Keyfacts zum Cannabismarkt New York
- Seit dem Verkaufsstart Ende 2022 haben lizenzierte Geschäfte in New York Cannabis für rund 4,1 Milliarden US-Dollar verkauft.
- Allein im dritten Quartal 2026 kamen 512,6 Millionen Dollar zusammen, von Januar bis September 1,41 Milliarden.
- Von 1.039 lizenzierten Läden haben bisher 712 geöffnet.
- 56 Prozent aller Lizenzen für Freizeitcannabis gingen an Bewerber aus dem Equity-Programm des Bundesstaats.
Die Legalisierung von Cannabis kann in dem jeweiligen Land eine hohe Summe an Steuern einbringen. Das zeigt sich aktuell in den USA. Dort hat nicht jeder Bundesstaat Cannabis legalisiert. Doch New York hat es getan und seit dem Start, Ende 2022 Mehr als vier Milliarden Dollar umgesetzt. Damit gehört der Bundesstaat zu den spannendsten Märkten der US-Legalisierung. Die Zahl nannte das Cannabis Control Board, die Aufsichtsbehörde des Bundesstaats, nach seiner Sitzung am 1. Oktober in Rochester. Ende März, zum fünften Jahrestag des Legalisierungsgesetzes MRTA, standen noch 3,3 Milliarden Dollar in der Bilanz. In gut sechs Monaten kamen also rund 800 Millionen Dollar dazu. Ein genauerer Blick zeigt aber auch, wo es noch hakt. (1)(2)
Der Cannabismarkt in New York wächst, trotz sinkender Preise
Im dritten Quartal 2026, also von Juli bis September, verkauften die Läden in New York Cannabis für 512,6 Millionen Dollar. Seit Jahresbeginn sind es damit 1,41 Milliarden Dollar. (1)
Wie gut ist das im Vergleich zum Vorjahr? Ganz direkt lässt sich das nicht sagen, weil die Behörde ihre Zahlen für unterschiedliche Zeiträume veröffentlicht. Für 2025 nennt der Jahresbericht der Cannabisbehörde OCM rund 1,58 Milliarden Dollar, allerdings für elf Monate von Januar bis Ende November. (3) Für 2026 liegen bisher nur neun Monate vor. Rechnet man beide Werte auf einen Monat herunter, wird der Unterschied sichtbar:
- 2025 (Januar bis November): rund 143 Millionen Dollar pro Monat
- 2026 (Januar bis September): rund 157 Millionen Dollar pro Monat
Das ist ein Plus von gut 9 %. Hält das Tempo bis Dezember, dürfte 2026 deutlich über dem Vorjahr landen.
Bemerkenswert ist, dass der Umsatz wächst, obwohl die Preise fallen. Die Behörde misst das am Durchschnittspreis pro verkaufter Einheit, also zum Beispiel pro Packung Blüten oder pro Vape-Kartusche. Im ersten Quartal 2024 lag dieser Wert bei 39,34 Dollar, im dritten Quartal 2025 nur noch bei 32,15 Dollar. Ein durchschnittlicher Kauf ist damit knapp ein Fünftel billiger geworden.
Warum steigt der Umsatz trotzdem? Die naheliegendste Erklärung: Es gibt viel mehr legale Läden. Ende November 2025 hatten 519 geöffnet, Anfang Juli 2026 schon 683. (3, 4) Mehr Geschäfte bringen mehr Kundschaft und mehr verkaufte Produkte. Das gleicht die niedrigeren Preise offenbar mehr als aus.
Für Konsumierende ist das eine gute Nachricht. Legales Cannabis wird erschwinglicher und damit eher eine echte Alternative zum Schwarzmarkt. Für die Läden sieht die Rechnung anders aus. Sie verdienen an jedem verkauften Produkt weniger, während Kosten wie Miete und Personal natürlich nicht sinken. Kleine Geschäfte in teuren Lagen wie Manhattan oder Brooklyn spüren diesen Druck besonders.
Eine Lizenz bedeutet noch keinen Verkauf
Die Zahl der geöffneten Geschäfte steigt seit Monaten stetig:
- Ende November 2025: 519 Läden für Freizeitcannabis
- Ende März 2026: 610 Läden
- Anfang Oktober 2026: 712 Läden
Gleichzeitig hat der Staat 1.039 Lizenzen für den Einzelhandel vergeben. 327 Lizenzinhaber verkaufen also noch nichts, fast jeder dritte. Woran es im Einzelfall liegt, schlüsselt die Behörde in ihrer Mitteilung nicht auf. Wer schon einmal versucht hat, in New York eine bezahlbare Ladenfläche zu finden, kann es sich denken.
Equity bestimmt den Cannabismarkt New York
New York wollte von Anfang an die Menschen am Markt beteiligen, die unter der Prohibition am stärksten gelitten haben. Inzwischen gehen 56 % aller Lizenzen für Freizeitcannabis an Bewerber aus dem Social-and-Economic-Equity-Programm. Unter diesen Equity-Lizenzen halten Frauen 57 % und Angehörige von Minderheiten 51 %. Auf dem Papier ist das eine starke Bilanz. Ob diese Betriebe sich auf Dauer halten, zeigen die Zahlen allerdings nicht. (2)
Der Schwarzmarkt ist zurückgedrängt, aber noch das
Parallel geht der Bundesstaat gegen illegale Läden vor. 2025 zählte er 2.017 Kontrollmaßnahmen, ließ 579 illegale Verkaufsstellen schließen und stellte Cannabis im Wert von mehr als 20 Millionen Dollar sicher. (2) Diese Zahlen zeigen zweierlei: Die Behörden greifen durch, und das Problem ist auch knapp vier Jahre nach Marktstart nicht gelöst.
