10 Jahre Mary Jane: Berlin wird erneut zum Zentrum der Cannabiswelt

Die Mary Jane hat es wieder geschafft. Zum zehnjährigen Jubiläum wurde Berlin erneut zum Treffpunkt der internationalen Cannabisbranche. Mehr als 75.000 Besucher:innen strömten zwischen dem 11. und 14. Juni 2026 auf das Gelände der Messe Berlin am Funkturm. Damit meldeten die Veranstalter einen neuen Besucherrekord. Rund 700 Aussteller präsentierten ihre Produkte und Dienstleistungen auf einer auf insgesamt 87.000 Quadratmeter erweiterten Ausstellungsfläche.
Was vor zehn Jahren als vergleichsweise kleine Hanfmesse begann, hat sich längst zu einem internationalen Branchentreffen entwickelt. Die Mary Jane vereint heute Fachmesse, Konferenz und Festival auf einzigartige Weise und zieht Besucher:innen aus aller Welt an. Bereits 2016 startete die Messe mit rund 80 Ausstellern und etwa 8.000 Gästen. Die Entwicklung seitdem zeigt eindrucksvoll, wie rasant die Cannabisbranche gewachsen ist.
Der B2B-Tag bleibt das Herzstück für die Branche
Auch wenn die Besucherzahlen am Wochenende beeindruckend sind, bleibt für viele Branchenvertreter:innen der B2B-Tag das eigentliche Highlight der Veranstaltung.
Wer geschäftlich in der Cannabisbranche unterwegs ist, weiß den Donnerstag besonders zu schätzen. Noch bevor die Hallen von zehntausenden Besucher:innen geflutet werden, bietet sich die Möglichkeit, in Ruhe über die Messe zu laufen, neue Produkte zu entdecken, bestehende Kontakte zu pflegen und neue Partnerschaften anzubahnen.
Genau dieser Austausch macht die Mary Jane so wertvoll. Man trifft bekannte Gesichter aus der Branche, kann sich ohne Zeitdruck zusammensetzen und Gespräche führen, für die im hektischen Messealltag oft kaum Raum bleibt. Die Atmosphäre ist entspannt, professionell und gleichzeitig familiär.
Natürlich waren auch in diesem Jahr wieder die „üblichen Verdächtigen“ vertreten. Viele bekannte Unternehmen präsentierten sich mit großen Messeständen, Lounges und beeindruckenden Auftritten. Gleichzeitig fiel jedoch auf, dass einige Unternehmen, die in den vergangenen Jahren mit besonders großen Flächen vertreten waren, ihre Präsenz verkleinert hatten. Ein möglicher Grund dafür sind die hohen Standpreise. Gerade für kleinere Unternehmen, Start-ups und junge Marken kann die Teilnahme an einer Veranstaltung dieser Größenordnung schnell zur finanziellen Herausforderung werden. Das ist schade, denn Innovation entsteht häufig gerade dort, wo neue Ideen auf den Markt treffen.
Dennoch zeigte die Messe erneut ihre internationale Bedeutung. Aussteller aus Europa, Nordamerika, Asien und zahlreichen weiteren Regionen präsentierten Produkte und Konzepte. Die Vielfalt der vertretenen Unternehmen machte deutlich, wie global die Cannabisbranche mittlerweile geworden ist.
Spannende Konferenz mit starken Stimmen aus der Community
Neben den Messehallen bot auch die Konferenz wieder zahlreiche spannende Vorträge und Diskussionsrunden.
Besonders positiv in Erinnerung blieb mir das Panel von Storz & Bickel mit Growers Wife, Kevin Kämpferherz und Michael. Alle drei verbindet ihre Erfahrung als Cannabispatient:innen. Statt theoretischer Diskussionen standen persönliche Geschichten, Herausforderungen und Erfahrungen mit medizinischem Cannabis im Mittelpunkt.
Gerade solche Formate zeigen, warum die Mary Jane weit mehr als eine reine Verkaufsmesse ist. Hier geht es nicht nur um Produkte, sondern auch um Aufklärung, Sichtbarkeit und den Austausch von Erfahrungen. Viele Besucher:innen nutzten die Gelegenheit, um sich über medizinisches Cannabis, Therapien und die gesellschaftliche Entwicklung zu informieren.
Festivalstimmung mit Musik, Kultur und Side Events

