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Reveg Cannabis: bester Grow-Trick oder Risiko?

Reveg Cannabis - so holst du deine Pflanze zurück ins Leben.

Inhaltsverzeichnis

Benno der Grower

Benno Ambitionierter und erfahrener Grower mit ausgeprägter Experimentierfreude und dem Anspruch, stets die neusten Trends zu testen.

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Keyfacts – Reveg Cannabis

  • Reveg bedeutet, eine geerntete Cannabispflanze zurück in die Wachstumsphase zu bringen.
  • Die Methode ermöglicht es, einzigartige Genetik zu erhalten, wenn keine Stecklinge existieren.
  • Durch Anpassung von Licht und Nährstoffen wird die Pflanze erneut zum Austreiben angeregt.
  • Reveg spart Platz, Ressourcen und kann neue Stecklinge ohne Mutterpflanze liefern.
  • Ideal für erfahrene Grower, die besondere Pflanzen weiter kultivieren möchten.

Man lernt beim Cannabis Homegrow nie aus. Heute präsentieren wir eine neue interessante Technik, bei der eine bereits blühende oder fast geerntete Cannabispflanze wieder in die Wachstumsphase zurückgeführt wird. Was zunächst ungewöhnlich klingt, kann in bestimmten Situationen sehr sinnvoll sein. Beispielsweise wenn dich eine Pflanze besonders überzeugt hat und ihre Genetik erhalten werden soll. In diesem Artikel erfährst du, was Re-Vegging ist, wie es funktioniert, welche Vor- und Nachteile es gibt und wann sich der Aufwand wirklich lohnt.

Was ist Reveg Cannabis?

Normalerweise durchläuft Cannabis einen festen Lebenszyklus: Keimung, Wachstum, Blüte und Ernte. Beim Reveg Cannabis wird dieser Ablauf unterbrochen. Nach der Blüte wird die Pflanze nicht entsorgt, sondern durch veränderte Bedingungen wieder zum vegetativen Wachstum angeregt.

Das geschieht vor allem über den Lichtzyklus. Während in der Blüte meist 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit genutzt werden, benötigt die Pflanze für die Wachstumsphase längere Beleuchtung von 18/6 oder 20/4. Zusätzlich wird wieder auf Wachstumsdünger umgestellt. Das Ziel: neue Triebe bilden, die Pflanze regenerieren und sie weiter nutzen.

Warum machen Grower Reveg?

Der häufigste Grund ist der Erhalt einer besonderen Genetik. Manchmal zeigt erst in der Blüte eine Pflanze ihr volles Potenzial, beispielsweise durch starken Geruch, hohe Harzproduktion, gute Wirkung oder perfekten Wuchs. Wenn vorher keine Stecklinge genommen wurden, kann Reveg die letzte Möglichkeit sein, diese Pflanze zu behalten.

Weitere Gründe:

  • neue Stecklinge nach der Ernte schneiden
  • keine separate Mutterpflanze halten müssen
  • seltene oder teure Genetik sichern
  • erfolgreichen Phänotyp weiterverwenden
  • Saatgut sparen

Gerade im Homegrow mit wenig Platz kann das interessant sein.

Anleitung: So funktioniert Reveg Cannabis

Damit Reveg gelingt, sollte die Pflanze absolut gesund sein und nach der Ernte ausreichend Pflanzenmaterial besitzen. Und so gehst du vor:

Cannabis Reveg
Die Pflanze für Reveg vorbereiten, nach der Ernte.

1. Bei der Ernte nicht alles entfernen

Wenn Reveg geplant ist, sollten alle Buds, einige Blätter und Triebe am unteren Drittel der Pflanze bleiben. Komplett leer geerntete Pflanzen haben deutlich schlechtere Chancen.

2. Schnittwunden behandeln

Um der Pflanze etwas Gutes zu tun, kannst du die „Wunden“ mit Klebeband (sauber und steril) abdecken, damit keine Keime und Bakterien hineindringen.

3. Wurzeln behandeln 

Spüle die Wurzeln mit klarem Wasser, schneide kaputte Wurzeln weg und versorge sie mit stickstoffreichem Dünger. Mehr dazu, bei Punkt 6.

