Keyfacts zu Cannabis Anbauvereinigungen Deutschland
- Bundesweit sind mehr als 400 Cannabis Anbauvereinigungen offiziell genehmigt
- Insgesamt liegen den Behörden 864 Anträge zur Bearbeitung vor
- Nur rund 86 der genehmigten Vereinigungen geben aktuell tatsächlich Cannabis an ihre Mitglieder aus
- Niedersachsen führt mit der höchsten Genehmigungsquote je Einwohner
- Bayern bildet mit nur neun genehmigten Vereinigungen das Schlusslicht
- Der Deutsche Hanfverband veröffentlichte 2026 erstmals eine bundesweite Gesamtübersicht (1) (2) (3)
Die Zahl der Anbauvereine hier in Deutschland wächst. Ja, sie wächst. Zwar langsam aber doch in eine positive Richtung. Über 400 Vereinigungen haben mittlerweile eine behördliche Genehmigung, weitere 864 Anträge warten auf Bearbeitung. Wer allerdings glaubt, dass jede genehmigte Vereinigung auch schon Cannabis ausgibt, irrt: Ein Großteil der Clubs steckt noch im Aufbau.
Dieser Beitrag zeigt den aktuellen Stand der Cannabis Anbauvereinigungen in Deutschland, erklärt die Unterschiede zwischen den Bundesländern und ordnet ein, warum viele Genehmigungen bisher nur auf dem Papier existieren.
Kurzübersicht: In Deutschland sind Stand Juli 2026 über 400 Cannabis Anbauvereinigungen genehmigt, aber nur etwa 86 davon versorgen ihre Mitglieder bereits aktiv mit Cannabis. Die restlichen Clubs scheitern bislang meist an baurechtlichen Hürden.
Wie viele Cannabis Anbauvereinigungen gibt es aktuell in Deutschland?
Aktuell zählt der Deutsche Hanfverband bundesweit über 400 genehmigte Anbauvereinigungen. Diese Zahl ist eine Momentaufnahme, denn zusätzlich liegen 864 Anträge bei den zuständigen Landesbehörden vor. Vor 2026 war eine bundesweite Übersicht kaum möglich, weil viele Länder ihre Daten nicht veröffentlichten. Erst mit der DHV Liste gibt es erstmals eine zusammengeführte Darstellung für ganz Deutschland.
Warum sind viele genehmigte Clubs noch nicht aktiv?
Eine Genehmigung bedeutet nicht automatisch, dass ein Club Cannabis anbaut oder ausgibt. Von den über 400 zugelassenen Vereinigungen sind derzeit nur rund 86 tatsächlich in der Ausgabe aktiv. Häufigster Grund für die Verzögerung sind baurechtliche Auflagen: Anbauräume müssen bestimmte Sicherheits- und Lüftungsstandards erfüllen, und viele Clubs finden erst nach der Genehmigung ein geeignetes Objekt. Auch die Suche nach Fachpersonal für den Anbau verzögert den Start in manchen Regionen zusätzlich. Für Cannabis Clubs gibt es hier in Deutschland wirklich einige Voraussetzungen und Regelungen, die es bei ernsthaften Absichten zu bewältigen gibt.
Wie unterscheiden sich die Bundesländer beim Ausbau der Anbauvereinigungen?
Zwischen den Bundesländern gibt es große Unterschiede. Niedersachsen liegt mit rund 86 genehmigten Vereinigungen (das sind nicht die 86 Aktiven, weiter oben im Text) und der höchsten Quote je Einwohner bundesweit vorn, dicht gefolgt von Hamburg und Brandenburg. Nordrhein-Westfalen hat in absoluten Zahlen die meisten Anbauvereine. Bayern bildet mit nur neun genehmigten Vereinigungen und der niedrigsten Quote je Einwohner das Schlusslicht. Der Freistaat hatte außerdem lange keine eigenen Daten veröffentlicht, was die Einordnung zusätzlich erschwerte.
