In Greifswald steht der erste Cannabis-Club Mecklenburg-Vorpommerns, „Sochill Green“, trotz offizieller Lizenz vor dem Aus. Marc Thalus, Gründer des Clubs, hat als erster in der Region eine Genehmigung für den Anbau von Cannabis erhalten. Doch die CDU-Fraktion versucht, das Projekt zu stoppen. Sie hat eine Beschlussvorlage eingereicht, um Cannabis-Clubs die Nutzung städtischer Immobilien zu verbieten – ein Schritt, der auch den Club von Thalus treffen würde.
Legale Projekte werden blockiert – CDU gegen das Gesetz
Es ist kaum zu fassen, dass die CDU hier gegen ein Gesetz arbeitet, das vom Bundestag beschlossen wurde. Die Legalisierung von Cannabis ist offiziell in Kraft, doch die konservative Partei stellt sich quer und will durch lokale Verordnungen legalen Handlungen Steine in den Weg legen. Diese Blockadehaltung wirft die grundsätzliche Frage auf: Warum werden solche Gesetze überhaupt gemacht, wenn einzelne Parteien sie auf kommunaler Ebene aushebeln können? Bürger, die sich im legalen Rahmen bewegen wollen, stehen plötzlich vor verschlossenen Türen – eine zutiefst fragwürdige Praxis, die den Sinn des demokratischen Gesetzgebungsverfahrens untergräbt.
Auch im bayrischen Aschheim wurde die Eröffnung eines Clubs durch den Bau eines Spielplatzes verhindert.
Existenzielles Risiko
Für Marc Thalus und sein Team steht viel auf dem Spiel. Sollte der CDU-Antrag durchkommen, wäre die Arbeit der letzten drei Jahre umsonst, und der „Sochill Green“ müsste noch vor der Eröffnung schließen. Thalus drohen Schulden im mittleren fünfstelligen Bereich. Die Frage bleibt, wie es sein kann, dass eine Partei die Umsetzung eines bundesweit geltenden Gesetzes auf lokaler Ebene faktisch blockieren darf – ein Umstand, der nicht nur Thalus‘ Projekt gefährdet, sondern auch die Glaubwürdigkeit der Gesetzgebung.
Unklare Zukunft für Cannabis-Clubs in Greifswald
Die Entscheidung über den CDU-Antrag fällt Ende September. Wenn er angenommen wird, wäre die Legalisierung von Cannabis in Greifswald zwar formal umgesetzt, aber praktisch ausgebremst. Marc Thalus hofft auf einen Dialog mit den Skeptikern, um sein legales Projekt und die damit verbundenen Investitionen doch noch zu retten. Die Frage bleibt: Darf eine Partei die Rechte der Bürger so leicht einschränken und gesetzlich verankerte Freiheiten aushebeln?
