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Hanfsalbe: Wirkung und Anwendung

Sind CBD Blüten legal? ein Tigelchen mit einer grünlichen Salbe ist zu sehen, evtl. eine Hanfsalbe, denn das Tigelchen steht auf einem Hanfblatt auf dem Hanfblüten liegen.

Inhaltsverzeichnis

Mila Grün

Mila Grün Chefredakteurin der cannabib

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Keyfacts zur Hanfsalbe

  • Hanfsalbe ist ein Sammelbegriff für Salben und Cremes mit Hanfsamenöl, Hanfextrakt oder CBD. Nicht jede Hanfsalbe enthält CBD.
  • Auf der Haut wirkt CBD vor allem lokal. In Laborversuchen hemmt es Entzündungen und die Talgproduktion.
  • Für Schmerzen, Neurodermitis oder Akne gibt es bisher nur wenige und meist kleine Studien am Menschen. Eine Wirkung ist nicht sicher belegt.
  • Hanfsalben gelten als gut verträglich. Wie bei jeder Creme sind Hautreizungen und Allergien möglich.
  • Bei chronischen Schmerzen oder Hauterkrankungen ersetzt eine Hanfsalbe keine ärztliche Behandlung.

Hanf wird seit Jahrhunderten als Heilpflanze genutzt, schon Hildegard von Bingen beschrieb ihn in ihren Schriften. Heute findet man Hanfsalben in Drogerien, Apotheken und Onlineshops, meist mit dem Versprechen, gegen Schmerzen, trockene Haut oder Neurodermitis zu helfen. Dieser Beitrag erklärt, was in einer Hanfsalbe steckt, wofür sie verwendet wird und was die Forschung dazu bisher sagt.

Grundlagen zu Wirkung und Anwendung von Cannabidiol erklärt unser Beitrag zu CBD-Öl. Welche unerwünschten Wirkungen möglich sind, fasst unser Beitrag zu den Nebenwirkungen von CBD zusammen.

Was genau ist eine Hanfsalbe?

Hanf ist der deutsche Name für Cannabis, eine Hanfsalbe ist also dasselbe wie eine Cannabissalbe. Hergestellt wird sie aus einer Basiscreme oder Salbengrundlage, zum Beispiel mit Sheabutter, Kokos- oder Arganöl, der ein Hanfbestandteil zugesetzt wird. Welcher das ist, macht einen großen Unterschied.

Eine Hanfblüte ist zu sehen, die von zwei Händen umschlugen wird.
Der Hanf ist eine sehr wertvolle Pflanze.

Hanfsalbe, CBD-Salbe, CBD-Creme: der Unterschied

Die Begriffe werden oft durcheinander verwendet, meinen aber verschiedene Produkte:

  • Hanfsalbe mit Hanfsamenöl: Das Öl wird aus den Samen gepresst. Es enthält viele ungesättigte Fettsäuren und pflegt die Haut, aber praktisch kein CBD.
  • CBD-Salbe oder Cannabissalbe: Enthält einen Extrakt aus Blüten oder Blättern mit einer angegebenen Menge CBD, zum Beispiel 300 oder 500 mg pro Dose.
  • CBD-Creme: Im Prinzip dasselbe wie eine CBD-Salbe, nur mit höherem Wasseranteil. Cremes ziehen schneller ein, Salben bleiben länger auf der Haut.

Wer gezielt CBD möchte, sollte also auf die Milligramm-Angabe achten. Steht auf der Verpackung nur „Hanf“ oder „Hanföl“, ist meist kein nennenswerter CBD-Gehalt drin. Für Kosmetik, die CBD enthält, gelten eigene Regeln. Mehr dazu im Beitrag zur CBD-Kosmetik.

Wirkung der Hanfsalbe

CBD wirkt nicht psychoaktiv. Auf der Haut interessiert vor allem, dass es in Laborversuchen entzündungshemmend wirkt und die Talgproduktion bremst. (1) Die Haut besitzt selbst Cannabinoid-Rezeptoren, die zum Endocannabinoidsystem gehören. Über sie könnten Phytocannabinoide aus der Salbe örtlich wirken.