4. Umtopfen

Gönn deinen Pflanzen einen neuen Topf, neue frische Erde und den besten Dünger, damit sie wieder von vorne loslegen kann.

5. Licht auf Wachstum umstellen

Nach der Ernte wird der Lichtzyklus wieder auf Vegetationsmodus gesetzt:

18 Stunden Licht / 6 Stunden Dunkelheit
oder 20 Stunden Licht / 4 Stunden Dunkelheit

So erkennt die Pflanze, dass die Blüte vorbei ist.

6. Nährstoffe anpassen

Jetzt braucht die Pflanze wieder mehr Stickstoff und weniger Blütefokus. Wachstumsdünger nur vorsichtig einsetzen, da die Pflanze zunächst gestresst ist. Achte darauf, deine Pflanzen nicht zu Überwässern oder zu Überdüngen.

7. Geduld!

Reveg dauert. Neue Triebe erscheinen oft erst nach 2 bis 6 Wochen. Anfangs wachsen häufig seltsame, einblättrige oder verdrehte Blätter. Das ist normal.

8. Wachsen lassen

Sobald kräftige neue Triebe entstehen, kann die Pflanze trainiert oder als Mutterpflanze genutzt werden.

9. In die Blüte schicken 

Nach ein paar Wochen, wenn genug Triebe nachgewachsen sind, kannst du die Pflanze wieder in die Blüte schicken, indem du den Lichtrythmus wieder umstellst.

Ist das merkwürdige Wachstum normal?

Ja. Viele Grower sind beim ersten Versuch verunsichert, weil neue Blätter zunächst ungewöhnlich aussehen können:

  • einblättrig
  • deformiert
  • hellgrün
  • langsam wachsend

Nach einiger Zeit stabilisiert sich die Pflanze meist und bildet wieder normale Blätter mit mehreren Fingern.

Wann lohnt sich Reveg Cannabis?

Reveg ist kein Muss, sondern eher ein Spezialwerkzeug.

Sinnvoll, wenn:

  • Du eine besondere Pflanze gefunden hast, die mit ihrem Aroma, Wirkung oder dem Ertrag überzeugt.
  • Keine Stecklinge vorhanden sind
    Dann ist es oft die einzige Möglichkeit, die Genetik zu retten.
  • Wenig Platz vorhanden ist
    Wer keine Mutterpflanze dauerhaft halten kann, nutzt Reveg als Alternative.
  • Samen teuer oder selten sind
    Vor allem bei exklusiven Sorten interessant.

Weniger sinnvoll, wenn:

  • Genug Saatgut vorhanden ist
    Dann ist ein Neustart oft einfacher.
  • Die Pflanze krank oder stark geschwächt ist
    Gestresste Pflanzen reveggen schlechter.
  • Schnelligkeit wichtig ist
    Ein Steckling oder neuer Samenstart ist meist direkter.
  • Anfänger maximale Einfachheit suchen
    Dann sind klassische Stecklinge oft unkomplizierter.

Vorteile von Reveg Cannabis

Reveg Cannabis ist nicht DIE Methode für jede oder jeden. Ob sie für dich das Richtige ist, kannst du mit den Vor-und Nachteilen abwägen.

Die Methode hat einige echte Pluspunkte:

  • bewährte Genetik erhalten
  • neue Stecklinge nach der Ernte möglich
  • keine separate Mutterpflanze nötig
  • Saatgut sparen
  • spannend für experimentierfreudige Grower

Nachteile und Risiken

Doch natürlich gibt es auch klare Nachteile bei dieser Methode

  • dauert mehrere Wochen
  • nicht jede Pflanze schafft es
  • anfangs deformiertes Wachstum
  • höhere Stressbelastung
  • Fehler bei Gießen oder Düngen wirken schneller
  • oft langsamer als klassische Vermehrung

Kann man Re-Vegging Indoor und Outdoor anwenden?

Ja, Re-Vegging lässt sich sowohl Indoor als auch Outdoor erfolgreich umsetzen. Entscheidend ist, dass die Pflanze während der Regenerationsphase stabile Bedingungen erhält und ausreichend Zeit hat, um wieder ins vegetative Wachstum überzugehen.

