König Mohammed VI. von Marokko hat mehr als 4800 Landwirte begnadigt, die wegen Cannabis-Anbaus rechtlich verfolgt wurden. Diese Begnadigung erfolgt vor dem Hintergrund der sich wandelnden Gesetzgebung in Marokko, das trotz seiner Rolle als weltweit führender Cannabis-Produzent inzwischen den Anbau in bestimmten Regionen legalisiert hat.
Der Anbau von medizinischem Cannabis erlaubt
Marokko hat 2021 ein Gesetz verabschiedet, das den Anbau von Cannabis in ländlichen Gebieten der Rif-Region, die für die Haschisch Herstellung bekannt sind, für medizinische Zwecke erlaubt. Damit verfolgt das Land eine neue Strategie: Neben der Bekämpfung des illegalen Drogenhandels möchte Marokko sich als Anbieter von legalem Cannabis auf dem internationalen Markt etablieren. In der Rif-Region, wo Cannabis seit Jahrhunderten angebaut wird, sichert der Anbau vielen Familien das Überleben.
Die spezielle Regierungsagentur Anrac koordiniert den legalen Anbau und Export von Cannabis für medizinische, pharmazeutische und industrielle Zwecke. Sie hat bereits über 200 Lizenzen für die Verarbeitung, den Import von Saatgut und den Export von Cannabisprodukten erteilt. Die jüngste Begnadigung der Bauern soll ihnen ermöglichen, in die legalisierte und regulierte Cannabis-Industrie des Landes integriert zu werden.