Die Mary Jane versteht sich längst nicht mehr ausschließlich als Fachmesse. Parallel zur Ausstellung findet ein umfangreiches Festivalprogramm mit Musik, Live-Acts, Side Events und Aftershow-Veranstaltungen statt. Mehrere Bühnen, internationale Künstler:innen und zahlreiche Community-Events sorgen dafür, dass die Veranstaltung weit über die Hallen hinaus wirkt.
Zahlreiche bekannte Persönlichkeiten waren auch in diesem Jahr wieder unterwegs. Rapper Sido ließ sich unter anderem am Stand von Siggi’s Smoke blicken, während Mike Tyson nach seinem Besuch im vergangenen Jahr erneut vor Ort war. Der ehemalige Boxweltmeister, der längst selbst als Cannabisunternehmer aktiv ist, zeigte sich erneut entspannt und gönnte sich auf dem Gelände einen Joint. Doch auch der MMA Kämpfer FRÉDÉRIC VOSGRÖNE lies sich durch seine Kooperation mit DEMECAN wieder auf der Messe blicken. Er selbst nutzt medizinisches Cannabis.
Für besondere musikalische Stimmung sorgte vor allem Marteria, der mit einem energiegeladenen Auftritt eines der Festival-Highlights lieferte. Darüber hinaus standen unter anderem GReeeN, MAJAN, Marvin Game, Herzog, Antifuchs und Die P auf den Bühnen der Messe. Natürlich durfte auch Maaama Ganja nicht fehlen, die für viele Besucher:innen längst zu den festen Gesichtern der Community gehört. Die Mischung aus Musik, Kultur, Community und Cannabis machte einmal mehr deutlich, warum Cannabis heute weit mehr ist.
„Terp Up Your Life“ von Vince and Weed
Wer die Veranstaltung aus den vergangenen Jahren kennt, erinnert sich sicherlich an die Partys in kleineren Locations oder Social Clubs. Auch diese hatten ihren ganz eigenen Charme und sorgten für besondere Momente. Doch 2026 wurde noch einmal eine neue Dimension erreicht. Bereits die Wahl der Location machte deutlich, dass größer gedacht wurde: Statt eines vergleichsweise kleinen Clubs fand die Veranstaltung im Berliner Nachtleben-Institution Ritter Butzke statt, einem der bekanntesten Clubs der Hauptstadt, der normalerweise für seine Techno- und House-Nächte berühmt ist.
Die beeindruckende Kulisse, die weitläufigen Außenbereiche und die zahlreichen Floors boten den perfekten Rahmen für das Event. Entsprechend groß war der Andrang. Überall traf man bekannte Gesichter aus der Community, Branchenvertreter:innen und neue Kontakte. Die Besucherzahlen waren beeindruckend, die Stimmung außergewöhnlich und die Atmosphäre zugleich ausgelassen, herzlich und inspirierend. Es war einer dieser Abende, die noch einmal verdeutlichen, wie groß und lebendig die Cannabis-Community mittlerweile geworden ist.
Die Cannabisbranche wächs

Die diesjährige Mary Jane machte eines besonders deutlich: Die Cannabisbranche wächst weiterhin mit enormer Geschwindigkeit.
75.000 Besucher:innen, 700 Aussteller und eine kontinuierlich wachsende internationale Aufmerksamkeit sprechen eine deutliche Sprache. Immer mehr Menschen stehen offen zu ihrem Konsum. Gleichzeitig steigt das Interesse von Menschen, die sich informieren möchten oder bisher wenig Berührungspunkte mit Cannabis hatten.
Die Messe zeigte eindrucksvoll, dass Cannabis längst kein Nischenthema mehr ist. Es geht um Medizin, Landwirtschaft, Technologie, Lifestyle, Forschung, Nachhaltigkeit und Wirtschaft.
Umso schwerer nachvollziehbar erscheint es vielen Branchenvertreter:innen, dass politische Entscheidungsträger häufig noch zögern. Die Nachfrage ist vorhanden. Unternehmen investieren Millionenbeträge. Arbeitsplätze entstehen. Forschung und Innovation entwickeln sich weiter. Statt diese Entwicklung auszubremsen, könnten klare gesetzliche Regeln und Grenzen dazu beitragen, den Markt sicherer und wirtschaftlich erfolgreicher zu gestalten. Andere Länder zeigen bereits, welches Potenzial in einer modernen Cannabiswirtschaft steckt. Deutschland hat die Chance, dabei eine führende Rolle in Europa einzunehmen.
Mary Jane bleibt der wichtigste Treffpunkt der Branche
10 Jahre Mary Jane stehen sinnbildlich für die Entwicklung der gesamten Cannabisbranche. Aus einer vergleichsweise kleinen Hanfmesse ist innerhalb eines Jahrzehnts eine internationale Großveranstaltung geworden, die Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Community zusammenbringt. Die Rekordzahlen von 2026 zeigen eindrucksvoll, dass das Interesse an Cannabis ungebrochen ist. Der wertvolle B2B-Tag, spannende Konferenzen, hochkarätige Aussteller, starke Side Events und die einzigartige Atmosphäre machen die Veranstaltung Jahr für Jahr zu einem Pflichttermin.
10 Jahre Mary Jane bedeuten aber auch zehn Jahre Aufklärungsarbeit, Vernetzung und Sichtbarkeit. Wer in diesem Jahr durch die Hallen gelaufen ist, konnte spüren, wie groß diese Bewegung inzwischen geworden ist und das die Veranstalter aus den Fehlern der letzten Jahre gelernt haben.
Und wenn die Entwicklung der vergangenen Jahre eines gezeigt hat, dann dies: Die Cannabisbranche steht am Anfang ihrer Entwicklung. Mary Jane bleibt dabei einer der wichtigsten Orte, an denen diese Zukunft sichtbar wird.
