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Ein Biolandwirt in einem Hanffeld.
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Biolandwirt muss Betrieb schließen – Bayerns harter Kurs gegen Cannabis

Inhaltsverzeichnis

Mila Grün

Mila Grün Chefredakteurin der cannabib

Ein Biolandwirt in Bayern steht mit seinem CBD Geschäft vor dem Aus – nicht, weil seine Produkte mangelhaft wären, sondern weil sein CBD Öl von der Arzneimittelbehörde als Medikament eingestuft wurde. Ohne Zulassung darf er es nicht verkaufen. Für einen landwirtschaftlichen Betrieb ist eine solche Zulassung kaum zu stemmen. Denn diese ist teuer, langwierig und oft unerreichbar. Trotz eines Gutachtens, das die Qualität und Wirkung des Öls bestätigt, verhindert die Einstufung als Arzneimittel die Vermarktung dieses hochwertigem Bio-Produktes.

CBD Öl – zwischen Hoffnungsträger und juristischer Falle

CBD Kosmetik in Form von Öl. Foto: Crystalweed auf Unsplash
CBD Kosmetik in Form von Öl.

Viele Menschen setzen auf CBD Öl – für besseren Schlaf, weniger Schmerzen oder einfach zur Entspannung. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bescheinigt Cannabidiol ein gutes Sicherheitsprofil ohne Abhängigkeitspotenzial. Doch rechtlich wird der Weg steinig: Wird CBD als Nahrungsergänzung verkauft, müssen die strengeren EU‑Novel‑Food‑Regeln eingehalten werden, inkl. Studien, THC-Grenzwerten und Kennzeichnung, aber ohne medizinische Aussagen. Sobald jedoch ein Hinweis auf Wirkung erfolgt, fällt das Produkt unter das Arzneimittelgesetz. Für kleine Betriebe wie diesen Biolandwirt ist das ein Minenfeld, besonders in Bayern, wo Behörden rigoros vorgehen.

GreenPioneers – Was Rechtmäßigkeit nicht schützt

Das Unternehmen GreenPioneers aus Fulda hatte die Vorschriften beachtet, als es Naturkosmetik und CBD-Produkte auf Basis von Nutzhanf herstellte. Dennoch durchsuchten Polizei und Staatsanwaltschaft im Jahr 2021 mitten in der Nacht ihr Geschäft und das Wohnhaus der Eltern, beschlagnahmten die selbst hergestellten Produkte und sorgten für das Aus der Pioniere. Obwohl spätere Analysen zeigten, dass alles im gesetzlichen Rahmen lag, mussten sie ihr Geschäft und ihren Traum aufgeben.

Cannabisclub in Bayern – kurz erlaubt, sofort gestoppt

Ein weiterer aktueller Schlag der bayerischen Behörden ist das abrupte Aus für einen bereits laufenden Cannabisclub. Ein Verein in Oberfranken, Franken Cannabis e. V., wagte als erster Cannabisclub in Bayern den legalen Verkauf von Cannabis an Mitglieder. Mit strengen Sicherheitsvorkehrungen und Mitgliedsregistrierung – alles im Rahmen des Rechts. Trotzdem wurde ihnen vom Landratsamt untersagt, weiter Cannabis anzubauen oder zu verkaufen – offiziell wegen fehlender Baugenehmigung. Der Vorsitzende spricht von Rechtsbeugung und plant juristisch vorzugehen. Wieder zeigt sich: Auch wenn Bundesrecht eine Öffnung vorsieht, kann Landesrecht in Bayern den Weg versperren.

Was bleibt ist die Stigmatisierung

Ein Hanfblatt in der Sonne. Daraus lässt sich Leder aus Hanf produzieren.Die Krisenfälle des Biolandwirts, von GreenPioneers und des Cannabisclubs, sind nur ein Teil von einigen Beispielen, wie es in Bayern derzeit läuft und offenbaren dabei ein zentrales Problem: Cannabis zu konsumieren oder damit Geld zu verdienen, stößt in Deutschland – insbesondere in Bayern – noch immer auf Vorbehalte und große Schwierigkeiten. Produzent:innen, die offen und sauber agieren, geraten ins Visier und werden als Kriminelle abgestempelt. Dabei ist CBD weder psychoaktiv noch suchtfördernd, und viele Menschen erleben echte Verbesserungen bei Schmerzen, Schlafstörungen oder Angst. Statt Produzenten mit klaren Regeln zu unterstützen, verlieren wir durch Rechtsunsicherheit und Stigma wertvolle Unternehmen und Verbraucherschutz.

Fazit: Dringender Handlungsbedarf

Der Fall des Biolandwirts ist kein Einzelfall. Bis ein zeitgemäßer, wissenschaftlich fundierter Rechtsrahmen geschaffen ist, können weitere Betriebe, die gute Produkte schaffen und Menschen helfen wollen, unter dem juristischen Druck zusammenbrechen. Politik und Behörden sollten den Produzent:innen eine faire Chance schaffen und nicht gegen sie arbeiten. Unterstützung anbieten, Gesetze modernisieren und Schulungen für eine legale und erfolgreiche Umsetzung sind nur einige Beispiele, wie man Betriebe mit solch wertvollen Produkten stärken kann.

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