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Die 10 Forderungen des DHV
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Die 10 Forderungen des DHV zur Weiterentwicklung der Cannabispolitik

Inhaltsverzeichnis

Mila Grün

Mila Grün Chefredakteurin der cannabib

Die Cannabis Normal Konferenz in Berlin, kurz CaNoKo, ist inzwischen ein zentrales Forum für Fachleute und Aktivist:innen, die sich für eine moderne Cannabispolitik einsetzen. Drei Tage lang wurden auch in diesem Jahr wieder gesetzliche Entwicklungen, wissenschaftliche Erkenntnisse und europäische Trends vorgestellt und diskutiert. Zum Abschluss der Veranstaltung hat der Deutsche Hanfverband (DHV) seine aktualisierte Reformagenda vorgestellt. Die 10 Forderungen des DHV bilden dabei das Herzstück dieser politischen Strategie und sollen die Weiterentwicklung des KCanG maßgeblich beeinflussen.

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Die 10 Forderungen des DHV im Detail

Diese Forderungen wurden gemeinsam diskutiert und ausgearbeitet. Sie stammen aus den zahlreichen Strafverfolgungen und Problemen, die in den letzten 1,5 Jahren der Legalisierung entstanden sind.

Modellprojekte für regulierte Fachgeschäfte ermöglichen

Die erste der 10 Forderungen des DHV fordert die schnelle Genehmigung wissenschaftlich begleiteter Cannabis-Modellprojekte, bzw. Abgabestellen. Städte haben bereits konkrete Anträge eingereicht. Diese Modellprojekte könnten erstmals zeigen, wie ein legales, kontrolliertes Fachgeschäft funktioniert und wie dadurch der Schwarzmarkt zurückgedrängt wird.

Sinnvolle Anpassungen der Besitzmengen zu Hause

Die Grenze von 50 Gramm im eigenen Wohnraum ist nach Ansicht vieler Expert:innen nicht praxistauglich. Eigenanbauer und regelmäßige Konsumierende geraten unnötig in rechtliche Unsicherheiten, da bei einer Ernte meist mehr als 50 Gramm herauskommen. Eine vollständige Abschaffung oder eine Erhöhung auf mindestens 600 Gramm (das können Teilnehmer:innen auch über social Clubs erwerben) soll diese Lücke schließen. Auch diese Überarbeitung zählt zu den 10 Forderungen des DHV.

Erlaubnis zum Verschenken unter Erwachsenen

Das Teilen der eigenen Ernte ist in Deutschland weiterhin strafbar und das macht keinen Sinn. Wer überschüssige Blüten verschenkt, verhindert sogar zusätzliche Schwarzmarkttransaktionen. Der DHV möchte diese Ungereimtheit beseitigen.

Klare baurechtliche Einstufung für Anbauvereinigungen

Da jedes Bundesland eigene Vorgaben nutzt, entstehen chaotische Bedingungen für Vereine. Eine bundesweit einheitliche Bewertung der Gebäude und Betriebsstätten soll Planbarkeit schaffen und rechtliche Stolpersteine beseitigen.

Aufhebung der Abstandsregeln

Die Abstandsregeln erschweren sowohl den Konsum als auch den Betrieb von Clubs, ohne einen nachweisbaren Nutzen zu liefern. Laut den 10 Forderungen des DHV sollten diese Vorgaben abgeschafft werden, da sie weder praktikabel noch sinnvoll durchsetzbar sind.

Eindeutige Definition für Stecklinge

Strafverfahren haben gezeigt, dass unklare Begriffe im Gesetz zu absurden Situationen führen. Nicht blühende Jungpflanzen sollen eindeutig legal bleiben und nicht unter die Drei-Pflanzen-Grenze fallen. Dies ermöglicht eine realistische Nachzucht und macht legale Abgaben durch Clubs überhaupt erst umsetzbar.

Die Zukunft der Telemedizin - wie wird diese in Deutschland aussehen? Eine Frau sitzt vor einem Laptop mit der Aufschrift TelehealthErhalt von Telemedizin und Versandapotheken

Viele Patient:innen wären ohne Online-Sprechstunden und Versandhandel nicht mehr ausreichend versorgt. Eine Einschränkung dieser Kanäle würde über hundert Tonnen Blüten jährlich wieder auf den Schwarzmarkt drängen.

Anpassung der nicht geringen Menge

Der aktuelle THC-Wert für eine strafverschärfende Menge liegt deutlich unter der Realität von legalen Besitzmengen. Eine Aufhebung oder deutliche Anhebung dieser Grenze ist zentral, um Menschen vor unverhältnismäßigen Strafverfahren zu schützen.

Modernere Testmethoden im Straßenverkehr

Speichelschnelltests gelten als weniger invasiv und wesentlich aussagekräftiger für die Frage, wie lange der Konsum zurückliegt. Parallel soll die Forschung an Messmethoden gefördert werden, die tatsächliche Beeinträchtigung abbilden.

Europäische Reformprozesse anstoßen

Damit Deutschland vollständig legalisierte Fachgeschäfte einführen kann, braucht es Veränderungen im EU-Recht. Die Bundesregierung wird aufgefordert, entsprechende Initiativen aktiv mitzutragen.

Was passiert jetzt mit den Forderungen?

Die 10 Forderungen des DHV werden nicht einfach veröffentlicht und dann liegen gelassen. Der Verband nutzt sie als verbindliche politische Grundlage für alle kommenden Gespräche mit Ministerien, Bundestagsabgeordneten, Landesbehörden und zivilgesellschaftlichen Partnern. Direkt nach der CaNoKo beginnt die Phase, in der die Forderungen in konkrete Gesetzesprozesse eingebracht werden. Das bedeutet unter anderem:

• Der DHV erstellt juristische Stellungnahmen, die an Ausschüsse und Fachpolitiker geschickt werden.
• Die Forderungen fließen in persönliche Gespräche mit Abgeordneten und Ministerialreferaten ein.
• Pressearbeit und Social Media setzen die Themen kontinuierlich auf die öffentliche Agenda.
• Gemeinsam mit Unterstützern sammelt der DHV Fallbeispiele, die zeigen, warum Änderungen notwendig sind.
• Durch die laufende Spendenaktion wird die politische Arbeit gesichert.

Damit werden die 10 Forderungen des DHV zum praktischen Arbeitsplan bis zur nächsten Bundestagswahl und darüber hinaus. Jede einzelne Forderung soll in konkrete Formulierungen und Gesetzesänderungen überführt werden, sodass Politik und Verwaltung klare Vorschläge erhalten.

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