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Schmuggelnde Mönche in Sri Lanka am Flughafen entdeckt
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Schmuggelnde Mönche: 110 Kilo Cannabis am Flughafen Colombo sichergestellt

Inhaltsverzeichnis

Mila Grün

Mila Grün Chefredakteurin der cannabib

Schmuggelnde Mönche in Sri Lanke entdeckt

Am internationalen Flughafen von Colombo kam es Ende April 2026 zu einer Festnahme, die weltweit für Schlagzeilen sorgte. 22 buddhistische Mönche wurden vom Zoll aufgegriffen, weil sie insgesamt 110 Kilogramm der potenten Cannabissorte Kush in ihrem Gepäck versteckt hatten. Ein Fall, der nicht nur wegen der Menge bemerkenswert ist, sondern auch wegen der ungewöhnlichen Kuriere.

Was genau ist am Flughafen passiert?

Hindu Kush
Hindu Kush

Die Mönche kehrten gerade von einem viertägigen Aufenthalt in Thailand zurück, als der Zoll sie kontrollierte. Bei der Durchsuchung fanden die Beamten bei jedem der 22 Männer etwa fünf Kilogramm Kush. Das Cannabis war professionell unter doppelten Böden in den Koffern versteckt worden. Laut Zollangaben handelte es sich um die größte Menge dieser Cannabissorte, die jemals an dem Flughafen nahe der Hauptstadt Colombo sichergestellt wurde.

Die Mönche stammten aus buddhistischen Einrichtungen im ganzen Land. Organisiert hatte den Trip offenbar ein Geschäftsmann, der die Reisekosten übernommen hatte. Ob die Männer wussten, was sie transportierten, oder selbst getäuscht wurden, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Noch am Tag der Festnahme wurden sie einem Haftrichter vorgeführt.

Kein Einzelfall: Ein Brite mit 46 Kilo Kush

Der Flughafen Colombo scheint sich zu einem Hotspot für Cannabisschmuggel aus Thailand zu entwickeln. Bereits im Mai 2025 wurde dort ein 21 Jahre alter Brite festgenommen. Auch er kam mit einem Flug aus Thailand und hatte 46 Kilogramm Kush im Gepäck versteckt. Der junge Mann behauptete, nichts von den Drogen gewusst zu haben. Ob das stimmte, blieb zweifelhaft. Klar ist jedoch, dass die Route Thailand nach Sri Lanka offenbar gezielt für den Schmuggel genutzt wird. Schmuggelnde Mönche sind wohl Teil eines größeren Musters.

Warum Kush?

Bei dem geschmuggelten Cannabis handelte es sich laut Zollangaben um Kush. Dieser Begriff kann jedoch mehrere Bedeutungen haben. Traditionell bezeichnet Kush eine Gruppe hochwertiger Indica-Sorten aus der Hindukusch-Region zwischen Afghanistan und Pakistan. Diese Varianten sind für ihre starke, entspannende Wirkung und ihr erdiges Aroma bekannt. Allerdings kann es sich auch um eine Sorte handeln, die einfach als Kush bezeichnet wird oder um ein synthetisches Cannabinoid, das auf Pflanzenmaterial gesprüht werden. Diese Variante ist deutlich gefährlicher und wird in manchen Medienberichten auch als „Zombie-Droge“ bezeichnet. Was genau die schmuggelnden Mönche transportiert haben, geht aus den offiziellen Angaben nicht eindeutig hervor.

Klar ist jedoch: Die Ware hat einen erheblichen Schwarzmarktwert. Die 110 Kilogramm der Mönche dürften mehrere Millionen wert sein. Für die Hintermänner ein lohnendes Geschäft, für die Kuriere ein enormes Risiko mit der Aussicht auf jahrelange Haft. Thailand hat seine Cannabisgesetze in den letzten Jahren gelockert, was den Zugang zu verschiedenen Sorten erleichtert hat. Von dort wird das Produkt offenbar gezielt in Länder mit strengerer Gesetzgebung transportiert. Sri Lanka scheint dabei zu einem beliebten Zwischenziel geworden zu sein.

Der Grund für den Schmuggel ist noch unklar

Buddhistische Mönche genießen in Sri Lanka hohes Ansehen. Sie leben traditionell bescheiden und widmen sich spirituellen Praktiken. Genau dieser Ruf könnte sie für Schmuggler attraktiv gemacht haben. Wer würde schon einen Mönch in Robe verdächtigen, kiloweise Cannabis zu transportieren?

