Keyfacts: Hasch im Vaporizer
- Haschisch lässt sich verdampfen, weil es dieselben Cannabinoide enthält wie Blüten.
- Vaporizer erhitzen Cannabis auf etwa 200 °C, Studien arbeiten meist mit 200 bis 230 °C.
- Eine eigene Studie zur idealen Temperatur für Haschisch gibt es bisher nicht.
- Viele Kräuter-Vaporizer kommen mit klebrigem Harz schlecht klar. Mit Blüten gemischt oder in einem passenden Einsatz klappt es besser.
- Verdampftes Cannabis wirkte in einer Studie bei gleicher Dosis stärker als gerauchtes.
- Nach dem Verdampfen von Hasch muss die Kammer öfter gereinigt werden.
Hasch im Joint ist ein Klassiker, Haschisch im Vaporizer dagegen für viele Neuland. Dabei spricht einiges fürs Verdampfen: Du verbrennst nichts, schmeckst mehr vom Aroma und kommst ohne Tabak aus. Ganz so einfach wie mit Blüten ist es allerdings nicht, denn Harz ist klebrig und verhält sich in der Kammer anders.
Hier erfährst du, ob jeder Hasch Vaporizer taugt, welche Temperatur sinnvoll ist, wie du Haschisch verdampfst, ohne dein Gerät zu verkleben, und worauf du bei der Wahl achten solltest. Was Haschisch überhaupt ist und welche Sorten es gibt, liest du in unserem großen Haschisch-Ratgeber.
Kann man Haschisch im Vaporizer verdampfen?
Ja. Haschisch ist das gepresste Harz der Cannabispflanze und enthält dieselben Cannabinoide und Terpene wie die Blüten, nur konzentrierter. Ein Vaporizer erhitzt das Material so weit, dass die Wirkstoffe verdampfen, ohne dass es verbrennt. Dabei wandelt er auch die unwirksamen Cannabinoidsäuren in aktives THC und CBD um. Diese Umwandlung, die Decarboxylierung, setzt erst bei über 180 °C richtig ein. (1)
In einer Laborstudie mit fünf Vaporizern wandelten die elektrisch beheizten Geräte mindestens 97 % des THC um. Im Dampf landeten je nach Gerät 55 bis 83 % des THC aus den Blüten. Nur bei einem gasbetriebenen Modell verbrannte das Cannabis teilweise. Diese Werte gelten für Blüten. Für Hasch im Vaporizer gibt es keine vergleichbare Messung, das Prinzip ist aber dasselbe.
Der Unterschied liegt in der Praxis. Harz wird beim Erhitzen weich und klebrig. Es kann das Sieb verstopfen, an den Wänden der Kammer hängen bleiben oder ungleichmäßig verdampfen. Viele Geräte sind ausdrücklich für Kräuter gebaut, nicht für Konzentrate. Deshalb kommt es auf die richtige Technik und das passende Gerät an.
Die richtige Temperatur für Haschisch im Vaporizer
Eine Studie, die gezielt die beste Temperatur für Hash in Vaporizer-Geräten untersucht, fehlt bisher, also bleibt nur der Blick auf Blüten. Dort arbeiten Vaporizer meist um 200 °C. Eine Arbeitsgruppe fand die höchste THC-Ausbeute bei gleichzeitig wenig Nebenprodukten bei 230 °C. Eine andere maß beim Volcano bei 226 °C, dass 36 bis 61 % des THC aus der Blüte im Dampf ankamen. (1)
Auch die Forschung mit reinem THC zeigt, worauf es ankommt. Beim Volcano ließ sich die Temperatur so einstellen, dass möglichst viel THC verdampfte, ohne dass Abbauprodukte wie CBN entstanden. Im Schnitt landeten etwa 54 % des eingefüllten THC im Ballon. (2)
Für die Praxis heißt das: Starte eher am unteren Ende, also um 200 °C, und erhöhe in kleinen Schritten. Niedrigere Temperaturen schonen das Aroma, höhere holen mehr Wirkstoff heraus. Wie viel Grad im Vaporizer bei Hash am besten passen, hängt auch von deinem Gerät ab. Die Angaben verschiedener Modelle sind nicht immer vergleichbar, weil manche die Temperatur am Heizelement messen und andere in der Kammer.
