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CBD Öl Pferd: 5 Fakten zu Einsatz, Dosierung und Grenzen

CBD Öl Pferd: Eine Hand streichelt sanft die Nüstern eines braunen Pferdes

Inhaltsverzeichnis

Mila Grün

Mila Grün Chefredakteurin der cannabib

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Keyfacts zu CBD Öl Pferd

  • CBD (Cannabidiol) ist ein Inhaltsstoff der Cannabispflanze, der bei Pferden zum Beispiel bei Stress, Gelenkbeschwerden oder Verdauungsproblemen, zunehmend als Therapieoption in Frage kommt.
  • Cannabinoid-Rezeptoren (CB1, CB2) wurden im Pferdekörper unter anderem in der Gelenkinnenhaut nachgewiesen. Das ist eine mögliche biologische Grundlage für den Einsatz bei Arthrose, aber kein Wirksamkeitsbeleg (1).
  • Nach oraler Gabe verbleibt CBD ungewöhnlich lange im Pferdekörper: Eine Dissertation der Freien Universität Berlin ermittelte eine terminale Halbwertszeit von rund 161 Stunden, also etwa 6,7 Tagen (8).
  • Studien zufolge liegt die orale Bioverfügbarkeit von CBD  bei Pferden bei unter 8 %. Ein Großteil der verabreichten Menge wird also gar nicht aufgenommen (3).
  • Im Turniersport ist Vorsicht geboten: National gilt über die FN ein Nulltoleranzprinzip für bestimmte Substanzgruppen, international führt die FEI Cannabinoide auf ihrer jährlich aktualisierten Substanzliste (4) (5).
  • Dieser Beitrag ersetzt keine Kaufberatung, sondern ordnet Wirkung, Dosierung, Forschungsstand und rechtliche Grenzen ein.

Pferde sind sehr sensible und empathische Tiere. Genauso sensibel sollte man mit einer Medikation oder Nahrungsergänzung an die Tiere herantreten. Kann CBD für Pferde eine wirksame Lösung sein? Die einen schwören auf die beruhigende und schmerzlindernde Wirkung von CBD, andere warnen vor Doping-Fallen im Turniersport oder vor unbelegten Heilsversprechen.

Fakt ist: Die Studienlage zu CBD beim Pferd ist noch jung, wächst aber und liefert teils andere Ergebnisse, als mancher Shop-Ratgeber es darstellt. Dieser Beitrag ordnet ein, was CBD Öl bei Pferden tatsächlich bewirken kann, wie es dosiert wird, wo die wissenschaftlichen und rechtlichen Grenzen liegen und warum Turnierreiter besonders vorsichtig sein sollten. Wer sich allgemeiner für den Einsatz bei Haustieren interessiert, findet auch zu CBD für Hunde und Katzen einen eigenen Beitrag.

5 Fakten zu CBD bei Pferden

Erfahre auf einen Blick, was bei CBD für Pferde zu beachten ist:

  1. CBD macht nicht high. Anders als THC wirkt Cannabidiol nicht berauschend psychoaktiv und verändert nicht das Bewusstsein des Pferdes.
  2. Der Körper baut CBD nur langsam ab. Die lange Halbwertszeit von mehreren Tagen bedeutet: Einmal verabreicht, lässt sich CBD noch Tage später im Blut oder Urin nachweisen (2).
  3. Eine beruhigende Wirkung ist bislang nicht sicher belegt. In einer kontrollierten Studie mit Verladetraining zeigte sich kein signifikanter Unterschied zwischen CBD- und Placebo-Gruppe (2).
  4. Der Pferdekörper besitzt die biologischen Andockstellen für Cannabinoide. CB1- und CB2-Rezeptoren wurden unter anderem im Gelenkgewebe nachgewiesen, was einen Wirkmechanismus plausibel macht, ohne ihn klinisch zu beweisen (1).
  5. CBD gilt bislang als gut verträglich. In mehreren Studien traten auch bei wiederholter Gabe keine relevanten Nebenwirkungen auf (3) (6).