Welche Rolle spielt die DHV Liste für mehr Transparenz?
Die vom Deutschen Hanfverband veröffentlichte Übersicht bündelt erstmals Daten aus mehreren Bundesländern an einer Stelle. Zuvor mussten Interessierte einzelne Landesbehörden oder Landwirtschaftskammern kontaktieren, etwa die Landwirtschaftskammer Niedersachsen, die eine eigene amtliche Liste führt. Für Gründungswillige und Patientenorganisationen ist die Übersicht ein praktisches Werkzeug, um zu prüfen, welche Vereinigungen in der eigenen Region bereits aktiv sind und wo noch Kapazitäten fehlen.
Häufige Einordnungs-Fehler
Bei der Einordnung der aktuellen Zahlen zu Anbauvereinigungen kommt es immer wieder zu denselben Missverständnissen.
- Genehmigung und aktiver Betrieb werden gleichgesetzt. Tatsächlich geben von den über 400 genehmigten Vereinigungen bislang nur rund 86 wirklich Cannabis an ihre Mitglieder aus.
- Der bundesweite Durchschnitt wird auf einzelne Bundesländer übertragen. Zwischen Niedersachsen und Bayern liegen erhebliche Unterschiede, ein Bundesdurchschnitt verdeckt das.
- Es wird angenommen, dass jede Anbauvereinigung sofort neue Mitglieder aufnimmt. Wegen begrenzter Anbaukapazität führen viele Clubs Wartelisten, bevor eine Aufnahme überhaupt möglich ist.
Checkliste: Cannabis Anbauvereinigung finden
Du möchtest in einem Social Club Mitglied werden, weißt aber nicht genau, wie du vorgehen sollst? Wir zeigen dir, welche Punkte du vor dem Beitritt klären solltest, um eine Fehlentscheidung zu vermeiden.
- Aktuelle Liste prüfen. Die aktuelle Übersicht der Anbauvereine oder die Angaben der zuständigen Landesbehörde zeigen, welche Vereinigungen in der eigenen Region überhaupt genehmigt sind.
- Status der Vereinigung klären. Eine Genehmigung sagt noch nichts über den Betrieb aus, deshalb lohnt sich die direkte Nachfrage, ob der Club bereits aktiv Cannabis an Mitglieder ausgibt oder sich noch im Aufbau befindet.
- Mitgliederzahl und Wartelisten erfragen. Viele Vereinigungen sind wegen begrenzter Anbaukapazität bereits ausgelastet. Erkundige doch vor der Anmeldung, ob überhaupt noch Plätze frei sind.
- Satzung und Beitragsstruktur einsehen. Da jede Anbauvereinigung als eingetragener Verein organisiert ist, unterscheiden sich Mitgliedsbeiträge, Mitwirkungspflichten und interne Regeln von Club zu Club.
Erreichbarkeit und Öffnungszeiten berücksichtigen. Gerade in Bundesländern mit wenigen genehmigten Vereinigungen (beispielsweise in Bayern) kann die Anfahrt weit sein, weshalb sich ein genauer Blick auf Standort und Ausgabezeiten vor der Anmeldung lohnt.
Voraussetzungen für einen Beitritt
Nicht jede volljährige Person kann ohne weiteres einer Anbauvereinigung beitreten. Das Konsumcannabisgesetz legt dafür feste Bedingungen fest.
Voraussetzung ist zunächst ein Mindestalter von 18 Jahren. Wer beitreten möchte, muss außerdem seit mindestens sechs Monaten seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben. Eine Mitgliedschaft ist immer nur in einer einzigen Anbauvereinigung gleichzeitig erlaubt, eine Doppelmitgliedschaft in mehreren Clubs ist ausgeschlossen. Wer aus einer Vereinigung austritt oder ausgeschlossen wird, muss zudem eine Sperrfrist von drei Monaten abwarten, bevor eine neue Mitgliedschaft möglich ist.
Auch nach dem Beitritt gelten klare Grenzen.
