Cannabis-Konzentrate sind derzeit in aller Munde und werden auch in der Zukunft sicherlich eine immer wichtigere Rolle spielen. Diese Konzentrate können auch verschiedene Art und Weisen hergestellt werden. Mit diesem Artikel erhältst du eine How-to-Anleitung, wie du mit einer Rosin-Press ein hochwertiges Cannabis-Konzentrat herstellen kannst, und zwar ohne die Verwendung von Lösungsmittel. Wir beschreiben was bei der Wahl des Ausgangsmaterials zu beachten ist, wie Rosins Bags zu verwenden sind und natürlich den gesamten Prozess von Temperatur, über Druckaufbau bis hin zur Ernte des fertigen Konzentrats. Mit diesem Wissen können sowohl Einsteiger als auch fortgeschrittene Homegrower direkt loslegen. Hast du Lust zu pressen? Dann bleibe jetzt dran!
Was ist Rosin und warum eine Rosin Press verwenden?

Rosin ist ein lösungsmittelfreies Cannabis-Konzentrat, das ausschließlich durch Hitze und Druck gewonnen wird. Mit einer speziellen Rosin Press werden die hochwertigen Trichome aus den Cannabisblüten oder Hasch herausgepresst, ohne dass chemische Lösungsmittel wie Butan oder Alkohol zum Einsatz kommen. Das Ergebnis ist ein sauberes, aromatisches Konzentrat mit hohem Cannabinoid- und Terpengehalt.
Der große Vorteil einer Rosin Press liegt in der Kontrolle: Temperatur, Druck und Pressdauer lassen sich gezielt steuern. Dadurch kann der Anwender beeinflussen, ob eher terpene-reiches, weiches Rosin oder ein etwas ertragsstärkeres, stabileres Endprodukt entsteht. Gerade für medizinische Nutzer und qualitätsbewusste Homegrower ist Rosin daher eine bevorzugte Extraktionsmethode.
Welches Gras ist für das Rosin pressen am besten geeignet?
Die Qualität des Rosins steht und fällt mit dem Ausgangsmaterial. Wer hochwertiges Rosin pressen möchte, muss bereits bei der Ernte und Trocknung sorgfältig arbeiten. Ideal sind gut ausgereifte Blüten mit hohem Trichombesatz, die nicht zu trocken, aber auch nicht frisch von der Pflanze sind.
Optimal ist ein Feuchtigkeitsgehalt von etwa 60–65 % relativer Feuchte im getrockneten Material. Zu trockenes Gras liefert zwar oft weniger „Spritzen“, dafür aber bröseliges Rosin mit geringer Terpenintensität. Zu frisches Material hingegen kann dampfen, schäumen und unkontrolliert pressen. Grundsätzlich gilt: Gute Genetik, saubere Trocknung und ein kurzes, kontrolliertes Curing sind entscheidend für gutes Rosin.
Auswahl der Rosin Bags: Ertrag versus Qualität
Ein zentraler Faktor beim Arbeiten mit der Rosin Press ist die Wahl der richtigen Rosin Bags. Diese Filterbeutel bestimmen, wie viele Pflanzenbestandteile im Endprodukt landen – und damit direkt die Balance zwischen Ertrag und Reinheit.
- 90 Micron Rosin Bags eignen sich besonders für Blüten, wenn Wert auf hohe Qualität gelegt wird. Sie filtern viele Wachse und Pflanzenreste heraus und liefern ein klares, aromatisches Rosin.
- 220 Micron Rosin Bags lassen mehr Material durch und sorgen oft für etwas höheren Ertrag, allerdings auf Kosten der Reinheit. Für Anfänger oder zum Experimentieren sind sie dennoch beliebt.
- Fortgeschrittene Anwender nutzen häufig mehrere Mikronstärken, um unterschiedliche Pressungen zu vergleichen oder verschiedene Chargen gezielt zu verarbeiten.
Rosin Bags richtig falten: Die T-Shirt-Methode
Das korrekte Falten der Rosin Bags ist entscheidend, um Blowouts (Aufplatzen der Beutel) zu vermeiden. Bewährt hat sich die sogenannte T-Shirt-Faltung. Dabei werden die Ecken des Bags nach innen gefaltet, sodass eine glatte, gleichmäßige Pressfläche entsteht. Die Nähte liegen seitlich und nicht direkt im Druckbereich der Heizplatten.
Diese Falttechnik sorgt dafür, dass sich der Druck gleichmäßig verteilt und das Rosin sauber aus dem Beutel fließen kann. Gerade bei höheren Drücken oder feineren Micron-Bags ist diese Vorbereitung essenziell.
Rosin Bag stopfen: Weinflasche oder Vorpresse?
Beim Befüllen der Rosin Bags geht es vor allem um eine gleichmäßige Dichte des Materials. Ziel ist es, Lufteinschlüsse zu vermeiden, ohne das Gras zu stark zu komprimieren. Unabhängig davon, ob mit einer Weinflasche oder einer Vorpresse gearbeitet wird, sollte das Material schrittweise eingefüllt und regelmäßig leicht angedrückt werden. So verteilt sich das Gras gleichmäßig im Bag und es entsteht ein stabiler, kompakter Kern.
