Die Mary Jane, Europas größte Cannabis-Messe, erlebte am vergangenen Wochenende in Berlin einen Besucheransturm und stellte einen neuen Rekord auf. Die Veranstaltung, die erstmals seit der Teillegalisierung von Cannabis in Deutschland stattfand, zog ca. 41.000 Besucher aus der ganzen Welt an. Aufgrund der hohen Nachfrage wurden an den letzten beiden Tagen keine weiteren Tickets an der Abendkasse verkauft und der Einlass, sowohl für Besucher*innen als auch für Aussteller, für einige Zeit gestoppt.
Die Mary Jane – größer denn je
Die Messe fand erstmals auf dem Messegelände Berlin statt, die eine doppelt so große Ausstellfläche wie in den letzten Jahren bot. Der Andrang auf die Messe war so groß, dass der Einlass am Samstag außer Kontrolle geriet und gestoppt werden musste. Viele Besucher*innen kamen gar nicht in die Messe rein, trotz Ticket und mussten unverrichteter Dinge wieder gehen. Andere warteten fünf geschlagene Stunden darauf, bis sie die Messe betreten konnten. Doch auch dort waren Menschenmessen unterwegs; die Gänge waren voll. Die Möglichkeiten, schnell und günstig an Wasser heranzukommen, waren mal wieder beschränkt, was ich, Mila, für unverantwortlich halte. Auch, dass in den Hallen Joints mit Tabak geraucht wurden, ist ein No-Go.
Aufgrund des Besucherandrangs musste die geplante Afterparty am Samstagabend abgesagt werden. Mehrere medizinische Notfälle aufgrund des Konsums verschiedener Substanzen wurden ebenfalls verzeichnet, weil die Organisatoren Aussteller von HHC und anderen teilsynthetischen und synthetischen Cannabinoiden eine Fläche zum Verkauf der evtl. toxischen Substanzen zur Verfügung stellten, sowie von anderen gefährlichen und illegalen Substanzen.
Die Haupt-Zielgruppe war klar spürbar
Ein Schwerpunkt der Messe war der Eigenanbau von Cannabis, der seit dem 1. April legal ist. Über ein Drittel der Ausstellungsfläche war Produkten zur Aufzucht und Ernte von Cannabis gewidmet, darunter Samen und Setzlinge. Insgesamt präsentierten mehr als 400 Aussteller aus aller Welt ihre Produkte. Der Boom der Messe spiegelt die wachsende Bedeutung und die wirtschaftlichen Aussichten der Cannabis-Industrie wider, die sich mittlerweile professionalisiert hat.
Die „Mary Jane“, die 2016 von Nhung Nguyen und ihrem Ehemann gegründet wurde, hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich vergrößert und etabliert. Die diesjährige Ausgabe zeigte deutlich, dass Cannabis nicht mehr nur ein Thema für Freizeitkonsumenten ist, sondern ein stark wachsendes Geschäftsfeld darstellt. Nhung hat bereits auf Instagram eine Stellungnahme zu den Versäumnissen hochgeladen und sich bei den Besuchern und Ausstellern entschuldigt.