CBD Öl Pferd: Was ist das genau?

CBD für Pferde: ein Pferd frisst eine Möhre

CBD-Öl ist ein Extrakt aus Nutzhanf (Cannabis sativa), der in einem Trägeröl (meist Hanfsamenöl oder MCT-Öl) gelöst wird. Der enthaltene Wirkstoff Cannabidiol gehört zur Gruppe der Phytocannabinoide, pflanzlicher Stoffe, die mit dem körpereigenen Endocannabinoidsystem interagieren können (mehr dazu im Glossar-Beitrag Was ist CBD?.

Im Gegensatz zu Tetrahydrocannabinol (THC) hat CBD keine berauschende Wirkung; in der EU zugelassene Nutzhanfsorten dürfen laut Verordnung nicht mehr als 0,2 % THC in der Trockenmasse enthalten (7). Wer CBD Pferde geben möchte, sollte deshalb gezielt auf CBD-Öl statt auf reines Hanföl achten, das keinen nennenswerten Cannabidiol-Gehalt hat.

CBD-Öl, Hanföl, Hanfpellets: der Unterschied

Wer online nach Hanf für Pferde sucht, stößt schnell auf verwirrend ähnliche Begriffe rund um CBD-Öl, Hanföl und Hanfpellets. Hanföl und Hanfsamen werden aus den Samen der Hanfpflanze gepresst beziehungsweise gewonnen; sie enthalten praktisch kein Cannabidiol, dafür aber wertvolle Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, und werden klassisch zur Unterstützung von Fell und Haut eingesetzt. Sie sind reine Futtermittel ohne CBD-Gehalt und damit nicht mit CBD-Öl zu verwechseln (7).

CBD-Pellets fürs Pferd und CBD-Pulver sind dagegen wie CBD-Öl gezielt mit Cannabidiol angereicherte Produkte, meist auf Basis von Hanfextrakt, die sich leichter unters Kraftfutter mischen lassen als Tropfen. Manche Hersteller bieten hier auch Hanfpellets fürs Pferd mit deklariertem CBD-Gehalt an. Für den Beitrag relevant ist ausschließlich diese zweite Gruppe: Produkte mit deklariertem CBD-Gehalt.

CBD Öl Pferd: Wie wirkt es im Körper?

Ob und wie CBD-Öl für Pferde wirkt, hängt zunächst davon ab, ob der Wirkstoff im Körper überhaupt andocken kann. Beim Pferd sind das unter anderem CB1- und CB2-Rezeptoren, die Forschende in unterschiedlichen Geweben nachgewiesen haben, etwa in der Synovialmembran, der Innenhaut des Gelenks, dem zentralen Andockpunkt im Endocannabinoidsystem. CB2-Rezeptoren finden sich dort vor allem auf Immunzellen und in Blutgefäßen, CB1-Rezeptoren schwächer und nicht bei allen Pferden gleichermaßen ausgeprägt.

Die Forschenden dieser Studie werten das als Hinweis darauf, dass Cannabinoide entzündungshemmend auf das Gelenk wirken könnten, betonen aber ausdrücklich, dass es sich um eine Grundlagenuntersuchung handelt, die weitere klinische Studien nach sich ziehen sollte. Zur eigentlichen Wirkung von Cannabis beim Pferd im Sinne einer nachgewiesenen Schmerzlinderung oder Beruhigung ist das noch kein Wirksamkeitsnachweis für ein konkretes Produkt (1).

Einsatzgebiete: Stress, Gelenke, Verdauung

In der Praxis wird CBD Öl bei Pferden vor allem für drei Bereiche diskutiert:

