Der Frankfurter Suchtforscher Heino Stöver begrüßte das Cannabis-Gesetz als „großen Fortschritt“. Die straffreie Regelung von Erwerb, Besitz und Eigenanbau bis zu einer Menge von 50 Gramm wird zu einer Entlastung von Cannabis-Konsumentinnen und -Konsumenten führen. Das Gesetz, das derzeit im Bundestag beraten wird und im kommenden Jahr in Kraft treten soll, ermöglicht nicht nur den Eigenanbau, sondern auch den gemeinschaftlichen Anbau in Cannabis-Clubs unter ökologischen Bedingungen.
Cannabis ohne Verunreinigungen
Stöver betont, dass die Verunreinigung des Cannabis mit Pestiziden oder anderen Giftstoffen verhindern und Konsumentinnen und Konsumenten vor gesundheitlichen Gefahren durch synthetische Cannabinoide schützen wird. Er hebt auch die Ernsthaftigkeit des Gesetzes im Hinblick auf den Kinder- und Jugendschutz hervor und betont die wichtige Rolle der Präventionsbeauftragten in den Anbauvereinen.
Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern sieht Stöver Deutschland nun als führend in der Cannabis-Politik. Er kritisiert Repressionen in Frankreich und empfiehlt der Bundesregierung als nächsten Schritt die Entkriminalisierung von Konsumenten anderer Drogen wie Heroin, Amphetamine und Stimulanzien. Dies soll dazu beitragen, Haftstrafen für Konsum zu vermeiden und die Situation zu verbessern.
