In Deutschland sind seit dem 1. Juli 2024 nicht kommerzielle Anbauvereine, auch Cannabis Clubs genannt, erlaubt und die Betreiber können die Lizenzen dafür beantragen. Diese Vereine ermöglichen es bis zu 500 Mitgliedern, gemeinschaftlich Cannabis für den Eigenkonsum anzubauen. Voraussetzung ist eine behördliche Erlaubnis, die an strenge Auflagen gebunden ist. Diese Clubs sind Teil der schrittweisen Legalisierung von Cannabis in Deutschland, die den verantwortungsvollen Konsum fördern und den Schwarzmarkt eindämmen soll.
Anträge und Genehmigungen
Seit der Einführung dieser Regelung wurden bundesweit bereits mehr als 280 Anträge auf den gemeinschaftlichen Anbau von Cannabis gestellt. Eine Umfrage der dpa bei den zuständigen Behörden der Länder zeigt, dass das Interesse groß ist, aber bisher nur wenige Genehmigungen erteilt wurden.
Genehmigungen nach Bundesländern
- Nordrhein-Westfalen: 69 Anträge eingereicht, bisher keine Genehmigungen erteilt.
- Niedersachsen: 27 Anträge eingereicht, 11 Genehmigungen erteilt.
- Baden-Württemberg: 47 Anträge eingereicht, bisher keine Genehmigungen erteilt.
- Bayern: 24 Anträge eingereicht, bisher keine Genehmigungen erteilt.
- Mecklenburg-Vorpommern: 1 Genehmigung erteilt.
- Berlin: 1 Genehmigung erteilt.
- Rheinland-Pfalz: 1 Genehmigung erteilt.
Herausforderungen und Perspektiven
Trotz des großen Interesses an den Anbauvereinen gestaltet sich der Start holprig. In einigen Bundesländern war am 1. Juli noch nicht einmal klar, welche Behörde für die Genehmigung der Clubs zuständig ist. Dies führte zu Verzögerungen und Verunsicherung bei potenziellen Gründern. Zudem schrecken die bürokratischen Hürden und strengen Auflagen viele Interessierte ab, die eigentlich einen Club betreiben möchten.
Dennoch gibt es Hoffnung, dass nach den ersten erfolgreichen Eröffnungen in den wenigen Bundesländern weitere Clubs nachziehen werden. Sobald mehr Klarheit und Erfahrungswerte vorliegen, könnte sich die Zahl der Anträge und Genehmigungen in den kommenden Monaten deutlich erhöhen.