  • Stress und Nervosität, etwa bei Verladeangst, Trennungsstress oder Anspannung auf Turnieren: Hier wird CBD häufig zur Beruhigung des Pferds eingesetzt. Zu diesem Einsatzgebiet, CBD und Beruhigung beim Pferd, ist die Studienlage bislang die schwächste der drei Bereiche (siehe nächster Abschnitt).
  • Gelenkbeschwerden und Arthrose beim Pferd, gestützt auf den Nachweis von Cannabinoid-Rezeptoren im Gelenkgewebe und auf allgemeine entzündungshemmende Eigenschaften, die CBD in Untersuchungen an anderen Spezies zugeschrieben werden. Auch CBD gegen Schmerzen beim Pferd wird in diesem Zusammenhang häufig beworben, obwohl eine klinische Wirksamkeitsstudie speziell dazu noch aussteht.
  • Verdauungsprobleme beim Pferd, etwa Unruhe im Magen-Darm-Trakt: Bei Verdauungsproblemen setzen manche Halter auf CBD beim Pferd, obwohl die Studienlage hier speziell für Pferde bislang am dünnsten ist. Aussagen stützen sich überwiegend auf die allgemeine Rolle des Endocannabinoidsystems bei der Regulation der Darmmotilität.

Wichtig für die Einordnung: Für keinen dieser drei Bereiche existiert bislang eine große, unabhängige Feldstudie an Pferden, die eine CBD-Wirkung eindeutig belegt. Die verfügbaren Daten stammen überwiegend aus kleinen Studien oder aus der Übertragung von Erkenntnissen aus der Human- und Kleintiermedizin.

CBD Öl Pferd: Was sagt die Forschung?

Genau hier liegt die inhaltliche Lücke, die viele Ratgeber überspringen: Was zeigen kontrollierte Studien tatsächlich? Eine der detailliertesten Arbeiten zu CBD-Öl für Pferde ist die Dissertation von Fabienne Eichler an der Freien Universität Berlin. Sie prüfte CBD-Paste im Vergleich zu einer optisch identischen Placebo-Paste in zwei Studienteilen: zunächst Einzeldosen von 0,2, 1 und 3 mg pro Kilogramm Körpergewicht, anschließend eine tägliche Gabe von 3 mg/kg über 15 Tage (2).

Das Ergebnis zur Verträglichkeit fiel positiv aus: Die CBD-Paste wurde gut vertragen, relevante Nebenwirkungen traten nicht auf. Bei der erhofften beruhigenden Wirkung sieht das Bild dagegen anders aus.

Weder bei Verhaltensparametern noch bei Cortisolwerten, Herzfrequenz oder im sogenannten Novel-Object-Test (einem Testverfahren, bei dem Pferde mit einem unbekannten Objekt konfrontiert werden) zeigten sich konsistente, signifikante Unterschiede zur Placebogruppe. Mit anderen Worten: Ein zuverlässiger beruhigender Effekt der getesteten CBD-Dosierung beim Pferd ließ sich in dieser Studie nicht nachweisen (2).

Auf der pharmakokinetischen Seite lieferte die begleitende, 2023 in Frontiers in Veterinary Science veröffentlichte Arbeit desselben Forschungsteams ein detailliertes Bild davon, wie CBD im Pferdekörper verteilt und abgebaut wird. Das Modell zeigt eine sehr hohe Gewebeverteilung und -bindung von CBD sowie die bereits erwähnte, im Vergleich zu üblichen Dosierungsabständen sehr lange terminale Halbwertszeit von rund 161 Stunden (8).

Die Autorinnen und Autoren mahnen deshalb ausdrücklich zur Vorsicht beim Einsatz von CBD-Produkten bei Sportpferden, solange therapeutisch wirksame Dosierungen und Nachweisgrenzen nicht klar definiert sind (8).

Zur Aufnahme von CBD in den Blutkreislauf liefert eine US-amerikanische Studie an acht älteren Pferden weitere Zahlen: Nach oraler Gabe von 2 mg/kg CBD in Öl lag die orale Bioverfügbarkeit bei lediglich 7,92 %, bei einer Halbwertszeit von rund 7,2 Stunden für die Ausgangssubstanz. Der Hauptmetabolit 7-COOH-CBD blieb dagegen deutlich länger nachweisbar. Auch hier zeigten sich keine relevanten Auffälligkeiten bei Blutbild, Blutchemie oder Vitalwerten. (3)

Eine Folgestudie derselben Arbeitsgruppe über 90 Tage tägliche Gabe bei Senior-Pferden fand zudem Hinweise auf eine gewisse entzündungsregulierende Wirkung auf Zytokin-Ebene, ohne dass Körpergewicht, Körperkondition oder Lahmheitsgrad sich veränderten (6).

