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Cannabis gegen Krebs, vor allem gegen Hautkrebs, zeigt eine neue Studie. Hier ist eine Hand mit einem Herz aus Creme zu sehen.
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Cannabis gegen Krebs: Neue Studie zeigt vielversprechende Ergebnisse

Inhaltsverzeichnis

Mila Grün

Mila Grün Chefredakteurin der cannabib

Die medizinische Forschung untersucht zunehmend die potenziellen Vorteile von Cannabis und seinen Wirkstoffen in der Krebstherapie. Aktuelle Studien deuten darauf hin, dass Cannabis gegen Krebs hilfreich eingesetzt werden könnte. Vor allem bestimmte Cannabisextrakte können das Wachstum von Krebszellen hemmen und deren Absterben fördern. Doch wie viel Potenzial steckt wirklich dahinter? Ein Überblick über die aktuelle Studie und weitere.

die neue Studie: Cannabisextrakt in der Krebstherapie

Eine besonders interessante neue Studie der Charles Darwin University und des Royal Melbourne Institute of Technology hat den Cannabisextrakt PHEC-66 genauer untersucht. Dieser spezielle Extrakt besteht vor allem aus Cannabidiol (CBD), einem der wichtigsten Wirkstoffe von Cannabis. Die Wissenschaftler führten Tests im Labor durch und entdeckten dabei etwas Erstaunliches: PHEC-66 zeigte eine deutliche Wirkung gegen bestimmte Arten von Hautkrebszellen, den sogenannten Melanomzellen.

Konkret hemmte der Extrakt das Wachstum der drei Melanomzelllinien MM418-C1, MM329 und MM96L. Das bedeutet, dass die Krebszellen sich nicht mehr so schnell vermehren konnten. Noch wichtiger ist aber, dass PHEC-66 den natürlichen Zelltod dieser Krebszellen auslöste – ein Prozess, den man in der Medizin als Apoptose bezeichnet.

Die Forscher fanden heraus, dass der Extrakt mit speziellen Rezeptoren auf der Oberfläche der Krebszellen interagierte, den CB1- und CB2-Rezeptoren. Diese Rezeptoren sind Teil des körpereigenen Endocannabinoid-Systems, das viele Prozesse im Körper reguliert, darunter auch das Zellwachstum und die Zellgesundheit. Durch diese Interaktion wurde eine Kettenreaktion ausgelöst, die letztlich dazu führte, dass die Krebszellen abstarben.

Allerdings betonten die Wissenschaftler auch, dass die Ergebnisse bisher nur aus Laborversuchen stammen. Bevor PHEC-66 als mögliche Therapie bei Hautkrebs in der Praxis eingesetzt werden kann, sind noch weitere präklinische Studien notwendig. Eine der größten Herausforderungen besteht darin, herauszufinden, wie der Extrakt gezielt an die Krebszellen im menschlichen Körper geliefert werden kann, ohne dabei gesundes Gewebe zu schädigen. Die genaue Dosierung, Verabreichungsform und eventuelle Nebenwirkungen müssen ebenfalls noch untersucht werden.

Weitere Studien zu Cannabis gegen Krebs

CBN TropfenNeben der PHEC-66-Studie gibt es zahlreiche andere Untersuchungen, die die krebshemmenden Eigenschaften von Cannabinoiden – den aktiven Verbindungen in Cannabis – unter die Lupe genommen haben. Hier einige wichtige Ergebnisse:

  • Tumorwachstumshemmung: Eine Studie der University of East Anglia in Großbritannien zeigte, dass THC, einer der Hauptwirkstoffe in Cannabis, das Wachstum von Krebszellen in Labormodellen verlangsamen kann. Die Wirkung wurde durch die Aktivierung von Cannabinoidrezeptoren in den Tumorzellen erzielt.
  • Reduktion der Metastasierung: Forscher der Complutense-Universität Madrid fanden heraus, dass Cannabinoide die Metastasierung, also die Ausbreitung von Krebszellen im Körper, verringern können. Diese Ergebnisse wurden in verschiedenen Krebsarten wie Brust- und Lungenkrebs beobachtet.

Cannabis als unterstützende Krebstherapie

Neben den direkten krebshemmenden Effekten werden Cannabinoide auch in der unterstützenden Krebstherapie eingesetzt. Cannabinoide, vor allem THC, sind wirksam gegen Übelkeit und Erbrechen, die durch Chemotherapie verursacht werden. Dies ist besonders bei Patienten und Patientinnen relevant, bei denen herkömmliche Medikamente nicht ausreichend wirken oder zu starke Nebenwirkungen verursachen.

Risiken und Nebenwirkungen: Was muss beachtet werden?

Trotz der vielversprechenden Ergebnisse ist Vorsicht geboten. Daher ist es wichtig, zwischen den potenziellen therapeutischen Wirkungen von isolierten Cannabinoiden und den Risiken vor allem des Rauchens von Cannabis zu unterscheiden. Es gibt in jedem fall gesündere Wege um Cannabis zu konsumieren, z.B. durch einen Vaporizer. Doch das muss immer mit dem behandeltem Art oder der Ärztin besprochen werden.

Der Konsum von Cannabis in seiner pflanzlichen Form ist nicht mit den medizinischen Anwendungen von isolierten Cannabinoiden zu vergleichen. Während medizinisches Cannabis in kontrollierten Dosen verabreicht wird, birgt der unkontrollierte Konsum von Cannabis eventuelle Risiken und Nebenwirkungen.

Fazit: Cannabis gegen Krebs – Ein Blick in die Zukunft

Die aktuellen Forschungsergebnisse eröffnen neue Perspektiven in der Krebsbehandlung. Insbesondere die Fähigkeit bestimmter Cannabisextrakte, das Wachstum von Krebszellen zu hemmen und deren Absterben zu fördern, könnte in Zukunft eine ergänzende Therapieoption darstellen.

Dennoch sind weitere Studien erforderlich, um die Sicherheit, Wirksamkeit und optimale Anwendung dieser Substanzen in der klinischen Praxis zu gewährleisten. Besonders die Entwicklung von Methoden zur gezielten Verabreichung der Wirkstoffe an Tumorzellen könnte den Durchbruch bringen.

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Quellen chip.de, https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4791144/, https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC3579246/

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