So verdampfst du Haschisch im Vaporizer
Damit Hasch im Vaporizer gut funktioniert, gibt es drei bewährte Wege.
Mit Blüten mischen
Der einfachste Weg ist ein Vaporizer für Gras und Hasch zugleich. Zerbrösel das Hasch in kleine Krümel und verteile sie über gemahlenen Blüten in der Kammer. Die Blüten nehmen das weiche Harz auf, das Sieb bleibt sauberer und der Dampf wird gleichmäßiger. Weiches Hasch lässt sich leichter zerkleinern, wenn du es vorher kurz in den Gefrierschrank legst.

Mit Pad
Manche Vaporizer haben Einlegepads aus Metallgewebe. Beim Hersteller Storz & Bickel sind diese Pads offiziell als Lückenfüller und Träger für sehr fein gemahlene Kräuter gedacht. (3) Einige Nutzer legen kleine Hasch-Krümel darauf, damit das Harz nicht direkt auf dem Sieb landet. Ob das bei deinem Gerät vorgesehen ist, steht in der Bedienungsanleitung.
Mit Konzentrat-Einsatz
Für Geräte, die auch Konzentrate verarbeiten, gibt es spezielle Einsätze, zum Beispiel kleine Schälchen aus Metall oder Keramik. Darin bleibt das Harz an einer Stelle, statt sich in der Kammer zu verteilen. Besonders weiches Hasch oder Konzentrate wie Bubble Hash und Rosin verdampfst du so am saubersten.
7 Tipps fürs Verdampfen von Hasch
- Nimm nur kleine Mengen, Hasch ist deutlich potenter als Blüten.
- Zerkleinere es so fein wie möglich, damit es gleichmäßig erhitzt wird.
- Fülle die Kammer nur locker, damit die Luft gut durchströmen kann.
- Warte, bis das Gerät seine Zieltemperatur erreicht hat, bevor du ziehst.
- Ziehe ruhig und gleichmäßig, statt kurz und hektisch.
- Rühre zwischendurch um, wenn dein Gerät das erlaubt.
- Reinige Sieb und Kammer nach jeder Hasch-Session zeitnah.
Viele der Grundregeln kennst du vielleicht schon vom Verdampfen anderer Pflanzen. Einen Überblick, was sich noch alles verdampfen lässt, findest du in unserem Beitrag Welche Kräuter kann man im Vaporizer verdampfen?
Welcher Vaporizer eignet sich für Haschisch?
Den einen besten Hasch Vaporizer gibt es nicht, und eine Bestenliste ohne eigenen Test wäre unseriös. Ein paar Merkmale helfen dir aber bei der Auswahl:
- Der Hersteller gibt an, dass sich das Gerät auch für Konzentrate oder Harz eignet.
- Die Temperatur lässt sich genau und in kleinen Schritten einstellen.
- Es gibt Zubehör wie Pads oder Konzentrat-Einsätze.
- Kammer und Sieb lassen sich leicht ausbauen und reinigen.
Ob ein Vaporizer für Hasch geeignet ist, verraten die Herstellerangaben, nicht die Werbung. Bei reinen Kräuter-Geräten bleibt dir, wie bereits erwähnt, meist nur die Misch-Methode. Ein paar Modelle stellen wir in unserem HIZEN Vaporizer Vergleich vor. Dort siehst du auch, welche Modelle Konzentrate verarbeiten.

Wirkung: Vaporizer oder Joint?
Was knallt mehr, Vaporizer oder Joint? Eine Studie der Johns Hopkins University hat genau das untersucht. 17 Erwachsene, die selten kiffen, inhalierten dieselbe Menge THC einmal geraucht und einmal verdampft. Verdampft wirkte das Cannabis stärker, und auch der THC-Spiegel im Blut stieg höher. (4)
Wie lange wirkt es? THC im Blut und Herzschlag erreichten innerhalb von 30 Minuten ihren Höchstwert und waren nach drei bis vier Stunden wieder auf dem Ausgangsniveau. Einzelne Effekte und Einschränkungen bei Konzentration und Reaktion hielten im Schnitt aber bis zu sechs Stunden an. (4) Auch hier ging es um Blüten. Bei Haschisch im Vaporizer solltest du deshalb erst recht vorsichtig dosieren, weil schon kleine Mengen viel Wirkstoff enthalten. Alle Vorteile im direkten Vergleich findest du unter Vaporizer vs Joint. Und wer Cannabis als Medizin nutzt, findet passende Geräte im Beitrag über medizinische Vaporizer.
