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Wie riecht Cannabis? 6 überraschende Fakten zum Geruch

Inhaltsverzeichnis

Mila Grün

Mila Grün Chefredakteurin der cannabib

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Wie riecht Cannabis? Das Wichtigste in Kürze:

  • Cannabis riecht je nach Sorte erdig, holzig, zitronig, süß oder stechend.
  • Terpene wie Myrcen, Limonen und Pinen bilden den Grundgeruch.
  • Den typischen Skunk-Geruch liefern vor allem schwefelhaltige Stoffe, die schon in winzigen Mengen wahrnehmbar sind.
  • Viele Unterschiede zwischen Sorten gehen auf seltene Duftstoffe wie Thiole, Ester oder Skatol zurück.
  • Beim Trocknen und Lagern geht ein Teil der flüchtigen Duftstoffe verloren, dadurch verändert sich der Geruch.
  • THC selbst ist geruchlos, deshalb verrät der Geruch nichts über die Stärke einer Blüte.

Wer den Geruch von Cannabis einmal in der Nase hatte, erkennt ihn meist sofort wieder. Trotzdem riecht keine Blüte wie die andere: Manche Sorten erinnern an Zitrone, andere an Kiefernwald, Käse oder Diesel. Hinter dem Cannabis Geruch steckt ein Gemisch aus mehr als 200 bekannten Aromastoffen, das jede Sorte anders zusammensetzt. (1)

Nach was riecht Gras also genau? Hier erfährst du, welche Stoffe den Geruch prägen, warum Sorten so verschieden riechen und was Trocknung, Rauch und Verpackung daran ändern.

Wie riecht Cannabis?

Wie riecht Cannabis? Cannabis riecht harzig und würzig, je nach Sorte zusätzlich erdig, holzig, blumig, fruchtig oder stechend. Viele Menschen beschreiben den Grundton als skunkartig, also ähnlich wie das Abwehrsekret eines Stinktiers.

Wonach Gras im Einzelfall riecht, hängt stark von der Sorte ab, wie ein Riechtest aus Colorado zeigt. 61 Teilnehmende beschrieben dort 13 Proben aus elf Sorten aus legalen Abgabestellen mit einer Liste von 48 Begriffen. Am häufigsten fiel das Wort „erdig“. Oft genannt wurden auch Holz, Gewürze, Blüten und Zitrus, daneben Diesel, Skunk, stechend und käsig. Die Sorten ließen sich in zwei Gruppen teilen: erdig, holzig und kräuterig auf der einen Seite, zitronig, süß und stechend auf der anderen. (4)

Riecht CBD wie Gras? Im Prinzip ja, denn CBD-Blüten stammen von derselben Pflanze und bilden ebenfalls Terpene. Auch sie riechen dabei sehr verschieden. In einer Schweizer Analyse von sechs Sorten reichten die Beschreibungen von fruchtig und cremig über erdig und kräuterig bis zu Erdbeere, Tropenfrucht und Terpentin. (3)

Wie riecht Cannabis im Vergleich? Gras, Weed und Marihuana meinen umgangssprachlich die getrockneten Blüten derselben Pflanze, der Marihuana Geruch ist also derselbe. Für die markante Skunk-Note fanden Forschende 2021 eine bis dahin unbekannte Gruppe schwefelhaltiger Stoffe. Am stärksten vertreten war 3-Methyl-2-buten-1-thiol, und zwar in genau den Sorten, die eine Testgruppe als besonders stechend einstufte. (1)

Cannabis Geruch: Warum riecht jede Sorte anders?

Jede Sorte bildet ihre eigene Mischung aus Terpenen und seltenen Duftstoffen, und schon kleine Verschiebungen in dieser Mischung verändern den Gras Geruch deutlich.