Beim Auftragen gelangt nach bisherigem Wissen kaum CBD in den Blutkreislauf. Falls eine Hanfsalbe wirkt, dann also vor allem dort, wo sie aufgetragen wird, und nicht im ganzen Körper. Neben CBD enthalten Hanfprodukte weitere Stoffe wie Terpene und Flavonoide, Hanfsamenöl außerdem Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren und Vitamin E.

Wichtig ist die Einordnung: Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2020 kommt zu dem Schluss, dass die meisten Ergebnisse aus Labor- und Tierversuchen stammen und große klinische Studien am Menschen fehlen. (2)

Hanfsalbe bei Schmerzen: Was Studien zeigen

Viele Menschen nutzen Hanfsalbe bei Muskelkater, Verspannungen, Gelenkbeschwerden oder Nervenschmerzen. Die Studienlage dazu ist dünn. In einer kleinen randomisierten Studie mit 29 Teilnehmenden berichteten Menschen mit Nervenschmerzen in den Beinen nach vier Wochen mit einem CBD-Öl zum Auftragen über weniger starke und stechende Schmerzen als in der Placebogruppe. (3) Das ist ein interessantes Ergebnis, aber noch kein Beleg. Dafür bräuchte es größere Studien.

Die kühlende oder wärmende Wirkung vieler Schmerzsalben kommt übrigens oft von anderen Zusätzen wie Menthol, Kampfer oder Arnika, nicht vom Hanf. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe lohnt sich. Bei länger anhaltenden oder starken Schmerzen gehört die Ursache ärztlich abgeklärt.

Hanfsalbe bei Neurodermitis

Neurodermitis, auch atopische Dermatitis genannt, ist eine chronisch entzündliche Hauterkrankung mit trockener, stark juckender Haut. Sie beginnt meist im Kindesalter und verläuft in Schüben.

Da trockene Haut ein Kernproblem ist, kann eine rückfettende Salbe mit Hanfsamenöl die Hautpflege sinnvoll ergänzen. Ob CBD den Juckreiz oder die Entzündung zusätzlich lindert, ist bisher nicht klinisch bestätigt. (2) Gerade bei Neurodermitis reagiert die Haut empfindlich. Teste neue Produkte deshalb zuerst an einer kleinen Stelle und sprich die Pflege mit deiner Hautärztin oder deinem Hautarzt ab, besonders bei Kindern.

Hanfsalbe bei Akne und anderen Hautproblemen

Bei Akne produziert die Haut zu viel Talg, die Poren verstopfen und es entstehen Entzündungen. In einer Laborstudie an menschlichen Talgdrüsenzellen bremste CBD die Talgbildung und wirkte entzündungshemmend. (1) Große Studien, die zeigen, dass CBD-Salben Akne beim Menschen verbessern, gibt es bisher nicht. (2) Für Schuppenflechte ist die Datenlage noch unsicherer.

Auf einem rosa Hintergrund sieht man eine ausgestreckte Hand, auf deren Handinnenfläche ein Klecks Creme ist. Die andere Hand hält eine Cremetube.
Hanfsalben werden vor allem zur Hautpflege verwendet.

Anwendung der Hanfsalbe

Hanfsalben werden dünn auf saubere, trockene Haut aufgetragen und leicht einmassiert, meist ein- bis dreimal täglich. Typische Einsatzbereiche sind:

  • Pflege für trockene oder raue Haut, etwa an Händen und Ellenbogen
  • Massage nach dem Sport
  • ergänzende Pflege bei trockener Haut durch Neurodermitis

Nicht auf offene Wunden, Schleimhäute oder die Augenpartie auftragen. Es gibt außerdem Salben, die als Arzneimittel verschrieben werden. Sie unterscheiden sich in Herstellung und Qualitätskontrolle deutlich von Pflegeprodukten aus dem Handel.

