Ein kurioser Zufall hat im Landkreis Hildburghausen für einen großen Drogenfund gesorgt. Zwei Mitarbeiter eines Supermarktes in Themar bemerkten ein Problem im Stromnetz und entdeckten dabei eine riesige Cannabis Plantage. Jetzt sucht die Polizei nach den Betreibern dieser kriminellen Gärtnerei.
Stromklau führt zur Plantage
Die Geschichte begann recht unspektakulär: In einem Supermarkt traten am Montag Stromprobleme auf. Die Mitarbeiter machten sich auf die Suche nach der Ursache und stellten fest, dass die Hauptstromleitung angezapft wurde. Der Strom floss in eine nahegelegene Werkstatt – offensichtlich nicht für legale Zwecke.
Nachdem die Polizei alarmiert wurde, rückten die Beamten zusammen mit dem Vermieter des Gebäudes an. Was sie dort vorfanden, war beeindruckend: Eine professionelle Cannabis Plantage mit rund 500 Pflanzen und zehn Kilogramm bereits getrocknetem Gras.
Cannabis Plantage: hier waren Profis am Werk
Diese Cannabis Plantage war alles andere als ein Hobbyprojekt. Beleuchtungsanlagen, Bewässerungssysteme und eine durchdachte Belüftung sorgten für optimale Wachstumsbedingungen. Die Betreiber hatten offenbar ordentlich Know-how und wussten genau, was sie tun. Der Marktwert der Pflanzen und des geernteten Marihuanas wird auf einen fünfstelligen Betrag geschätzt.
Die Polizei geht davon aus, dass es sich um eine organisierte Aktion handelt. Solche großangelegten Plantagen werden oft von kriminellen Netzwerken betrieben, die den Schwarzmarkt mit Cannabis versorgen. Die Ernte von 500 Pflanzen reicht aus, um ordentlich Gewinn zu machen.
Ermittlungen laufen auf Hochtouren
Jetzt stellt sich die große Frage: Wer steckt hinter dieser Plantage? Die Polizei sucht nach den Tätern und befragt derzeit Zeugen. Auch der Vermieter des Gebäudes steht im Fokus der Ermittlungen. Bisher gibt es jedoch keine konkreten Hinweise darauf, wer die Werkstatt angemietet hat.
Interessant ist auch, dass die Betreiber ihre Stromrechnung offenbar auf kreative Weise gedrückt haben. Durch das illegale Abzapfen der Hauptstromleitung konnten sie sich vermutlich hohe Energiekosten sparen – ein beliebtes Vorgehen bei illegalen Plantagen, das aber auch erhebliche Risiken birgt.
Cannabis Anbau in Deutschland
Der Anbau von Cannabis ist in Deutschland in dieser Größenordnung verboten – es sei denn, er wird staatlich überwacht und dient medizinischen Zwecken. Wer ohne Lizenz Hanf anbaut, macht sich strafbar. Den Tätern drohen hohe Geldstrafen oder sogar mehrjährige Haftstrafen.
Wer sich selbst mit kontrolliertem und sicherem Gras versorgen möchte, hat seit der Cannabis Legalisierung im April 2024 die legale Möglichkeit, drei Cannabispflanzen für den Eigenbedarf anzubauen.
