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wird es bald ein Verbot von medizinischen Cannabisblüten geben, wie hier eine zu sehen ist?
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Verbot von Medizinischen Cannabisblüten: Fachverbände schlagen Alarm

Inhaltsverzeichnis

Mila Grün

Mila Grün Chefredakteurin der cannabib

Die Diskussion um die Zukunft der Cannabistherapie in Deutschland ist im vollen Gange. Der neue Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Prof. Dr. Hendrik Streeck, und die CDU-Politikerin Elisabeth Warken haben angekündigt, die Telemedizin und die Verordnung von medizinischen Cannabisblüten zu reformieren.

Während Streeck die Blüten als unpräzise, riskant und überholt darstellt, sprechen sich Fachverbände gemeinsam in einer Stellungnahme gegen dieses Vorhaben aus. Sie betonen, dass die Blüten einen unverzichtbaren Bestandteil moderner Cannabistherapie darstellen.

Medizinische Cannabisblüten als unverzichtbare Therapieoption

Die geplanten Reformen sehen vor, den Zugang zu medizinischen Cannabisblüten massiv einzuschränken. Streeck argumentiert mit schwankendem THC-Gehalt, Lungenrisiken und einem angeblich erhöhten Krebsrisiko. Stattdessen will er Patient:innen auf Kapseln oder Tropfen verweisen. Gemeinsam mit Warken plädiert er zudem dafür, die Telemedizin einzuschränken und ein Versandverbot für medizinisches Cannabis festzulegen. Ein Rückschritt, der gerade für chronisch Kranke mit eingeschränkter Mobilität gravierende Folgen hätte.

Doch die Fachverbände halten dagegen: Schon die Einführung des Medizinalcannabisgesetzes 2017 hatte das Ziel, Blüten in der Therapie verfügbar zu machen. Die begleitende Auswertung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zeigt klar, dass Blüten wirksamer, verträglicher und besser geeignet sind, um die Lebensqualität der Patient:innen zu verbessern, als viele alternative Präparate.

Fachverbände schlagen Alarm

Das Medizinalcannabis-Verbändebündnis, bestehend aus Fachverbänden von Ärzt:innen, Apotheker:innen, Patient:innen und der pharmazeutischen Industrie, hat eine gemeinsame Stellungnahme veröffentlicht und führt darin an:

  • Das Medizinalcannabisgesetz von 2017 wurde mit dem Ziel verabschiedet, die Verschreibungsfähigkeit von Blüten zu sichern. Eine Begleitstudie bestätigte ihre Wirksamkeit und Verträglichkeit.
  • Patient:innen profitieren von einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität und weniger Therapieabbrüchen im Vergleich zu anderen Präparaten.
  • Cannabisblüten können den Bedarf an starken Schmerzmitteln wie Opioiden um bis zu 50 % reduzieren.
  • Die Inhalation per Vaporisator sorgt für schnellen Wirkungseintritt und eine präzise Dosierung und ist damit unverzichtbar bei akuten Schmerzen oder Spastiken.
  • Orale Medikamente (Kapseln, Tropfen) wirken langsamer, haben eine geringere Bioverfügbarkeit und sind nicht für jede Symptomatik geeignet.
  • Ein Verbot würde viele Betroffene zurück in die Selbstversorgung mit illegalem Cannabis zwingen.

Die Fachverbände fordern daher Investitionen in Forschung und standardisierte Präparate statt pauschaler Einschränkungen.

Mehr Sicherheit durch moderne Technologien

eine Tasse mit Cannabisblüten, einem Joint und einem Feuerzeug Streecks Kritik am Rauchen von Joints ist nachvollziehbar, doch darum geht es hier gar nicht. Niemand bestreitet, dass Tabakmischungen und unkontrolliertes Rauchen gesundheitsschädlich sind. Aber die Fachverbände verweisen zu Recht auf Vaporisatoren: Als zugelassene Medizinprodukte bieten sie eine sichere, validierte und schadstoffarme Applikation.

Anstatt also ein Verbot durchzusetzen, wäre es viel sinnvoller, die Forschung an standardisierten inhalativen Präparaten zu fördern und Patient:innen den Zugang zu geprüften Geräten zu erleichtern.

Gefahr für Patient:innenrechte

Die Vorschläge von Streeck und Warken laufen auf eine massive Einschränkung der Therapiefreiheit hinaus. Denn nicht die Politik, sondern die behandelnden Ärzt:innen sollten entscheiden, welches Präparat bei welcher Symptomatik sinnvoll ist. Jede Erkrankung, jede Situation ist individuell und deshalb muss die gesamte Bandbreite an Therapiemöglichkeiten verfügbar bleiben.

Ein pauschales Verbot wäre ein Schlag für diejenigen, die seit Jahren erfolgreich und ärztlich begleitet mit medizinischen Cannabisblüten behandelt werden. Statt Fortschritt im Sinne der Patient:innen droht ein Rückfall in alte Zeiten, als Betroffene auf illegale Quellen angewiesen waren.

Die Fachverbände betonen außerdem die Notwendigkeit, zwischen Medizinal- und Freizeitcannabis klar zu unterscheiden. Missbrauch muss verhindert werden, aber nicht auf Kosten der Patient:innen

Fazit: Patient:innen brauchen Sicherheit statt Einschränkungen

Die Debatte um die Zukunft von medizinischen Cannabisblüten zeigt, wie groß die Kluft zwischen politischer Wahrnehmung und realer Patientenversorgung ist. Während Streeck und Warken von „Sicherheit“ sprechen, sehen Fachverbände und Betroffene ihre Therapiefreiheit akut bedroht.

Eines ist klar: Ein Verbot von Cannabisblüten würde nicht nur medizinisch sinnvolle Therapien zerstören, sondern auch viele Patient:innen zurück in illegale Strukturen treiben. Was es stattdessen braucht, sind mehr Forschung, bessere Standards und der Wille, Patient:innen in den Mittelpunkt zu stellen.

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