Indoor
Im Indoor-Grow ist Re-Vegging deutlich einfacher, da Licht, Temperatur und Luftfeuchtigkeit gezielt gesteuert werden können. So lässt sich der Lichtzyklus präzise auf 18/6 oder 20/4 Stunden einstellen, was die Pflanze eindeutig in die Wachstumsphase zurückführt. Auch die Kontrolle über Nährstoffe und Wasserzufuhr ist konstanter, was die Erfolgschancen zusätzlich erhöht.

Outdoor
Im Outdoor-Grow ist Re-Vegging ebenfalls möglich, allerdings deutlich stärker von der Jahreszeit und der natürlichen Tageslänge abhängig. In Deutschland funktioniert die Methode meist nur im Frühjahr oder Frühsommer, wenn die Tage wieder länger werden und ausreichend Licht zur Verfügung steht. Bei warmen Temperaturen und einer gesunden Pflanze kann auch hier eine erfolgreiche Regeneration gelingen – sie braucht jedoch mehr Zeit und etwas Glück mit dem Wetter.

Ehrliche Einschätzung: Lohnt sich Reveg?

Für viele Hobbygrower ist Reveg interessant, aber nicht notwendig. Wer regelmäßig Stecklinge schneidet oder genug Samen besitzt, braucht diese Technik oft nicht. Anders sieht es aus, wenn du plötzlich eine außergewöhnlich gute Pflanze im Zelt stehen hast und keine Klone existieren. Dann kann Reveg extrem wertvoll sein.

Kurz gesagt:

  • Ja, wenn du eine Top-Genetik retten willst
  • Vielleicht, wenn du experimentieren möchtest
  • Eher nein, wenn du einfach und schnell anbauen willst

Tipps für mehr Erfolg beim Re-Vegging

Cannabisblüten
Vermehre deinen Lieblingsstrain

Wenn du Re-Vegging ausprobieren möchtest, kommt es besonders auf Geduld und sorgfältiges Arbeiten an. Jede Pflanze reagiert unterschiedlich, daher lohnt sich ein behutsames Vorgehen und eine gute Beobachtung der Entwicklung.

Für ein erfolgreiches Re-Vegging solltest du beachten:

  • Verwende nur gesunde und kräftige Pflanzen, die nach der Ernte vital genug sind, um erneut auszutreiben.
  • Lasse beim Ernten ausreichend Pflanzenmaterial stehen. Kleine Blütenreste, Blätter und untere Triebe sollten an der Pflanze verbleiben, damit der neue Austrieb gelingt.
  • Stelle den Lichtzyklus sofort wieder auf Wachstumsbedingungen um.
  • Gieße und dünge nur moderat, um die gestresste Pflanze nicht zusätzlich zu überfordern.
  • Vermeide starke Temperaturschwankungen und unnötigen Stress, damit sich die Pflanze gut erholen kann.
  • Habe Geduld. Neue Triebe erscheinen oft erst nach einigen Wochen, wachsen dann aber zunehmend stabil und kräftig nach.

Fazit

Reveg Cannabis ist eine clevere Möglichkeit, eine Pflanze nach der Blüte wieder in die Wachstumsphase zu bringen. Besonders dann, wenn eine Pflanze außergewöhnlich überzeugt hat und keine Stecklinge existieren, kann sich die Methode lohnen. Für Anfänger ist Reveg spannend, aber nicht zwingend nötig. Wer möglichst unkompliziert growen möchte, fährt mit Stecklingen meist einfacher. Wer jedoch besondere Genetik sichern will, sollte Re-Vegging kennen.

FAQs Cannabis Reveg

  • Meist zwischen 2 und 6 Wochen, bis wieder stabiles Wachstum einsetzt.

  • Nein. Gesunde Pflanzen mit genügend Restmaterial haben deutlich bessere Chancen.

  • Meist nicht. Stecklinge sind einfacher und schneller. Reveg ist eher eine Speziallösung.

  • Nicht automatisch. Bei guter Pflege bleibt die Genetik grundsätzlich erhalten.

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