Unterm Strich stützt die Studienlage vor allem die gute Verträglichkeit von CBD beim Pferd, deutlich weniger die vielfach beworbene beruhigende Wirkung. Hier braucht es größere, länger laufende Studien, bevor sich belastbare Aussagen zur CBD-Öl-Pferd-Wirkung treffen lassen.

CBD Öl Pferd: Dosierung im Überblick

Eine allgemeingültige, wissenschaftlich abgesicherte Dosierungsempfehlung für den Einsatz von CBD Öl bei Pferden gibt es aktuell nicht, dafür ist die Studienlage einfach zu uneinheitlich. Die in Studien verwendeten Dosen bewegten sich zwischen 0,2 mg/kg als niedrigste Einzeldosis und 3 mg/kg bei täglicher Gabe über mehrere Wochen; einzelne Forschungsteams diskutieren sogar deutlich höhere Dosen für künftige Studien (2) (3).

Für den praktischen Einsatz bedeutet das: Hersteller geben auf ihren Produkten in der Regel eigene Empfehlungen zur CBD-Dosierung beim Pferd an, die sich am Körpergewicht orientieren und meist deutlich vorsichtiger ausfallen als die in Studien getesteten Höchstmengen. Wer das CBD-Öl in der richtigen Dosierung einsetzen möchte, sollte sich an diesen Herstellerangaben orientieren, niedrig einsteigen und die Reaktion des Pferdes über mehrere Tage beobachten, statt sich an Erfahrungsberichten aus Foren zu orientieren. Am besten wäre natürlich die Hilfe eines Tierarztes, doch leider fehlt es hier oft an Erfahrungswerten.

Anwendung: Tropfen, Pellets, Futter

Das CBD Öl wird meist direkt ins Maul geträufelt, unter die Zunge oder auf die Maulschleimhaut, wo die Aufnahme über die Schleimhäute schneller erfolgen soll als über den Magen-Darm-Trakt. CBD-Tropfen lassen sich alternativ übers Kraftfutter mischen; das ist unkomplizierter, verzögert die Aufnahme aber, weil der Wirkstoff zunächst die Verdauung passieren muss.

CBD-Pellets bieten hier eine geschmacklich oft besser akzeptierte Alternative zu CBD-Tropfen, die sich ebenfalls unters Futter mischen lässt. Wichtig in jedem Fall: Die Halbwertszeit von mehreren Tagen bedeutet, dass sich CBD bei wiederholter Gabe im Körper anreichern kann, was besonders im Hinblick auf den Turniersport relevant ist (siehe unten) (8).

CBD Öl Pferd: Nebenwirkungen und Grenzen

Die bislang vorliegenden Studien zeichnen ein vergleichsweise beruhigendes Bild zu den Nebenwirkungen von CBD-Öl für Pferde: Weder bei Einzeldosen noch bei täglicher Gabe über 15 beziehungsweise 90 Tage traten relevante Nebenwirkungen auf, Blutbild und Organwerte blieben unauffällig. Das lässt sich aber nicht unbesehen auf jede Situation übertragen. Einen ausführlichen Überblick über mögliche Nebenwirkungen von CBD allgemein gibt ein eigener Beitrag dazu.

Zur Anwendung bei tragenden oder säugenden Stuten liegen keine belastbaren Studien vor, weshalb hier grundsätzlich Zurückhaltung angebracht ist. Auch zu möglichen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, etwa Schmerzmitteln oder Sedativa, gibt es für Pferde bislang kaum systematische Daten.

Aus der Humanmedizin ist jedoch bekannt, dass CBD den Abbau bestimmter Wirkstoffe über die Leber beeinflussen kann (9). Wer sein Pferd bereits medikamentös behandelt, sollte CBD deshalb nicht ohne Rücksprache mit der behandelnden Tierärztin oder dem Tierarzt zusätzlich geben.