Terpene entstehen im Harz der Trichome, den feinen Drüsenhärchen auf den Blüten. Welche Terpene eine Pflanze bildet, hängt von ihren Genen ab: Spezielle Enzyme stellen unter anderem Myrcen, Limonen, Pinen, Ocimen, Caryophyllen und Humulen her. (6) In einer älteren Analyse frischer Blüten machte Myrcen rund 67 Prozent des ätherischen Öls aus, Limonen etwa 16 Prozent. (5)

Im Riechtest wirken die Terpene unterschiedlich. Myrcen riecht hopfenartig, Limonen nach Zitrus, Pinen nach Kiefer. Linalool riecht blumig und prägt das Aroma schon in geringer Menge. (3)

Terpene erklären aber nur einen Teil der Sortenunterschiede. Eine Studie mit 31 Cannabis-Extrakten fand bei Sorten mit völlig verschiedenem Aroma sehr ähnliche Terpenprofile. Den Unterschied machten Stoffe in sehr kleinen Mengen: schwefelhaltige Thiole sorgten für Zitrus- und Tropenfrucht-Noten, Skatol für einen chemisch-herzhaften Geruch. (2)

Auch der Sortenname ist kein verlässlicher Hinweis. Eine Auswertung von Laborproben aus sechs US-Bundesstaaten zeigte, dass Handelsbezeichnungen oft nicht zur gemessenen Chemie passen. (7) Selbst innerhalb einer Sorte rochen genetische Ausreißer für 55 Testpersonen anders als die übrigen Proben. (11)

Häufige Irrtümer zum Cannabis Geruch:

  • Starker Geruch bedeutet viel THC. Richtig ist: THC ist geruchlos, und im Riechtest passte die geschätzte Stärke nicht zum gemessenen THC-Gehalt. (4)
  • Der Geruch kommt nur von Terpenen. Richtig ist: Thiole, Ester und Skatol prägen viele Sorten mit.
  • Der Sortenname legt den Geruch fest. Richtig ist: Zwei Blüten mit gleichem Namen können verschieden riechen.

Mehr zu den einzelnen Stoffen findest du in unserem Überblick über Terpene.

Pflanze, Blüte, Rauch: So unterscheidet sich der Cannabis Geruch

Wie riecht Cannabis in den einzelnen Stadien? Die lebende Pflanze, die getrocknete Blüte und der Rauch riechen verschieden, weil sich die Duftstoffe mit jedem Schritt verändern.

Wie riecht Cannabis als junge Pflanze? Kaum. In Versuchen zu Polizeifällen rochen unreife Pflanzen nicht stärker als Tomatenpflanzen. (8) Gegen Ende der Blütephase steigt dagegen der Anteil der schwefelhaltigen Skunk-Stoffe deutlich an. (1)

Beim Trocknen geht ein Teil der flüchtigen Stoffe verloren. In einem Versuch sank der Gehalt an ätherischem Öl schon in der ersten Woche bei Lufttrocknung um 31 Prozent. Die leichten Monoterpene verflogen dabei schneller als die schwereren Sesquiterpene. Erfahrene Prüfer erkannten den Marihuana Geruch trotzdem noch. (5) Andere Duftstoffe entstehen offenbar erst bei der Trocknung, etwa das nelkenartige Eugenol oder das karamellige Furaneol. (3)

Auch Extrakte behalten den typischen Geruch. Oswald et al. untersuchten drei Butan-Hash-Öl-Konzentrate (BHO). Die als wichtigste Skunk-Verbindung identifizierte Verbindung 3-Methyl-2-buten-1-thiol wurde in allen drei untersuchten Butan-Extrakten in hohen Konzentrationen nachgewiesen. (1)

Wie riecht Cannabis geraucht? Beim Verbrennen kommen rauchige, phenolische Noten dazu, etwa p-Kresol, das bereits im Cannabisrauch gefunden wurde. (3) Cannabisrauch enthält ebenfalls gesundheitsschädliche Schadstoffe. (10) Wie sich Verdampfen und Verbrennen unterscheiden, erklären wir im Beitrag Vaporizer vs. Joint.

Warum riecht Cannabis nach Heu?

