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Der europäische Cannabismarkt boomt. Hier sieht man eine Person von hinten, die mit Handschuhen Cannabis schneidet
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Der europäische Cannabismarkt in Zahlen und Fakten erklärt

Inhaltsverzeichnis

Mila Grün

Mila Grün Chefredakteurin der cannabib

Der folgende Beitrag fasst die wichtigsten Erkenntnisse aus einem aktuellen Artikel von Born2Invest zusammen. Dabei geht es um Entwicklungen, Zahlen und Trends, die zeigen, wie sich der europäische Cannabismarkt entwickelt hat und sich in den kommenden Jahren wahrscheinlich verändern wird. Mit klaren Prognosen und länderspezifischen Analysen liefert die Auswertung spannende Einblicke für Patient:innen, Unternehmen und Interessierte.

Der europäische Cannabismarkt im Überblick

Der europäische Cannabismarkt wächst in einem Tempo, das noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar gewesen wäre. Gesetzesreformen, steigende Patientenzahlen und wachsende Exportmengen haben eine Dynamik ausgelöst, die viele Staaten in kurzer Zeit zu bedeutenden Akteuren macht. Während Deutschland als größter Markt gilt, holen Länder wie Großbritannien, Polen, Portugal oder Dänemark schnell auf und prägen das Bild einer Branche im Umbruch. Prognosen zufolge könnte das Marktvolumen in Europa innerhalb weniger Jahre mehrere Milliarden Euro erreichen.

Deutschland als Wachstumsmotor

Deutschland nimmt im europäischen Cannabismarkt eine führende Rolle ein. Bereits heute wird der Markt auf mehr als 670 Millionen Euro geschätzt, bis 2029 soll das Volumen auf rund 1,32 Milliarden Euro anwachsen. Entscheidende Treiber sind steigende Importmengen, die sich 2024 auf über 72.000 Kilogramm verdoppelt haben. Neben Kanada gehören auch Portugal und Dänemark zu den wichtigsten Lieferanten.

Eine weitere Veränderung betrifft die Vergabe von Anbaulizenzen: Anstelle starrer Ausschreibungen gibt es inzwischen ein offenes System, das neue Anbieter in den Markt lässt. Davon profitieren Patient:innen direkt, da die Preise für Blüten bereits deutlich gesunken sind. Während Cannabisblüten weiterhin den Großteil des Marktes ausmachen, gewinnen auch Öle und Extrakte zunehmend an Bedeutung. Ein Beispiel dafür ist das Live Rosin von DEMECAN, das neu in die deutschen Apotheken gekommen ist.

Großbritannien setzt auf Telemedizin und Inlandsproduktion

eine Anbaustätte von medizinischem CannabisAuch Großbritannien etabliert sich als bedeutender Player. Der Markt wird aktuell auf etwa 300 Millionen Euro geschätzt und könnte bis 2029 auf mehr als 600 Millionen Euro anwachsen. Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist die Telemedizin: Über 30 Plattformen ermöglichen eine digitale Verschreibung und verbessern so den Zugang für Patient:innen. Parallel dazu bauen Unternehmen wie Glass Pharms oder Celadon ihre Produktion im eigenen Land aus.

Die Zahl der Patient:innen wächst auch hier kontinuierlich – bis Ende 2025 werden rund 80.000 erwartet. Trotz steigender Nachfrage bleiben die Preise stabil, was auf eine gute Balance von Angebot und Nachfrage hinweist.

Polen, Tschechien und Dänemark im Aufwind

Neben den großen Märkten spielen auch kleinere Länder eine immer wichtigere Rolle im europäischen Cannabismarkt. Polen hat sich überraschend zum viertgrößten Markt entwickelt. Eine vereinfachte Verschreibungspraxis durch Telemedizin und eine größere Auswahl an Produkten haben das Wachstum beschleunigt. Zwar wurden die Regeln zuletzt wieder verschärft, doch die Nachfrage bleibt hoch.

Tschechien und Dänemark konzentrieren sich hingegen stark auf den Export. Während Tschechien 2024 über 1.300 Kilogramm nach Deutschland lieferte, erreichten die dänischen Exporte mehr als 7 Tonnen. Damit positionieren sich beide Länder als wichtige Zulieferer innerhalb Europas.

Portugal als Exportzentrum – mit begrenztem Patientenzugang

Portugal ist längst zu einem Produktionsstandort von internationaler Bedeutung geworden. Im Jahr 2024 exportierte das Land über 18 Tonnen medizinisches Cannabis – ein Anstieg um 54 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Fast die Hälfte dieser Menge ging nach Deutschland, der Rest nach Spanien, Polen, Großbritannien und Australien.

Das Paradoxe: Während Portugal im Export glänzt, haben Patient:innen im eigenen Land nur eingeschränkten Zugang. Hohe Kosten, fehlende Kostenerstattung und ein strenges Zulassungssystem erschweren die medizinische Versorgung erheblich.

Die Schweiz als Modell für zukünftige Reformen

Ein Sonderfall im europäischen Cannabismarkt ist die Schweiz. Sie testet seit 2023 Pilotprogramme zum Freizeitkonsum, an denen bereits über 10.000 Menschen teilnehmen. Erste Ergebnisse zeigen, dass regulierte Abgabewege den Schwarzmarkt schwächen, ohne den Konsum insgesamt zu erhöhen. Ein bundesweites Gesetz zur Legalisierung könnte 2026 folgen und hätte Signalwirkung für andere Länder Europas. Pilotprojekte in Deutschland können auch starten!

Fazit: Ein dynamischer Markt mit vielen Facetten

Der europäische Cannabismarkt befindet sich in einer Phase tiefgreifender Veränderungen. Deutschland und Großbritannien sind die zentralen Treiber, doch auch Länder wie Polen, Portugal, Dänemark und die Schweiz prägen die Entwicklung. Getrieben wird das Wachstum von regulatorischen Anpassungen, steigender Patientennachfrage und zunehmenden Exportströmen.

Für Patient:innen bedeutet das bessere Versorgungsperspektiven, für Unternehmen eröffnen sich neue Geschäftsmöglichkeiten. Klar ist: Der europäische Cannabismarkt wird in den kommenden Jahren weiter wachsen – und mit ihm die Chancen für Medizin, Wirtschaft und Gesellschaft. Wie sich die Rolle Deutschlands in diesem Zuge entwickeln wird, ist noch nicht ganz klar. Es ist abzuwarten, was mit der Evaluierung im Oktober entschieden wird.

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