Und schließlich: Ein gut verträglicher Stoff ist nicht automatisch ein wirksamer Stoff. Die in den vorigen Abschnitten beschriebene dünne Beleglage für Beruhigung und Schmerzlinderung bleibt eine reale Grenze des aktuellen Wissensstands zu CBD und Pferden.

CBD Öl Pferd im Turniersport: Doping-Risiko

Ein Haflinger beim TurnierWer sein Pferd im organisierten Turniersport startet, muss CBD-Produkte besonders kritisch betrachten. Genau das ist der Punkt, den viele frei zugängliche Ratgeber nur am Rande streifen. National regelt die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) den Einsatz von Medikamenten und Zusatzstoffen über ihre Anti-Doping- und Medikamentenkontroll-Regeln (ADMR).

Diese unterscheiden zwischen Substanzen, die zu jedem Zeitpunkt verboten sind (Liste I, Nulltoleranzprinzip), und kontrollierten Medikamenten, die außerhalb des Wettkampfs unter Umständen erlaubt sein können, im Wettkampf selbst aber nicht nachweisbar sein dürfen. Welcher Kategorie ein konkretes CBD-Produkt zuzuordnen ist, hängt von seiner genauen Zusammensetzung und dem jeweils aktuellen Stand der Listen ab, die die FN laufend aktualisiert (4).

International veröffentlicht der Reitsport-Weltverband FEI dazu jährlich eine eigene, sich ändernde Equine Prohibited Substances List (EPSL). Genau diese jährliche Aktualisierung ist der Grund, warum sich in diesem Beitrag keine pauschale, dauerhaft gültige Aussage zur CBD-Einstufung treffen lässt: Wer sein Turnierpferd startet, sollte vor jedem Einsatz von CBD-Produkten die zum jeweiligen Zeitpunkt aktuelle EPSL sowie die FN-Listen prüfen und im Zweifel Rücksprache mit dem Verbandstierarzt oder der Verbandstierärztin halten (5).

Die lange Halbwertszeit von CBD im Pferdekörper von mehreren Tagen verschärft das Risiko zusätzlich: Eine sichere, allgemeingültige Karenzzeit (also der Mindestabstand zwischen letzter Gabe und Start) lässt sich aus der aktuellen Studienlage nicht ableiten, da sie von Produkt, Dosis und individuellem Stoffwechsel des Pferdes abhängt. Wer auf Nummer sicher gehen will, verzichtet in ausreichendem zeitlichem Abstand vor einem Turnierstart auf CBD-Produkte oder klärt die konkrete Karenzzeit vorab mit fachkundiger Beratung (8).

CBD Öl Pferd: Worauf bei Produkten achten?

Unabhängig vom Einsatzgebiet lohnt sich vor dem Kauf ein Blick auf Qualitätsmerkmale statt auf Werbeversprechen:

  • Deklarierter CBD-Gehalt: Seriöse Anbieter geben den CBD-Gehalt in Milligramm pro Milliliter oder pro Kilogramm exakt an, nicht nur als vage Prozentangabe.
  • Unabhängige Laboranalyse: Ein aktuelles Analysezertifikat (Certificate of Analysis) eines unabhängigen Labors zeigt den tatsächlichen CBD- und THC-Gehalt sowie mögliche Schadstoffbelastungen.
  • THC-Gehalt unterhalb der gesetzlichen Grenze: Bei verarbeiteten Ölen sollte der THC-Gehalt im Endprodukt möglichst nahe null liegen. In der EU zugelassener Nutzhanf darf höchstens 0,2 Prozent THC in der Trockenmasse enthalten (7).
  • Herkunft und Extraktionsverfahren: CO2-Extraktion gilt als besonders schonendes und rückstandsarmes Verfahren gegenüber Lösungsmittelextraktionen.
  • Speziell für Tiere deklariert: Produkte, die ausdrücklich als Ergänzungsfuttermittel für Pferde gekennzeichnet sind, statt als reine „Human“-CBD-Öle, sind in Dosierung und Zusammensetzung eher auf Pferde abgestimmt.

