Deutschland hat für 2025 die offiziell gemeldete Cannabis Höchstmenge für den Import von medizinischem Cannabis erreicht. Diese Menge wird jedes Jahr an das Internationale Suchtstoffkontrollamt (INCB) gemeldet und bestimmt, wie viel medizinisches Cannabis eingeführt werden darf. Für 2025 lag der Wert bei 122 Tonnen getrockneter Blüten und genau diese Menge ist nun ausgeschöpft.
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bestätigte, dass neue Importgenehmigungen erst wieder erteilt werden können, wenn das INCB eine Nachschätzung genehmigt. Nach Einschätzung des BfArM soll diese Bestätigung aber nur wenige Wochen dauern. Ein vollständiger Einfuhrstopp ist deshalb nicht zu befürchten, da bereits genehmigte Lieferungen weiterlaufen.
Warum kommt es zu einem Einfuhrstopp?
Die Cannabis Höchstmenge basiert auf internationalen Vorgaben, die den Handel mit kontrollierten Substanzen wie medizinischem Cannabis regeln. Deutschland meldet dem INCB jedes Jahr den voraussichtlichen Bedarf. Wird dieser Wert erreicht, muss das Land zusätzliche Mengen nachmelden.
Dieser Schritt sorgt für Transparenz und dient der weltweiten Kontrolle. Das BfArM hat die Nachschätzung bereits eingeleitet. Da ähnliche Verfahren in der Vergangenheit nur wenige Wochen dauerten, rechnet die Behörde auch diesmal mit einer kurzen Bearbeitungszeit. Für Patientinnen und Patienten bedeutet das: Neue Sorten könnten sich kurzzeitig verzögern, doch die Versorgung mit medizinischem Cannabis kann stabil bleiben.
Versorgung mit medizinischem Cannabis bleibt gesichert
Trotz der ausgeschöpften Cannabis Höchstmenge gibt es keinen Grund zur Sorge. Apotheken und Großhändler können weiterhin medizinisches Cannabis aus bestehenden Genehmigungen beziehen. Lediglich bei neuen Importen kann es zu leichten Verzögerungen kommen, bis die Nachschätzung abgeschlossen ist.
Wichtig: Die Nachschätzung betrifft ausschließlich Blüten. Extrakte, Öle und Fertigarzneien haben eigene Kontingente und können weiterhin importiert werden. Patient:innen, die diese Produkte nutzen, sind daher nicht von einem Einfuhrstopp betroffen.
Heimischer Anbau als nachhaltige Lösung
Die aktuelle Situation zeigt, wie sinnvoll ein stärkerer Ausbau des deutschen Anbaus von medizinischem Cannabis wäre. Eine breitere Inlandsproduktion hätte viele Vorteile:
- Wirtschaft & Steuern: Mehr Anbauflächen und Produktionsstätten schaffen Arbeitsplätze und steigern die Steuereinnahmen.
- Umweltfreundlichkeit: Kürzere Transportwege senken den CO₂-Ausstoß und reduzieren die Abhängigkeit von internationalen Lieferketten.
- Versorgungssicherheit: Deutschland wäre weniger auf internationale Nachschätzungen angewiesen, was zukünftige Engpässe vermeiden könnte.
- Ein größerer heimischer Anbau könnte so künftige Situationen wie den aktuellen Einfuhrstopp entschärfen und den Standort Deutschland stärken.
DEMECAN zählt zu den wenigen deutschen Produzenten, die medizinisches Cannabis vollständig selbst anbauen und verarbeiten. Durch diese geschlossene Produktionskette bleiben die Wege kurz und die Qualität hoch – ein klarer Vorteil für Apotheken und Patientinnen. Im Interview: „Live Rosin – Innovation von DEMECAN: Das erste Frischextrakt für deutsche Apotheken“ präsentiert der Geschäftsführer Adrian Fischer außerdem ein medizinisches Extrakt, das zeigt, wie viel Innovationskraft in der heimischen Cannabisproduktion steckt.
Ausblick auf die zukünftigen Importsituation
Das BfArM versichert, dass die laufende Nachschätzung nur eine kurze Zeit in Anspruch nehmen wird. Sobald das INCB die zusätzlichen Mengen genehmigt, können neue Einfuhrgenehmigungen für medizinisches Cannabis wieder zügig erteilt werden.
Langfristig könnte die aktuelle Lage ein entscheidender Impuls sein, den Anbau von medizinischem Cannabis in Deutschland zu fördern. Für eine stabile Versorgung, neue Arbeitsplätze und mehr Nachhaltigkeit.
Fazit
Die ausgeschöpfte Cannabis Höchstmenge für 2025 zeigt, wie eng internationale Vorgaben und nationale Planung verbunden sind. Der kurzfristige Einfuhrstopp wird aber laut BfArM nur kurz andauern. Entscheidend ist nun, dass Deutschland die Nachschätzung rasch abschließt und im besten Fall den heimischen Anbau von medizinischem Cannabis stärkt, um in Zukunft unabhängiger und stärker im internationalen Markt zu werden.