Die überwiegend jungen Männer wurden möglicherweise gezielt angeworben. Ein bezahlter Kurztrip nach Thailand klingt verlockend, besonders wenn man aus einfachen Verhältnissen kommt. Ob finanzielle Anreize eine Rolle spielten oder die Mönche unter Druck gesetzt wurden, werden die Ermittlungen zeigen müssen. Fest steht: Für die Hintermänner waren die Ordensträger offenbar das perfekte Tarnmittel.

Traditionelle Klöster und die Haltung zu Rauschmitteln

Im Theravada Buddhismus, der in Sri Lanka dominiert, ist der Konsum von Rauschmitteln klar verboten. Das fünfte der fünf Silas untersagt ausdrücklich die Einnahme berauschender Substanzen. Für Mönche gelten zusätzlich die strengen Regeln des Vinaya, des klösterlichen Regelwerks mit über 200 Vorschriften. Drogenkonsum oder gar Drogenhandel würde einen schweren Verstoß darstellen und zum Ausschluss aus dem Orden führen.

In den traditionellen Klöstern Sri Lankas hat Cannabis also keinen Platz. Anders als etwa bei bestimmten hinduistischen Sadhus in Indien, die Bhang rituell verwenden, gibt es im sri-lankischen Buddhismus keine Tradition des spirituellen Cannabisgebrauchs. Schmuggelnden Mönche verstoßen mit ihrem Verhalten gegen fundamentale Grundsätze ihrer Religion, falls sie vorhatten, die Drogen zu konsumieren. Andererseits besagt der vierte Silas, dass sie nicht lügen dürfen. Ist ein Schmuggel nicht auch eine Art Lüge?

Die allgemeine Cannabisgesetzgebung in Sri Lanka

Golden Tempel Sri LankaDie rechtliche Lage in Sri Lanka ist klar: Der Freizeitkonsum von Cannabis ist illegal und wird strafrechtlich verfolgt. Bei kleineren Mengen unter fünf Kilogramm drohen Geldstrafen oder kurze Haftstrafen. Größere Mengen werden als schweres Vergehen behandelt und können zu langen Gefängnisstrafen führen. Die 110 Kilogramm der schmuggelnden Mönche fallen eindeutig in diese Kategorie.

Medizinisches Cannabis ist jedoch legal, allerdings nur im Rahmen der traditionellen Ayurveda Medizin. Rund 16.000 lizenzierte ayurvedische Ärzte dürfen cannabishaltige Präparate herstellen und verkaufen. Die Inhaltsstoffe müssen von der staatlichen Ayurvedic Drugs Corporation stammen. Cannabis hat in der ayurvedischen Heilkunde Sri Lankas eine jahrhundertealte Tradition. Historische Texte aus dem vierten Jahrhundert erwähnen bereits den medizinischen Nutzen der Pflanze.

2017 kündigte die Regierung an, etwa 40 Hektar für den legalen Anbau freizugeben. Das Ziel: bessere Versorgung für Ayurveda Zwecke und möglicherweise Export. Bisher mussten Heiler oft auf beschlagnahmtes Material der Polizei zurückgreifen, das häufig alt und minderwertig war.
Eine Legalisierung für den Freizeitgebrauch ist jedoch nicht in Sicht. Religiöse Führer, ironischerweise gerade buddhistische Mönche, haben sich öffentlich dagegen ausgesprochen. Der aktuelle Skandal um die schmuggelnden Mönche dürfte diese Position eher noch verstärken.

Fazit

Der Fall der schmuggelnden buddhistischen Mönche am Flughafen Colombo zeigt eindrücklich, wie kreativ Schmugglernetzwerke vorgehen. Die Wahl der Kuriere war bestimmt kein Zufall. Mönche genießen Vertrauen und werden seltener kontrolliert. Genau das machte sie zum perfekten Werkzeug für die Hintermänner. Für die Ermittler bleibt die Frage, wie tief die Strukturen reichen und ob weitere Fälle folgen werden. Eines steht fest: Die Schmuggelroute Thailand nach Sri Lanka ist kein Einzelphänomen. Der Zoll am Flughafen Colombo dürfte künftig genauer hinschauen. Auch bei Reisenden in Roben.

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