Cannabis riecht nach Heu, wenn nach der Ernte viele der fruchtigen und stechenden Duftstoffe verloren gegangen sind. Eine einzelne Ursache für den Heu-Geruch ist wissenschaftlich bisher nicht belegt.

Gut untersucht ist der Verlust beim Trocknen und Lagern: Nach drei Monaten in einer Papiertüte war nur noch knapp die Hälfte des ätherischen Öls vorhanden. Der Anteil an Myrcen sank, während die schwereren Sesquiterpene zulegten. (5) Eine spätere Studie fand bei einer THC-reichen Sorte, dass Terpinolen beim Trocknen stark abnahm, Caryophyllen dagegen leicht zunahm. (12)

Auch die schwefelhaltigen Skunk-Stoffe halten nicht lange. Sie erreichen ihren Höchstwert während der Fermentation und nehmen danach bereits nach einer Woche Lagerung deutlich ab. (1)

Wie gut der typische Cannabis Geruch erhalten bleibt, entscheidet sich also nach der Ernte: beim Trocknen, beim Fermentieren und bei der Lagerung.

Wie weit riecht man Cannabis?

Eine feste Strecke in Metern gibt es nicht. Es kommt auf Menge, Verpackung, Reife der Pflanzen und Luftbewegung an. Wie weit riecht man Gras? Das lässt sich nicht pauschal beantworten.

Versuche zu echten Polizeifällen zeigen, wie schnell der Cannabis Geruch untergeht. Einen offenen Müllsack mit rund 2,3 Kilogramm Cannabis erkannten alle Testpersonen. Lag dasselbe Material verpackt im Kofferraum, nahmen sechs von neun Personen am Fahrerfenster nichts wahr. Mischte sich der Geruch einer Indoor-Anlage mit Dieselabgasen, konnte ihn niemand verlässlich erkennen. (8)

Auch die Verpackung spielt eine große Rolle. In einem Test mit 21 Personen wurde offenes oder locker verpacktes Cannabis sehr zuverlässig erkannt. Bei doppelt vakuumverschweißten Proben lag die Trefferquote dagegen auf Zufallsniveau. (9)

Dass der Cannabis Geruch bei offener Ware trotzdem schnell auffällt, liegt unter anderem an den Schwefelverbindungen: Die Nase nimmt sie schon in sehr kleinen Mengen wahr. (3)

Was rechtlich gilt, wenn der Geruch zu Nachbarn zieht, liest du in unserem Beitrag zu Rechten und Regelungen.

Kann man riechen, ob jemand gekifft hat?

Riechen lässt sich höchstens, dass Cannabis oder Cannabisrauch in der Nähe war. Ob jemand konsumiert hat oder berauscht ist, verrät der Gras Geruch nicht.

Der Grund: THC ist geruchlos. In einer Studie schätzten Teilnehmende die Stärke von Proben allein nach dem Geruch. Ihre Urteile hatten nichts mit dem gemessenen THC-Gehalt zu tun. (4)

Außerdem kommen die wichtigsten Duftstoffe auch anderswo vor. Das skunkartige 3-Methyl-2-buten-1-thiol kommt auch in Bier vor: Bei Lichteinwirkung entsteht es durch Photooxidation und verursacht den als „Lichtgeschmack“ bekannten Bierfehler. Die fruchtigen Thiole stecken auch in Passionsfrucht, Guave und Mango, Skatol und Indol in Jasmin und Orangenblüten. Hopfen, ein enger Verwandter von Cannabis, bildet viele derselben Stoffe. (3) Ein ähnlicher Geruch kann also ganz andere Quellen haben.

Selbst geübte Nasen liegen nicht immer richtig. Die Autoren der Polizeistudien halten es deshalb für fragwürdig, Aussagen über wahrgenommenen Geruch ungeprüft zu übernehmen. (8)

Warum manche Menschen glauben, ihr eigener Schweiß rieche nach Gras, erklären wir im Glossar Warum stinkt mein Schweiß nach Gras?