Nebenwirkungen von Hanfsalbe und Cannabissalbe

Hanf- und CBD-Salben gelten als gut verträglich, Sicherheitsstudien zur Anwendung auf der Haut laufen aber noch. (2) Mögliche Nebenwirkungen sind vor allem Rötungen, Juckreiz oder Brennen, oft ausgelöst durch Duftstoffe, ätherische Öle oder Konservierungsmittel in der Grundlage. Wer auf Hanf oder einzelne Inhaltsstoffe allergisch reagiert, sollte die Salbe nicht verwenden.

Weil beim Auftragen kaum CBD ins Blut gelangt, sind Wechselwirkungen mit Medikamenten unwahrscheinlicher als bei CBD-Öl zum Einnehmen. Zu Schwangerschaft und Stillzeit gibt es keine ausreichenden Daten. Frag in diesem Fall vorher in der Apotheke oder ärztlich nach.

Worauf beim Kauf achten?

Eine gute Hanfsalbe erkennst du an einer klaren Angabe, ob und wie viel CBD sie enthält, an einem Laborzertifikat und an einer möglichst einfachen Rezeptur ohne unnötige Duft- und Farbstoffe. Heilversprechen auf der Verpackung sind ein Warnsignal, denn Kosmetik darf keine Krankheiten behandeln.

Ein Beispiel für einen deutschen Hersteller ist die Firma Malantis. Sie stellt Hanfcremes und Salben zur Hautpflege in Bio-Qualität in Deutschland her. Der verwendete Hanf stammt nach Herstellerangaben aus deutschem Anbau ohne Pestizide.

Fazit

Hanfsalbe ist vor allem ein Pflegeprodukt. Mit Hanfsamenöl versorgt sie trockene Haut mit Fett und Feuchtigkeit, mit CBD kommt ein Wirkstoff hinzu, der im Labor entzündungshemmend wirkt. Für Schmerzen, Neurodermitis und Akne gibt es erste Hinweise, aber noch keine belastbaren Belege. Wer Hanfsalbe ausprobieren möchte, sollte auf den CBD-Gehalt achten und sie zuerst an einer kleinen Hautstelle testen. Chronische Beschwerden gehören ärztlich abgeklärt. Und wenn eine Pflegesalbe nicht hilft, sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt über weitere Möglichkeiten.

Medizinischer Disclaimer

Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Hauterkrankungen, anhaltenden Schmerzen, in der Schwangerschaft oder bei Kindern sprich bitte vor der Anwendung mit einer Ärztin, einem Arzt oder in der Apotheke.

Häufig gestellte Fragen

  • Das ist nicht sicher belegt. Eine kleine Studie mit 29 Teilnehmenden fand bei Nervenschmerzen in den Beinen weniger Beschwerden mit einem CBD-Öl zum Auftragen als mit Placebo. (3) Für eine verlässliche Aussage fehlen größere Studien.

  • Als rückfettende Pflege kann Hanfsalbe mit Hanfsamenöl sinnvoll sein. Ob CBD Juckreiz oder Entzündungen zusätzlich lindert, ist klinisch nicht bestätigt. (2) Teste das Produkt zuerst an einer kleinen Stelle und sprich die Pflege ärztlich ab, besonders bei Kindern.

  • Eine Hanfsalbe kann nur Hanfsamenöl enthalten, das praktisch kein CBD hat. Eine CBD-Salbe enthält einen Extrakt aus Blüten oder Blättern mit einer angegebenen Menge CBD in Milligramm. CBD-Cremes sind dasselbe mit höherem Wasseranteil.

  • Hanf- und CBD-Salben gelten als gut verträglich. Möglich sind Hautreizungen wie Rötung, Juckreiz oder Brennen, oft durch Duftstoffe oder Konservierungsmittel. (2) Bei Allergien gegen einen Inhaltsstoff die Salbe nicht verwenden.

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