Ein bekannter Name aus der deutschen Drogenpolitik hat einen neuen Aufgabenbereich: Der ehemalige Bundesdrogenbeauftragte Burkhard Blienert arbeitet ab sofort für den Bundesverband pharmazeutischer Cannabinoidunternehmen (BPC) – den wichtigsten Cannabis-Verband im Bereich medizinischer Anwendungen.
Sein Wechsel gilt als positives Zeichen für Patient:innen, die auf medizinisches Cannabis angewiesen sind, und für eine Branche, die politisch immer stärker an Bedeutung gewinnt.
Was ist der Cannabis-Verband (BPC)?
Der Cannabis-Verband, offiziell Bundesverband pharmazeutischer Cannabinoidunternehmen e. V. (BPC), vertritt Unternehmen, die medizinisches Cannabis und Cannabinoid-Arzneimittel herstellen, importieren oder vertreiben.
Er ist als eingetragener Verein im Lobbyregister des Bundestages gelistet und sitzt in Berlin.
Zu den Hauptaufgaben des Cannabis-Verbands gehören:
- die politische Interessenvertretung gegenüber Ministerien, Behörden und Abgeordneten
- der Einsatz für Versorgungssicherheit und Qualitätsstandards bei medizinischem Cannabis
- die Förderung von Forschung, Information und Weiterbildung im Cannabinoid-Sektor
Damit ist der BPC das zentrale Sprachrohr für die pharmazeutische Cannabis-Branche und spielt eine Schlüsselrolle bei der Weiterentwicklung der medizinischen Versorgung in Deutschland.
Wer ist Burkhard Blienert?
Burkhard Blienert war von 2013 bis 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages und wurde Anfang 2022 von Gesundheitsminister Karl Lauterbach zum Bundesdrogenbeauftragten ernannt.
In dieser Funktion setzte er sich konsequent für eine Neuausrichtung der deutschen Drogenpolitik ein – weg von Kriminalisierung, hin zu Aufklärung, Prävention und Hilfe.
Blienert sprach sich früh für eine kontrollierte Legalisierung von Cannabis aus und begleitete den politischen Prozess bis zum Inkrafttreten des Cannabisgesetzes am 1. April 2024 aktiv.
In Interviews betonte er mehrfach, dass das Gesetz zu einem ehrlicheren und entkriminalisierten Umgang mit Drogen beitrage.
Gleichzeitig wollte er die Präventionsarbeit und den Jugendschutz weiter auszubauen und warnte vor einer zunehmenden Verbreitung synthetischer Substanzen.
Damit prägte Blienert die aktuelle Reformphase der deutschen Drogenpolitik entscheidend mit, und gilt bis heute als einer der wichtigsten politischen Befürworter einer modernen, evidenzbasierten Cannabispolitik.
Blienerts neue Rolle im Cannabis-Verband
Seit dem 1. November 2025 ist Burkhard Blienert als Senior Advisor für politische Strategieberatung beim Bundesverband pharmazeutischer Cannabinoidunternehmen (BPC) tätig.
Laut einer Meldung des Branchenportals Apotheke Adhoc berät er den Verband und seine Mitgliedsunternehmen in politischen und strategischen Fragen, insbesondere zur Weiterentwicklung des Rechtsrahmens für medizinisches Cannabis in Deutschland.
Der BPC erklärte, Blienert bringe umfassende Kenntnisse politischer Prozesse und langjährige Erfahrung im Umgang mit bundesweiten Sucht- und Drogenfragen mit. Diese Expertise sei für den Verband von großem Wert, um die Versorgungssicherheit und die Rahmenbedingungen für Patientinnen und Patienten weiter zu verbessern.
Blienert selbst betonte, dass er sich bereits in seiner früheren Rolle dafür eingesetzt habe, dass Patientinnen und Patienten ohne unnötige Hürden Zugang zu medizinisch notwendigen Therapien erhalten. Er freue sich darauf, seine Erfahrung nun direkt in die Verbandsarbeit einzubringen und die Etablierung von Cannabinoid-Arzneimitteln als gleichwertige Therapieoption voranzutreiben.
Warum dieser Schritt wichtig ist
Der Wechsel zeigt, dass das Thema Cannabis in der Drogenpolitik und auch in der Medizin noch weiterer Aufmerksamkeit, Ausbau und Akzeptanz bedarf.
- Mit seiner Erfahrung kann Blienert helfen,
- Hürden für Patient:innen zu senken,
- bürokratische Prozesse zu vereinfachen,
- und die Etablierung von Cannabis-Arzneimitteln als gleichwertige Therapieoption voranzutreiben.
Damit stärkt er die Position des Cannabis-Verbands als zentrale Schnittstelle zwischen Politik, Medizin und Gesellschaft.
Fazit: Ein gutes Zeichen für Patient:innen und Branche
Wenn Politik und Praxis zusammenfinden, kann Fortschritt entstehen.
Blienerts Wechsel zeigt, dass Expertise aus der Drogenpolitik künftig direkt in die Strukturentwicklung der Branche einfließt.
Für Patient:innen könnte das bedeuten: bessere Versorgung, mehr Akzeptanz und langfristig eine Entstigmatisierung von Cannabis als Medizin.
Und menschlich gesagt: Es ist schön zu sehen, wenn jemand, der jahrelang für Veränderung gekämpft hat, diese nun aktiv mitgestalten darf.
Ein kleiner, aber wichtiger Schritt hin zu einer normaleren und gerechteren Cannabiskultur in Deutschland.
