Weiter zum Inhalt
Cannabib
Deine Plattform für Wissen rund um Cannabis! Seriös. Informativ. Ganzhightlich.

cannabib.de - Deine Plattform für Wissen rund um Cannabis!

Jugendliche sitzen auf einer Mauer und lesen
Cannabib Schlagzeilen

Zu wenig Suchtprävention nach der Entkriminalisierung

Inhaltsverzeichnis

Mila Grün

Mila Grün Chefredakteurin der cannabib

Bis April war der Cannabiskonsum eine strafbare Handlung, die oft ernste rechtliche Konsequenzen nach sich zog. Für Jugendliche zog das harte Strafen und auch Jugendarrest mit sich. Richter und Richterinnen hatten aber auch die Möglichkeit, die Jugendlichen in ein Aufklärungs- und Suchtpräventionsprogramm zu schicken, anstatt sie zu bestrafen. Dort wurden sie über Drogen und gefährliches Suchtverhalten aufgeklärt. Doch seit der Entkriminalisierung im April haben sich die Rahmenbedingungen geändert, was sowohl positive als auch problematische Auswirkungen auf die Suchtprävention hat.

Das FreD-Programm: Eine wichtige Stütze in der Prävention

Ein zentraler Baustein in der Prävention war das FreD-Programm der Caritas in Main-Spessart. Seit 2008 half dieses Programm jungen Menschen, die wegen Cannabiskonsums auffällig wurden, über ihr Verhalten nachzudenken und sie aufzuklären. In der Vergangenheit war FreD für viele Jugendliche verpflichtend, da Gerichte oft die Teilnahme an diesem Kurs anordneten. Doch seit der Entkriminalisierung ist die Zahl der Teilnehmer drastisch gesunken, da es keine gerichtliche Auflage mehr gibt, den Kurs zu besuchen.

Trotz der Entkriminalisierung bleibt der Bedarf an Suchtberatung bestehen. Besonders besorgniserregend ist, dass es für Jugendliche bisher keine spezielle Suchtberatung gibt. Die Berater der Caritas dürfen nur Erwachsene unterstützen, und bisherige Versuche, eine dauerhafte Finanzierung für eine Jugend-Suchtberatung zu finden, sind gescheitert. Das FreD-Programm kann nur dank Bundesmitteln angeboten werden, doch dies allein reicht nicht aus, um den Bedarf zu decken.

Angesichts dieser Herausforderungen plant die Caritas ein Treffen mit verschiedenen Institutionen Ende September, um neue Strategien zu entwickeln. Außerdem soll im Oktober der erste FreD-Kurs in diesem Jahr stattfinden. Es bleibt abzuwarten, wie die Prävention und Suchtberatung in Zukunft organisiert und finanziert werden kann, um Jugendlichen weiterhin die notwendige Unterstützung zu bieten.

Prävention bleibt entscheidend

Obwohl die Legalisierung von Cannabis grundsätzlich in jedem Fall etwas Positives ist, ist es wichtig, dass gut funktionierende Präventionsprogramme weiterhin angeboten werden. Junge Menschen müssen über die Risiken des Drogenkonsums aufgeklärt werden und rechtzeitig Hilfe erhalten, um langfristige Probleme zu vermeiden. Dabei ist eine angepasste Aufklärung, die Jugendliche abholt und keine Angst und Druck auslöst, unerlässlich.

Unterstütze unsere Arbeit und teile diesen Beitrag

Weitere News

Täglich brandaktuelle News, rund um dein Lieblingsthema.