Was Deutschland daraus lernen kann
In Deutschland gibt es bis heute keine lizenzierten Fachgeschäfte für Freizeitcannabis. Erlaubt sind Eigenanbau und Anbauvereinigungen. Einen regulären Verkauf, wie ihn die sogenannte zweite Säule vorsah, gibt es bislang nicht. New York zeigt, was ein kommerzieller Markt bringen kann: Steuereinnahmen und eine legale Alternative zum Schwarzmarkt. Es zeigt aber auch, dass so ein Markt Jahre braucht, bis er trägt, und dass Lizenzen allein noch keine funktionierende Abgabestellen schaffen.
Welche Steuereinnahmen ein legaler Markt in Deutschland bringen könnte
Wie viel Geld in einem legalen Markt steckt, zeigt New York: Von April 2023 bis November 2025 hat der Bundesstaat laut Jahresbericht rund 340,6 Millionen Dollar an Steuern aus dem Cannabisverkauf eingenommen. (3) Für Deutschland gibt es keine echten Zahlen, weil es hier keinen legalen Verkauf gibt. Die bekannteste Schätzung stammt vom Düsseldorfer Wettbewerbsökonomen Justus Haucap. Er hat 2021 zusammen mit Leon Knoke und in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Hanfverband berechnet, was eine vollständige Legalisierung dem Staat jedes Jahr bringen würde: rund 4,7 Milliarden Euro. (5)
Diese Summe setzt sich aus mehreren Posten zusammen:
- Cannabissteuer, ähnlich wie bei Tabak oder Alkohol: rund 1,8 Milliarden Euro
- Umsatzsteuer: rund 650 Millionen Euro
- Lohnsteuer: rund 280 Millionen Euro
- Gewerbe- und Körperschaftsteuer: rund 85 Millionen Euro
- Sozialversicherungsbeiträge: rund 526 Millionen Euro
- Einsparungen bei Polizei und Justiz: rund 1,36 Milliarden Euro
Echte Steuern machen davon nur gut 2,8 Milliarden Euro aus. Der Rest sind Sozialabgaben aus rund 27.000 neuen legalen Arbeitsplätzen und Kosten, die der Staat spart, weil er Konsumierende nicht mehr verfolgen muss. (5)
Die Rechnung hat allerdings Haken. Sie beruht auf Konsumdaten aus dem Jahr 2018 und geht von etwa 400 Tonnen Cannabis pro Jahr und rund fünf Millionen Konsumierenden aus. Damit die Kundschaft vom Schwarzmarkt wechselt, darf legales Cannabis laut der Studie nicht mehr als etwa zehn Euro pro Gramm kosten. (5) Eine hohe Steuer würde also genau das Ziel gefährden, den Schwarzmarkt zurückzudrängen. Dazu kommt: Seit der Teillegalisierung im April 2024 dürfte ein Teil der berechneten Einsparungen bei Polizei und Justiz ohnehin schon anfallen, auch ganz ohne Fachgeschäfte.
Solange es keinen legalen Verkauf gibt, bleibt jede Cannabissteuer Theorie. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat zuletzt trotzdem eine solche Steuer ins Spiel gebracht. Was davon zu halten ist, lest ihr in unserer Analyse zu Söders Vorstoß. Besteuern lässt sich nur, was auch legal verkauft wird. New York zeigt, dass dieser Weg funktionieren kann, auch wenn er Zeit braucht.
Fazit
4,1 Milliarden Dollar sind ein echter Meilenstein, und der Markt in New York wächst weiter, obwohl die Preise sinken. Ein fertiger Markt ist er trotzdem nicht. Fast jeder dritte Lizenzinhaber hat noch nicht eröffnet, und illegale Läden gibt es weiterhin. Spannend wird, ob die vielen Equity-Betriebe auch wirtschaftlich durchhalten.
Häufig gestellte Fragen zum Cannabismarkt New York
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Seit dem Verkaufsstart Ende 2022 haben lizenzierte Läden in New York Cannabis für rund 4,1 Milliarden US-Dollar verkauft. Allein von Januar bis September 2026 waren es 1,41 Milliarden Dollar. (1)
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Anfang Oktober 2026 hatten 712 lizenzierte Geschäfte geöffnet. Vergeben sind 1.039 Einzelhandelslizenzen, 327 Inhaber verkaufen also noch nicht. (1)
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Über das Social-and-Economic-Equity-Programm bevorzugt New York Menschen und Betriebe aus Gruppen, die unter der Cannabis-Prohibition besonders gelitten haben. 56 Prozent aller Lizenzen für Freizeitcannabis gingen bisher an solche Bewerber. (1)
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Ja, zumindest im Durchschnitt. Laut Jahresbericht der Cannabisbehörde OCM fiel der Preis pro Verkaufseinheit von 39,34 Dollar im ersten Quartal 2024 auf 32,15 Dollar im dritten Quartal 2025. (3)
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Ja. 2025 hat der Bundesstaat 579 illegale Verkaufsstellen geschlossen und Ware im Wert von mehr als 20 Millionen Dollar beschlagnahmt. Ganz verschwunden ist der Schwarzmarkt damit nicht. (2)
Quellen und Studien ansehen
- New York State Office of Cannabis Management, Pressemitteilung zur Sitzung des Cannabis Control Board (02.10.2026)
- Office of the Governor of New York, Five Years of the Marihuana Regulation and Taxation Act (27.03.2026)
- New York State Office of Cannabis Management, Annual Report 2025 (Dezember 2025)
- New York State Office of Cannabis Management, Pressemitteilung zur Sitzung des Cannabis Control Board (03.07.2026)
- Haucap, J. & Knoke, L., Fiskalische Auswirkungen einer Cannabislegalisierung in Deutschland, DICE Consult / Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (November 2021)