Reinigung nach dem Verdampfen von Haschisch
Haschisch im Vaporizer hinterlässt deutlich mehr Rückstände als Blüten. Wenn du regelmäßig Hasch verdampfst, setzt sich das Sieb schneller zu, der Luftstrom wird schwächer und der Geschmack leidet. Reinige Sieb, Kammer und Mundstück deshalb öfter als gewohnt und möglichst, solange die Reste noch weich sind. Welche Reinigungsmittel du für welches Teil nehmen darfst, verrät dir der Hersteller. Allgemeine Tipps findest du in unserem Beitrag Vaporizer reinigen.
Fazit
Haschisch im Vaporizer klappt gut, wenn du dem klebrigen Harz eine Unterlage gibst: gemahlene Blüten, ein Pad oder einen Konzentrat-Einsatz. Bei der Temperatur bieten die Daten zu Blüten eine brauchbare Orientierung, ein Startwert um 200 °C schont das Aroma. Und weil verdampftes Cannabis stärker wirken kann als gerauchtes, lohnt sich eine kleine erste Portion.
Das könnte dich auch interessieren
- Cannabis vaporisieren: einfach und schnell
- Wie sieht gutes Hasch aus? Hervorragende Qualität erkennen
- Static Hash: Präzision und Reinheit
Medizinischer Disclaimer
Die Inhalte dieses Beitrags dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder Fragen zur Anwendung von Cannabis wende dich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.
Häufige Fragen zu Haschisch im Vaporizer
-
Eine eigene Studie zu Hasch gibt es nicht. Studien mit Blüten arbeiten meist mit 200 bis 230 °C. (1) Starte am besten um 200 °C und erhöhe in kleinen Schritten, bis der Dampf passt.
-
Ja, das ist sogar der einfachste Weg. Zerbrösel das Hasch fein und verteile es über gemahlenen Blüten. So verklebt das Sieb weniger und das Harz verdampft gleichmäßiger.
-
In einer Studie mit seltenen Konsumierenden wirkte verdampftes Cannabis bei gleicher THC-Menge stärker als gerauchtes, und der THC-Spiegel im Blut stieg höher. (4) Untersucht wurden allerdings Blüten, nicht Hasch.
-
Für Hasch gibt es keine eigenen Daten. Bei verdampften Blüten war der THC-Spiegel nach drei bis vier Stunden wieder auf dem Ausgangswert, einzelne Effekte hielten aber bis zu sechs Stunden an. (4)
-
Nicht unbedingt. Ein Pad oder ein Konzentrat-Einsatz hält das Harz vom Sieb fern und erleichtert die Reinigung. Mit der Misch-Methode klappt es auch ohne. Ob dein Gerät für Pads oder Konzentrate gedacht ist, steht in der Anleitung.
-
Am besten ein Gerät, das der Hersteller ausdrücklich auch für Konzentrate oder Harz freigibt. Wichtig sind außerdem eine genaue Temperaturregelung, passendes Zubehör und eine Kammer, die sich leicht reinigen lässt.
Quellen und Studien ansehen
- Lanz, C., Mattsson, J., Soydaner, U. & Brenneisen, R. (2016): Medicinal Cannabis: In Vitro Validation of Vaporizers for the Smoke-Free Inhalation of Cannabis. PLoS One 11(1)
- Hazekamp, A. et al. (2006): Evaluation of a vaporizing device (Volcano) for the pulmonary administration of tetrahydrocannabinol. Journal of Pharmaceutical Sciences 95(6)
- Storz & Bickel (Hersteller): Filling Pads for VOLCANO & PLENTY
- Spindle, T. R. et al. (2018): Acute Effects of Smoked and Vaporized Cannabis in Healthy Adults Who Infrequently Use Cannabis. JAMA Network Open 1(7)