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Fazit

Kurz gesagt: der Einsatz von CBD Öl bei Pferden bewegt sich zwischen ernstzunehmender Forschung und Marketingversprechen, die diese Forschung oft überdehnen. Belegt ist bislang vor allem eine gute Verträglichkeit über verschiedene Dosierungen und Zeiträume hinweg.

Für die vielfach beworbene beruhigende Wirkung fehlt dagegen bislang ein sicherer wissenschaftlicher Nachweis, und bei Gelenkbeschwerden oder Verdauungsproblemen steckt die Forschung noch in einem frühen, überwiegend mechanistischen Stadium. Wer CBD-Öl für Pferde dennoch ausprobieren möchte, sollte niedrig dosieren, Herstellerangaben und Laboranalysen ernst nehmen und bei Turnierpferden die aktuell gültigen Anti-Doping-Regeln von FN und FEI im Blick behalten, statt sich auf pauschale Aussagen aus dem Netz zu verlassen.

Medizinischer Disclaimer

Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. CBD-Produkte sind kein Ersatz für eine notwendige tierärztliche Therapie. Sprechen Sie vor dem Einsatz von CBD bei Ihrem Pferd, insbesondere bei bestehenden Erkrankungen, Medikamenteneinnahme, Trächtigkeit oder geplanten Turnierstarts, mit Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt.

Häufig gestellte Fragen

  • CBD interagiert mit dem körpereigenen Endocannabinoidsystem des Pferdes, dessen Rezeptoren unter anderem im Gelenkgewebe nachgewiesen wurden (1). Am besten belegt ist bislang die gute Verträglichkeit in Studien (3)(6); für eine beruhigende oder schmerzlindernde Wirkung im engeren Sinne fehlt dagegen noch ein sicherer wissenschaftlicher Nachweis (2).

  • Erfahrungsberichte von Pferdebesitzern reichen von spürbarer Entspannung bis zu keinem wahrnehmbaren Effekt. Eine kontrollierte Studie mit Verladetraining fand jedoch keinen signifikanten Unterschied zwischen CBD- und Placebogruppe (2). Das ist ein Hinweis darauf, dass subjektiver Eindruck und objektiv messbare Wirkung auseinanderfallen können.

  • Der Nachweis von Cannabinoid-Rezeptoren in der Gelenkinnenhaut macht einen entzündungshemmenden Mechanismus plausibel (1), eine klinische Wirksamkeitsstudie speziell zu Arthrose beim Pferd steht bislang aber noch aus. Betroffene Pferde sollten weiterhin tierärztlich mitbetreut werden; CBD kann allenfalls ergänzend eingesetzt werden.

  • Eine einheitliche, wissenschaftlich abgesicherte Dosierungsempfehlung gibt es nicht; Studien testeten Einzeldosen zwischen 0,2 und 3 mg CBD pro Kilogramm Körpergewicht (2)(3). In der Praxis orientiert man sich an den Herstellerangaben des jeweiligen Produkts, beginnt niedrig dosiert und beobachtet die Reaktion des Pferdes über mehrere Tage.

  • In den bislang vorliegenden Studien traten bei den getesteten Dosierungen keine relevanten Nebenwirkungen auf, Blutbild und Organwerte blieben unauffällig (2)(3)(6). Zu Trächtigkeit, Stillzeit und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten liegen jedoch keine belastbaren Daten vor, weshalb eine Rücksprache mit der Tierärztin oder dem Tierarzt sinnvoll ist.

  • Nur mit großer Vorsicht: National greift über die FN das Nulltoleranzprinzip für bestimmte Substanzen (4), international führt die FEI Cannabinoide auf ihrer jährlich aktualisierten Substanzliste (5). Da CBD im Pferdekörper mehrere Tage nachweisbar bleiben kann (8), sollten Turnierreiterinnen und -reiter vor jedem Start die aktuell gültigen Listen prüfen und sich im Zweifel fachkundig beraten lassen.

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