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Jürgen Neumeyer – Vordenker der Legalisierung verstorben

Inhaltsverzeichnis

Mila Grün

Mila Grün Chefredakteurin der cannabib

Am 9. Oktober 2024 verstarb überraschenJürgen Neumeyer im Alter von 56 Jahren. Er war Mitgründer und Geschäftsführer des Branchenverbands Cannabiswirtschaft (BvCW) und prägte er maßgeblich die deutsche Drogenpolitik indem er sich über Jahrzehnte hinweg mit Leidenschaft für die Legalisierung von Cannabis einsetzte.

Jürgen Neumeyer – Einsatz für die Legalisierung

Neumeyer, geboren 1968, begann seine politische Karriere in den 1990er Jahren als drogenpolitischer Referent beim Bundesverband der Jusos. Bereits damals widmete er sich der Entkriminalisierung von Cannabis-Konsumenten – ein Ziel, das er konsequent verfolgte. Über 17 Jahre arbeitete er im Deutschen Bundestag und setzte sich als Gründungs-Geschäftsführer des „Netzwerk Berlin“ für progressive Reformen ein. Seine Expertise als Publizist und sein Engagement für die Cannabis-Politik machen ihn zu einer Schlüsselfigur in diesem Bereich.

Neumeyer war nicht nur Vordenker, sondern auch Mitgestalter wichtiger Netzwerke und Organisationen. Neben seiner Tätigkeit als Geschäftsführer der Zeitschrift „Berliner Republik“ war er Mitbegründer des Think Tanks „Das Progressive Zentrum“ und des überparteilichen Vereins „Wahlkreis eV“, einer wichtigen Diskussionsplattform für politische und gesellschaftliche Themen.

Erfolg und Meilensteine ​​in der Cannabis-Politik

LegalisierungSein langjähriges Engagement für die Legalisierung von Cannabis trug 2024 endlich Früchte. Am 1. April dieses Jahres trat das Cannabisgesetz in Kraft, welches Neumeyer als entscheidenden Etappensieg feiern konnte. Der politische Durchbruch im Bereich Cannabis wäre ohne seine Beharrlichkeit und seinen Einsatz wohl nicht so voran gegangen.

Neumeyer verstand früh, dass die Cannabisbranche eine eigene Interessenvertretung benötigte. Er war die treibende Kraft hinter der Gründung des BvCW, dessen Geschäftsführung er seit 2019 innehatte. Unter seiner Leitung wuchs der Verband auf über 100 Mitglieder an und etablierte sich als größter seiner Art in Europa. Dank seiner Initiativen entstanden Fachpublikationen, Stellungnahmen und parlamentarische Treffen, die wichtige Fortschritte in der Drogenpolitik erzielten, wie etwa die Abschaffung des Betäubungsmittelgesetz-Status für Cannabis.

Ein unvollendetes Vermächtnis

Auch wenn Jürgen Neumeyer viele Erfolge erzielen konnte, blieben einige seiner Ziele noch unerreicht. Er hatte vor, die Nutzhanf Lieberalisierung, sowie die Modellprojekte für Genusscannabis weiter voranzutreiben und die Rolle von Hanf als nachwachsender Rohstoff zu stärken. Außerdem plante er ein Branchenverzeichnis, einen Cannabis-Fachverlag und das „Haus der Cannabiswirtschaft“ in Berlin, das als Zentrum der Branche dienen sollte.

Mit Neumeyers plötzlichem Tod verliert die deutsche Cannabiswirtschaft einen visionären Kämpfer, der stets für Fortschritt und Entkriminalisierung eintrat. Sein Erbe wird in den kommenden Jahren weiter wirken, auch wenn er viele seiner ambitionierten Vorhaben nicht mehr selbst umsetzen kann.

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