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Mental Health - Hilfe bei psychischen Erkrankungen.
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Hilfe bei psychischen Erkrankungen durch Cannabis als Medizin? Neue Erkenntnisse aus Studien

Inhaltsverzeichnis

Mila Grün

Mila Grün Chefredakteurin der cannabib

Immer mehr Menschen suchen Hilfe bei psychischen Erkrankungen in natürlichen Therapieformen. Cannabis als Medizin rückt dabei seit Jahren in den Fokus. Doch was sagen aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse wirklich über seine Wirksamkeit? Eine neue internationale Metaanalyse sorgt für Diskussionen, während andere Forschungsergebnisse ein differenzierteres Bild zeichnen.

Cannabis als Medizin zwischen Hoffnung und Realität

Seit 2017 darf Cannabis in Deutschland auf Rezept verschrieben werden. Patientinnen und Patienten, die unter psychischen Leiden wie Depressionen, Angststörungen oder posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) leiden, verbinden damit oft die Hoffnung auf eine sanfte Alternative zu herkömmlichen Medikamenten. Doch eine jetzt im Fachjournal The Lancet Psychiatry veröffentlichte Studie der University of Sydney kommt zu einem ernüchternden Ergebnis.

Die Forschenden werteten 54 klinische Studien mit insgesamt 2.477 Teilnehmenden aus und fanden keine überzeugenden Belege dafür, dass Cannabis bei Depressionen, Angststörungen oder PTBS zuverlässig hilft
Nur bei Autismus, Schlafstörungen und dem Tourette-Syndrom zeigte sich ein leichter positiver Effekt. Doch auch hier sei die Datenlage schwach. Laut Hauptautor Jack Wilson bestehe zudem das Risiko, dass Patientinnen und Patienten wegen Cannabiseinnahme wirksamere Behandlungen aufschieben oder unerwünschte Nebenwirkungen erleben könnten.

Kritische Gegenstimmen aus der Forschung

Doch die Studie bleibt nicht unwidersprochen. Die Cannabismedizin-Expertin Prof. Dr. Kirsten Müller-Vahl von der Medizinischen Hochschule Hannover kritisiert, dass die Forschenden unterschiedliche Substanzen wie THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol) gemeinsam bewertet haben. Dabei hätten beide Stoffe sehr verschiedene Wirkmechanismen. Während THC psychoaktiv wirkt und Gefühle, Stimmung und Wahrnehmung beeinflusst, kann CBD ohne Rauscheffekt eher angstlösend oder antipsychotisch wirken.

Müller-Vahl betont, dass gerade die getrennte Betrachtung wichtige Unterschiede zeigt. CBD habe etwa in Studien zu sozialen Angststörungen positive Effekte gezeigt, während THC oder die Kombination beider Substanzen bei PTBS-Symptomen helfen könnte.

Neue Forschung öffnet die Perspektive erneut

Ein Scoping Review der Universität Bath und des Springer-Verlags zeigt, dass die wissenschaftliche Lage noch nicht abschließend beurteilt werden kann. Die Analyse von 28 randomisierten, kontrollierten Studien ergab: cannabisbasierte Medikamente können in einzelnen Fällen psychische Symptome lindern, vor allem bei Angstzuständen, Schizophrenie und Suchterkrankungen.

Zwar bleibt die Qualität der Belege unterschiedlich, doch Forschende sehen darin einen Hinweis, dass Cannabis als Medizin bei bestimmten psychischen Leiden weiterhin Potenzial hat. Entscheidend sei die genaue Dosierung, die Auswahl der Substanz und die begleitende therapeutische Betreuung.

Hilfe bei psychischen Erkrankungen durch Cannabis? Was bedeutet das für Betroffene?

Für viele Menschen, die Hilfe bei psychischen Erkrankungen suchen, bleibt Cannabis als Medizin dennoch ein Thema von großem Interesse. Auch wenn die aktuelle Metaanalyse skeptisch stimmt, zeigt sich in der Praxis, dass Cannabinoid-Therapien individuell wirken können. Besonders Patientinnen und Patienten, die an Schlaflosigkeit, Tics oder chronischem Stress leiden, berichten teils über spürbare Verbesserungen ihrer Lebensqualität.

Gleichzeitig warnen Fachleute vor Selbstmedikation. Phyto-Cannabinoide können Nebenwirkungen wie Benommenheit, Mundtrockenheit oder Konzentrationsprobleme auslösen. Wichtig ist daher, dass Cannabis als Medizin ausschließlich ärztlich begleitet wird. Nur so lässt sich das Verhältnis von Nutzen und Risiko richtig abschätzen.

Während die Datenlage für psychische Erkrankungen noch schwankt, wird der Nutzen von medizinischem Cannabis bei körperlichen Leiden deutlich besser belegt. Nachweisbare Effekte zeigen sich bei bestimmten Formen von Epilepsie, Multipler Sklerose und chronischen Schmerzen. Diese positiven Ergebnisse liefern der Forschung weitere Anhaltspunkte, um gezielt zu erforschen, warum Cannabis bei körperlichen Symptomen wirkt, bei seelischen Leiden aber oftmals nicht.

Fazit

Hilfe bei psychischen Erkrankungen bleibt ein zentrales Anliegen der modernen Medizin, und Cannabis als Medizin ist ein Teil dieser Diskussion. Die Studienlage zeigt, dass allgemeine Wirksamkeit bei Depressionen, Angststörungen oder PTBS bislang nicht belegt ist. Dennoch schließen neue Forschungsansätze eine zukünftige therapeutische Bedeutung nicht aus.Wer Cannabis als Medizin nutzen möchte, sollte dies eng mit Ärztinnen und Ärzten abstimmen und auf geprüfte Präparate setzen. Cannabis bietet keine schnelle Heilung – aber in Kombination mit begleitender Therapie kann es ein Baustein für mehr Lebensqualität und psychische Stabilität werden.

Gerade jetzt, da die Wissenschaft stärker zwischen THC und CBD unterscheidet, könnten kommende Studien noch Antworten liefern, wann und wie Cannabis tatsächlich Hilfe bei psychischen Erkrankungen bietet.

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