Fazit

Wie riecht Cannabis? Der Geruch entsteht aus Terpenen und winzigen Mengen schwefelhaltiger Stoffe. Welche davon überwiegen, hängt von Sorte, Trocknung und Lagerung ab. Wie riecht Gras also im Alltag? Je nach Sorte nach Zitrone, Kiefer, Diesel oder Heu. Über die Stärke einer Blüte verrät der Cannabis Geruch allerdings nichts.

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Medizinischer Disclaimer

Die Inhalte dieses Beitrags dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder Fragen zur Anwendung von Cannabis sollte immer ärztlicher Rat eingeholt werden.

Häufig gestellte Fragen

  • Den strengen, skunkartigen Ton liefern vor allem schwefelhaltige Stoffe. Die Nase nimmt sie schon in sehr geringen Mengen wahr.

  • Oft ja, wenn der Konsum kurz zurückliegt, denn Rauch von Gras oder Hasch riecht typisch. THC selbst ist geruchlos. Ein Beweis ist das also nicht: Der Geruch kann auch von Passivrauch oder Cannabis in der Nähe stammen. Es kann also nicht mit Sicherheit am Geruch festgestellt werden, ob jemand gekifft hat.

  • Der Cannabisgeruch ist nach aktuellem Stand nicht schädlich, es gibt keine Belege dafür. Der Geruch selbst macht auch nicht high. Beim Rauchen allerdings werden auch Schadstoffe freigesetzt.

  • Oft ja. CBD-Blüten bilden dieselben Terpene und Schwefelverbindungen wie THC-reiche Sorten. Der Geruch hängt nicht am Cannabinoid.

  • Am ähnlichsten riecht Hopfen. Er ist mit Cannabis verwandt und bildet viele derselben Duftstoffe, etwa Myrcen und schwefelhaltige Thiole.

  • Meist sind beim Trocknen oder Lagern viele flüchtige Duftstoffe verloren gegangen. Wie gut das Aroma erhalten bleibt, hängt von Trocknung, Fermentation und Lagerung ab.

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Quellen und Studien ansehen

  1. Oswald IWH et al. (2021): Identification of a New Family of Prenylated Volatile Sulfur Compounds in Cannabis. ACS Omega 6(47): 31667–31676
  2. Oswald IWH et al. (2023): Minor, Nonterpenoid Volatile Compounds Drive the Aroma Differences of Exotic Cannabis. ACS Omega 8(42): 39203–39216
  3. Tran TKL et al. (2025): The Plant of Many Scents: Unraveling the Odorant Composition of Selected CBD Hemp Cultivars. J Agric Food Chem 73(38): 24314–24325
  4. Gilbert AN, DiVerdi JA (2018): Consumer perceptions of strain differences in Cannabis aroma. PLOS ONE 13(2): e0192247
  5. Ross SA, ElSohly MA (1996): The Volatile Oil Composition of Fresh and Air-Dried Buds of Cannabis sativa. J Nat Prod 59(1): 49–51
  6. Booth JK, Page JE, Bohlmann J (2017): Terpene synthases from Cannabis sativa. PLOS ONE 12(3): e0173911
  7. Smith CJ et al. (2022): The phytochemical diversity of commercial Cannabis in the United States. PLOS ONE 17(5): e0267498
  8. Doty RL et al. (2004): Marijuana Odor Perception: Studies Modeled From Probable Cause Cases. Law Hum Behav 28(2): 223–233
  9. Gilbert AN, DiVerdi JA (2020): Human olfactory detection of packaged cannabis. Science & Justice 60(2): 169–172
  10. Deutsches Krebsforschungszentrum (2023): Cannabis und Rauchen: eine schädliche Verbindung
  11. Schwabe AL et al. (2022): Human olfactory discrimination of genetic variation within Cannabis strains. Front Psychol 13: 942694
  12. Wanas AS et al. (2020): Chemical Composition of Volatile Oils of Fresh and Air-Dried Buds of Cannabis Chemovars. Nat Prod Commun 15(5)

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