- Mitglieder dürfen höchstens 25 Gramm Cannabis pro Tag und maximal 50 Gramm pro Monat erhalten.
- Für Mitglieder zwischen 18 und 21 Jahren gilt eine niedrigere Höchstmenge von 30 Gramm pro Monat, zusätzlich ist für diese Altersgruppe der THC-Gehalt begrenzt.
- Die meisten Vereinigungen verlangen außerdem einen Mitgliedsbeitrag zur Deckung der Anbaukosten, in manchen Clubs wird auch eine gewisse Mitarbeit im Vereinsleben erwartet.
Für wen sin die Zahlen der aktuellen Anbauvereinigungen interessant?
Du fragst dich, warum wir über dieses Thema schreiben? Weil die aktuellen Zahlen zu den Anbauvereinigungen sind für unterschiedliche Gruppen aus unterschiedlichen Gründen relevant sind.
Für volljährige Personen, die einer Anbauvereinigung beitreten möchten, zeigen die Zahlen, wie realistisch eine Aufnahme in der eigenen Region tatsächlich ist. Wer beispielsweise in Bayern wohnt, sollte wissen, dass dort bislang nur neun Vereinigungen genehmigt sind und die Suche entsprechend länger dauern kann als in Niedersachsen oder Hamburg. Oder vielleicht ist das ja ein Grund, um selbst einen Anbauverein zu gründen?
Denn für Gründungsinitiativen liefern die Zahlen eine Grundlage, um den tatsächlichen Bedarf in der eigenen Region einzuschätzen. Wo es bereits viele aktive Vereinigungen gibt, ist die Konkurrenz um Mitglieder größer, wo es wenige gibt, ist möglicherweise noch Platz für eine Neugründung.
Für Kommunen und Behörden dient die Übersicht als Grundlage, um den Umsetzungsstand des Cannabisgesetzes in der eigenen Region einzuordnen und mit anderen Bundesländern zu vergleichen. Und für Patientenorganisationen sowie Beratungsstellen helfen die Zahlen dabei, Ratsuchende gezielt an tatsächlich aktive Vereinigungen zu verweisen, statt an Clubs, die zwar genehmigt sind, aber noch keine Mitglieder aufnehmen.
Hinweis
Die Inhalte dieses Beitrags dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine rechtliche oder medizinische Beratung. Bei Fragen zur Mitgliedschaft, Gründung oder rechtlichen Einordnung einer Anbauvereinigung sollte im Zweifel eine zuständige Behörde oder eine sachkundige Stelle konsultiert werden.
FAQ zu Cannabis Anbauvereinigungen Deutschland
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Eine Cannabis Anbauvereinigung, auch Cannabis Social Club oder CSC genannt, ist ein eingetragener Verein, der Cannabis gemeinschaftlich für seine Mitglieder anbaut und ausgibt. Grundlage ist das seit April 2024 geltende Konsumcannabisgesetz.
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Das hängt von der einzelnen Vereinigung ab. Viele Clubs mit begrenzter Anbaukapazität führen aktuell Wartelisten, bevor neue Mitglieder aufgenommen werden können.
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Weil deutlich mehr Anträge auf Mitgliedschaft und Vereinsgründung vorliegen, als aktive Anbauvereinigungen aktuell bedienen können. Das gilt besonders in Bundesländern mit wenigen genehmigten Clubs.
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Nein. Anbauvereine sind nicht gewinnorientierte Vereine ohne Vor-Ort-Konsum oder freien Verkauf. Sie geben Cannabis ausschließlich an eingetragene Mitglieder ab.
Quellen und Studien ansehen
- (1) Deutscher Hanfverband: Liste genehmigter Cannabis-Anbauvereinigungen (CSCs), 2026.
- (2) Deutscher Hanfverband: Erste Liste der genehmigten CSCs in Deutschland, 2026.
- (3) Landwirtschaftskammer Niedersachsen: Amtliche Übersicht genehmigter Anbauvereinigungen, Stand Juli 2026.
