Zum ersten April 2024 soll Cannabis in Deutschland teilweise legalisiert werden. Die Bundesregierung plant im Zuge dessen eine große Kampagne für Präventions- und Aufklärungsarbeit. Zu berücksichtigen sind die aktuellen Ergebnisse einer Forschungsgruppe aus Northern California, die die potenziellen Auswirkungen von Cannabis während der Schwangerschaft auf Neugeborene genauer betrachtet haben.
Die Ergebnisse der Studie
Die Studie analysierte die Risiken für Neugeborene in Bezug auf den Cannabiskonsum der Mütter während der Schwangerschaft. Dabei verglichen sie die „neonatalen Ereignisse“ von insgesamt 364.924 Babys, in einem Zeitraum von neun Jahren. Leider geht aus der Studie nicht hervor, ob es sich um THC haltiges Cannabis handelt, oder nicht.
Die Auswertung der Selbstauskünfte der Mütter sowie der durchgeführten Urintests ergaben, dass 22.624 der untersuchten Babys während der Schwangerschaft dem Einfluss von Cannabis ausgesetzt waren. Nachdem zusätzliche schädliche Einflussfaktoren wie beispielsweise Rauchen berücksichtigt wurden, zeichneten sich deutliche Risiken des Cannabiskonsums während der Schwangerschaft wie folgt ab:
Niedriges Geburtsgewicht: Risikoanstieg um 20%
Mangelgeburt (zu klein oder zu leicht für Schwangerschaftswoche): Risikoanstieg um 24%
eine Frühgeburt vor der 37. Schwangerschaftswoche: Risikoanstieg um 6%
für Aufnahme in die Neugeborenen-Intensivstation: Risikoanstieg um 6%
Frühgeburt vor der 34. Schwangerschaftswoche: Risikoanstieg um 11%
Die Studie verdeutlicht, dass mit einer zunehmenden Häufigkeit des Cannabiskonsums während der Schwangerschaft auch die Risiken für niedriges Geburtsgewicht und Mangelgeburt ansteigen, wobei auch hier die Dosis und die Häufigkeit zu berücksichtigen ist.
Berufsverband der Frauenärzte e.V. warnt ebenfalls vor Risiken
Der Berufsverband der Frauenärzte e.V. schließt sich dieser Warnung an und betont, dass der Konsum von Cannabis während der Schwangerschaft erhebliche Risiken für das Wohlbefinden des Neugeborenen birgt. Die potenziellen Folgen wie zu geringes Geburtsgewicht, Mangelgeburt, Frühgeburt und die Notwendigkeit einer intensivmedizinischen Betreuung können zu ernsthaften gesundheitlichen Komplikationen für das Neugeborene führen. Darüber hinaus stellen Frühgeburten ein Risiko für langfristige Entwicklungsverzögerungen, Seh- und Hörprobleme sowie Zerebralparesen dar, was eine erhebliche Belastung für die Eltern und die gesamte Familie bedeutet.
