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Kiffen im Café. Ein Mann sitzt mit einem Vape im einem Café. Ist das die Zukunft von modernen Konsumräumen?
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Kiffen im Café: neues Konsumkonzept in Offenbach

Inhaltsverzeichnis

Mila Grün

Mila Grün Chefredakteurin der cannabib

Kiffen im Café wird in Deutschland plötzlich greifbar

Was in Deutschland unmöglich erscheint (trotz der Teillegalisierung), wird nun mitten in Hessen zur Realität. In Offenbach öffnet das „Haze’y Days“ ein neuartiges Rauchercafé, das Menschen erlaubt, Cannabis direkt vor Ort zu konsumieren. Es ist einer der ersten Orte in Deutschland, an denen Kiffen im Café möglich sein soll. Gleichzeitig ist das Konzept mehr als nur ein Raum mit Sofas. Es ist ein Zusammenspiel aus Konsumerlebnis, Telemedizin und einer lokal angebundenen Apotheke, das bereits jetzt viele politische und gesellschaftliche Fragen berührt.

Was hinter dem Konzept des „Haze’y Days“ steckt

Das „Haze’y Days“ ist ein Café, das sich an Erwachsene ab 21 Jahren richtet. Besucherinnen und Besucher können dort auf bequemen Sitzmöbeln Platz nehmen und ihren Joint genießen. Hinter dem Projekt stehen Dersim Sönmez, der bereits den benachbarten Kiosk betreibt, sowie Halil Bayraktar, der für das angeschlossene Telemedizin Angebot mitverantwortlich ist. Die Atmosphäre setzt nicht auf die klassischen dunklen Kneipenräume, sondern auf ein helles, freundliches Ambiente. Dazu kommen eine Bar, bequeme Massagesessel und Unterhaltung durch Spielekonsolen und große Bildschirme. Kiffen im Café fühlt sich hier wie eine Mischung aus Lounge, Treffpunkt und modernem Social Space an.

Die Betreiber verfolgen dabei die Idee, einen sicheren und offenen Ort zu schaffen. Menschen, die aus medizinischen Gründen konsumieren, sollen sich nicht allein zu Hause zurückziehen müssen. Gleichzeitig entsteht ein Raum für Austausch und eine Community, die nicht im Verborgenen bleibt.

Telemedizin als Baustein des Modells

Ein wichtiger Teil des Projekts ist der Anschluss an ein Telemedizin Portal. Das Portal ermöglicht es Patientinnen und Patienten, online medizinische Beschwerden anzugeben und im Anschluss ärztlich beurteilen zu lassen, ob Medizinalcannabis angezeigt ist. Das Café kooperiert zudem mit einer benachbarten Apotheke, die Cannabisblüten bereitstellt.

Das Zusammenspiel funktioniert so:
Wer bereits ein Rezept besitzt, kann über die Plattform eine passende Sorte auswählen und zur Abholung in die Apotheke bestellen. In Zukunft ist sogar geplant, dass ein Kurier die abgeholte Ware direkt ins Café bringt. Telemedizin soll also nicht nur den Zugang erleichtern, sondern auch den Prozess rund um die Versorgung modernisieren.

Kiffen im Café: Rechtlich erlaubt, aber nicht ohne Bedingungen

Ein Mann zieht in einem Café an einer PfeifeDas Kiffen im Café ist nach aktueller Gesetzeslage grundsätzlich möglich. Das Cannabisgesetz erlaubt den Konsum in Innenräumen, solange keine Minderjährigen anwesend sind und kein Verstoß gegen die Abstandsregelungen gegenüber sensiblen Einrichtungen vorliegt. Für Hessen gilt zusätzlich das klassische Nichtraucherschutzgesetz. Das bedeutet, dass Cannabis nur in abgetrennten Raucherräumen oder in Einraumgaststätten unter bestimmten Voraussetzungen konsumiert werden darf.

Die Apotheke wiederum darf Cannabis an jede Wunschadresse liefern, was ein Café umfasst. Allerdings dürfen Apotheke und Telemedizin keine unzulässige Werbung betreiben und keine falschen Erwartungen hinsichtlich ärztlicher Verschreibungen erzeugen. Genau an dieser Stelle beginnt die leichte Grauzone. Das gesamte Projekt bewegt sich innerhalb der Regeln, aber wahrscheinlich unter verstärkter Beobachtung, weil es ein Modell ist, das in Deutschland bislang nicht üblich war.

Was solche Cafés langfristig bedeuten könnten

Dass man zur heutigen Zeit in einem Café sitzen und Cannabis konsumieren kann, zeigt, dass neue Räume und Konzepte entstehen, in denen erwachsene Menschen selbstbestimmt konsumieren können. Es könnte den Weg ebnen für regulierte Konsumorte, die Sicherheit, Transparenz und soziale Strukturen bieten. Gleichzeitig stellt es den Staat vor neue Fragen und Aufgaben. Wie wird die Regierung mit diesem Hybridmodell aus Konsum, Beratung und medizinischem Zugang umgehen? Sicherlich wird das Konzept bald weitere Nachahmer finden, wenn es denn funktioniert. Zumindest in Hessen, in anderen Bundesländern könnte die Lage, je nach Rauchergesetz, wieder anders aussehen.

Solche Cafés könnten ein Ausgangspunkt dafür sein, dass Deutschland über Konsumorte ähnlich wie Spanien oder Teile der USA nachdenkt. Sie zeigen, dass Cannabis nicht zwangsläufig im Hinterhof oder im Verborgenen stattfinden muss. Für die Politik bedeutet das möglicherweise mehr Diskussionen über Qualitätskontrollen, Jugendschutz, Prävention und städtische Raumplanung.

Fazit

Das „Haze’y Days“ ist ein mutiges Konzept, das Konsum, Medizin und Community unter einem Dach sichtbar macht. Es bewegt sich innerhalb der Regeln, wagt aber gleichzeitig etwas Neues und zeigt auf, wohin sich Konsumkultur in Deutschland entwickeln könnte. Es ist innovativ, es ist modern, und es könnte ein Vorbote für Orte sein, die Cannabis auf sichere und verantwortungsvolle Weise in den Alltag integrieren. Solche Ansätze brauchen Beobachtung, aber sie zeigen auch, dass Wandel immer mit mutigen Menschen beginnt, die den ersten Schritt machen.

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