In dieser Woche soll das CanG. in der 2. und 3. Lesung im deutschen Bundestag hoffentlich und endlich beschlossen werden. Die Union setzte noch in einem letzten Versuch alles daran, das zu verhindern. Doch nun erhielten die Abgeordneten des deutschen Bundestages einen offenen Brief von Experten aus der Medizin, Anwälten, Professoren und sogar ehemaligen Polizeipräsidenten mit folgenden Worten, um für die Legalisierung von Cannabis zu stimmen:
„Beenden Sie das jahrzehntelange Unrecht, Menschen für den Umgang mit einer Substanz zu kriminalisieren.“
Die Antwort auf den letzten Versuch der Union
Die CDU/CSU hatte öffentliche bekannt gegeben, dass sie eine namentliche Abstimmung zu dem Gesetz verlange, um es so im letzten Moment vielleicht doch noch verhindern zu können. Die Antwort auf diese Forderung kam per Brief.
Mehr als 30 anerkannte Fachleute aus dem Bereich der wissenschaftlichen Drogen- und Suchtforschung, darunter zahlreiche Professoren, haben den Appell an die Abgeordneten unterzeichnet, dem Vorhaben zuzustimmen.
In dem Brief heißt es wohl weiterhin:
„Als Expertinnen, Experten und Fachverbände, die unmittelbar mit dem Thema Cannabis befasst sind, bitten wir Sie darum, diese Woche im Parlament für das Cannabisgesetz zu stimmen, um den wichtigen Schritt in Richtung Gesundheitsschutz, Prävention und sozialer Gerechtigkeit zu machen“. Eine der Gründe für den Brief ist, dass mindestens vier Millionen Menschen in Deutschland permanent eine Strafverfolgung wegen ihres Cannabiskonsums droht. „In den letzten Jahren waren es jeweils rund 175.000 Personen, gegen die wegen Cannabisbesitz zum Eigengebrauch ein Verfahren eröffnet wurde. Sie alle werden zukünftig nicht mehr per Gesetz stigmatisiert, wenn das CanG in Kraft tritt.“
Experten vom CanG. überzeugt
Die Expertinnen und Experten sind außerdem der Ansicht, dass eine moderate Neuregelung von Cannabis positive Auswirkungen auf die Gesundheit und die Unterstützungsangebote haben kann, wie es in anderen Ländern bereits beobachtet wurde. Sie betonen, dass die geplante „ausgewogene Teil-Legalisierung“ im Rahmen des CanG laut Studien den Konsum nicht erhöhen wird, insbesondere nicht unter gefährdeten Gruppen wie Jugendlichen. Zudem verweisen sie auf aktuelle Forschungsergebnisse, die zeigen, dass in Ländern mit Legalisierung cannabisbedingte Gesundheitsschäden geringer sind als in Ländern mit Verboten.
Die Unterzeichner sind überzeugt, dass das CanG dazu beitragen wird, den Schwarzmarkt für Cannabis zu verringern, sowohl durch private Anbaumöglichkeiten als auch durch geplante Anbauvereinigungen. Befürchtungen, dass dies den illegalen Markt stärken könnte, werden als unbegründet zurückgewiesen.
Insgesamt halten die Unterzeichner fest, dass es nicht mehr vertretbar ist, Cannabis weiterhin strafrechtlich zu verfolgen. Die Kriminalisierung hat eher negative Auswirkungen und verschlimmert psychische Probleme, anstatt Hilfe zu fördern.
