozentigen Öl etwas völlig anderes.

Eine allgemein gültige Dosis für CBD-Öl gibt es nicht. Üblich ist es, niedrig zu beginnen, einige Tage zu beobachten und nur langsam zu steigern. Zur Orientierung: Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hält für Nahrungsergänzungsmittel mit CBD bei gesunden Erwachsenen bis zu etwa 2 Milligramm pro Tag für unbedenklich. Für Menschen unter 25, Schwangere, Stillende und alle, die Medikamente nehmen, konnte sie keine sichere Menge festlegen. (4) Viele Öle im Handel liegen schon mit einem Tropfen darüber.

Wenn du regelmäßig Medikamente nimmst, eine Erkrankung hast oder höher dosieren möchtest, sprich vorher mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder in der Apotheke.

CBD-Öl morgens oder abends einnehmen?

Eine feste Regel gibt es nicht, und Studien, die morgens und abends direkt vergleichen, fehlen. Ein paar Punkte helfen trotzdem bei der Entscheidung:

  • Müdigkeit: Schläfrigkeit gehört zu den häufigsten Nebenwirkungen von CBD. (1) Wer davon betroffen ist, nimmt das Öl eher abends.
  • Wirkeintritt: Die höchsten Werte im Blut werden erst einige Stunden nach der Einnahme erreicht. (3) Wer CBD für den Abend nimmt, sollte also nicht erst kurz vor dem Schlafengehen tropfen.
  • Mahlzeiten: Da Essen die Aufnahme stark beeinflusst, ist eine feste Mahlzeit als Zeitpunkt sinnvoll, etwa das Frühstück oder das Abendessen.
  • Aufteilen: Manche teilen die Tagesmenge auf morgens und abends auf, um die Werte im Blut gleichmäßiger zu halten.

Am Ende zählt vor allem, dass du einen festen Rhythmus findest und beobachtest, wie du das Öl verträgst.

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

CBD gilt als vergleichsweise gut verträglich, ist aber nicht frei von Nebenwirkungen. In den Studien zum Arzneimittel traten am häufigsten Müdigkeit, weniger Appetit, Durchfall, Fieber und Erbrechen auf. Bei einigen Patientinnen und Patienten stiegen außerdem die Leberwerte. (1) Diese Studien arbeiteten allerdings mit viel höheren Dosen als in üblichen CBD-Ölen.

Wichtig sind Wechselwirkungen: CBD wird in der Leber unter anderem über die Enzyme CYP3A4 und CYP2C19 abgebaut. (3) Über dieselben Enzyme werden viele Medikamente verstoffwechselt, etwa manche Blutverdünner, Antiepileptika oder Antidepressiva. Wer Medikamente nimmt, sollte CBD deshalb nur nach Rücksprache nehmen. Schwangeren, Stillenden und Kindern wird von CBD-Produkten aus dem Handel abgeraten. Alles Weitere steht im Beitrag zu den Nebenwirkungen von CBD.

Worauf beim Kauf von CBD-Öl achten?

CBD als Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel ist in der EU bisher nicht zugelassen. Nach Einschätzung des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) sind solche Produkte deshalb nicht verkehrsfähig. (5) Viele Öle werden daher als Aromaöl oder Kosmetik verkauft. Umso wichtiger ist es, auf die Qualität zu achten: Ob ein Produkt in Deutschland überhaupt legal verkauft werden darf, erklärt unser Beitrag Ist CBD-Öl legal?

  • ein aktuelles Laborzertifikat eines unabhängigen Labors, das den CBD- und THC-Gehalt und mögliche Rückstände zeigt
  • eine klare Angabe, wie viel Milligramm CBD in der Flasche und pro Tropfen steckt
  • Hanf aus der EU, möglichst aus kontrolliert biologischem Anbau
  • keine unnötigen Zusatzstoffe
  • keine Heilversprechen auf Verpackung oder Website

Beratung bekommst du in der Apotheke oder im Fachhandel. Wer einen kleineren Hersteller unterstützen möchte, findet zum Beispiel bei Mary Mellow (Werbung), Hanfmannskost oder den GreenPioneers® Vollspektrum-Öle.

Fazit

CBD-Öl ist kein Wundermittel, aber auch kein reiner Hype. Als Arzneimittel ist CBD für einige seltene Epilepsieformen gut untersucht und zugelassen. Für die meisten anderen Einsatzgebiete fehlen verlässliche Studien. Wer CBD-Öl ausprobieren möchte, sollte die Konzentration kennen, niedrig beginnen, es immer gleich einnehmen und bei Medikamenten vorher ärztlichen Rat holen.

Medizinischer Disclaimer

Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Sprich vor der Einnahme von CBD mit einer Ärztin, einem Arzt oder in der Apotheke, besonders wenn du Medikamente nimmst, schwanger bist oder stillst.

Weitere Beiträge zu CBD

Einen Gesamtüberblick bietet unser Beitrag zu medizinischem Cannabis. Vertiefende Beiträge aus diesem Themenbereich:

Häufig gestellte Fragen

  • Die Tropfen kommen unter die Zunge und bleiben dort etwa eine Minute, bevor du sie schluckst. Nimm das Öl am besten immer zur gleichen Mahlzeit ein, denn Fett im Essen erhöht die Menge an CBD, die der Körper aufnimmt, deutlich. (3)

  • Dafür gibt es keine feste Regel. Wer von CBD müde wird, nimmt es eher abends, und zwar nicht erst kurz vor dem Schlafengehen, weil die höchsten Werte im Blut erst nach einigen Stunden erreicht werden. (3) Wichtiger als die Uhrzeit ist ein fester Rhythmus.

  • Das hängt von der Konzentration ab. Bei etwa 20 Tropfen pro Milliliter enthält ein Tropfen 5-prozentiges Öl rund 2,5 mg CBD, ein Tropfen 10-prozentiges rund 5 mg. Die EFSA hält für Nahrungsergänzungsmittel bei gesunden Erwachsenen bis zu etwa 2 mg CBD pro Tag für unbedenklich. (4) Beginne niedrig und sprich höhere Mengen mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder der Apotheke ab.

  • Das kann passieren. Schläfrigkeit gehört zu den häufigsten Nebenwirkungen, die in den Studien zum CBD-Arzneimittel beobachtet wurden. (1) Wenn du nach der Einnahme müde wirst, fahr kein Auto und nimm das Öl lieber abends.

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