Viele Anwender nutzen eine leere Weinflasche, um das Gras vorsichtig in den Rosin Bag zu drücken. Diese Methode ist einfach, kostengünstig und für den Einstieg völlig ausreichend. Wichtig ist dabei, das Material nicht auf einmal einzufüllen, sondern in mehreren Schritten nachzulegen und zwischendurch immer wieder leicht zu verdichten.
Für Rosin Bags in der gängigen mittleren Größe von 51 × 114 mm hat sich eine Füllmenge von etwa 7 Gramm Blütenmaterial als gut geeignet erwiesen. Der entstehende „Turm“ im Bag sollte am Ende nicht zu hoch sein, da er sonst beim Pressen kippen oder ungleichmäßig belastet werden kann.
Eine Rosin-Vorpresse bietet hingegen mehr Kontrolle und reproduzierbare Ergebnisse. Sie formt das Material zu einem gleichmäßigen Puck mit definierter Höhe und Durchmesser, der optimal zwischen die Heizplatten der Rosin Press passt. Auch hier gilt: Das Material sollte vor dem Pressen gleichmäßig verdichtet werden, ohne es unnötig zu quetschen. Wer regelmäßig mit der Rosin Press arbeitet oder konstante Ergebnisse erzielen möchte, profitiert langfristig von dieser Investition.
Welche Rosin Presse ist geeignet?
Das kommt darauf an, wie viel Rosin du pressen möchtest. Es gibt Pressen in unterschiedlichen Größen und unterschiedlichen Preiskategorien. Die wohl bekanntesten auf dem deutschen Markt sind die Graveda Pressen. Auch hier ist für jede Preisklasse etwas dabei.
Temperaturbereiche und deren Auswirkungen beim Rosin pressen
Die Temperatur ist einer der wichtigsten Stellhebel beim Arbeiten mit einer Rosin Press, da sie direkten Einfluss auf Ertrag, Aroma, Terpenprofil und Konsistenz des fertigen Rosins hat. Je nach Zielsetzung – maximale Qualität oder maximale Ausbeute – kommen unterschiedliche Temperaturbereiche zum Einsatz. Grundsätzlich gilt: Niedrigere Temperaturen bewahren mehr Terpene, während höhere Temperaturen den Ertrag erhöhen.
Überblick: Temperaturbereiche im Vergleich

Kaltes Pressen (Cold Pressing)
Beim kalten Pressen wird mit Temperaturen zwischen 60 °C und 82 °C gearbeitet. Die Pressdauer ist meist länger und kann – abhängig vom Material – mehrere Minuten betragen. Dieser Temperaturbereich ist klar auf Aroma und Terpenerhalt ausgelegt. Flüchtige Terpene bleiben weitgehend erhalten, was zu einem sehr geschmacksintensiven Rosin führt. Die Konsistenz ist häufig cremig oder buttrig. Der geringere Ertrag ist der Preis für maximale Qualität.
Mittleres Pressen
Der Bereich zwischen 82 °C und 93 °C stellt für viele Anwender den optimalen Kompromiss dar. Ein Startwert von etwa 85 °C hat sich insbesondere für Anfänger bewährt. Diese Temperatur ist eher auf Ertrag getrimmt, sorgt aber dennoch dafür, dass ein Großteil der Terpene erhalten bleibt. Das Rosin fließt zuverlässig, lässt sich gut einsammeln und weist eine stabile Konsistenz auf.
Heißes Pressen (Hot Pressing)
Beim heißen Pressen im Bereich von 93 °C bis 104 °C liegt der Fokus klar auf maximaler Ausbeute. Das Harz verflüssigt sich schnell und tritt zügig aus dem Pflanzenmaterial aus. Die Presszeiten sind kürzer, das Risiko für Terpenverluste jedoch höher. Das resultierende Rosin ist häufig ölig oder shatter-ähnlich und geschmacklich weniger komplex.
Sehr hohe Temperaturen und Spezialanwendungen
Temperaturen oberhalb von 104 °C werden im klassischen Rosin pressen nur selten eingesetzt. In diesem Bereich gehen erhebliche Mengen an Terpenen verloren, weshalb diese Temperaturen hauptsächlich für spezielle Anwendungen oder Weiterverarbeitungsschritte genutzt werden. Für Blüten-Rosin sind sie in der Regel nicht empfehlenswert.
Fazit zur Temperatur
Die Temperatur sollte bei jeder Pressung bewusst gewählt werden. Niedrige Temperaturen liefern das beste Aroma, mittlere Temperaturen bieten eine gute Balance, und hohe Temperaturen maximieren den Ertrag. Für diese Anleitung haben wir uns bewusst für eine Presstemperatur von 85 °C entschieden, da sie einen praxisnahen Mittelweg darstellt: zuverlässig im Handling, ertragsstabil und gleichzeitig schonend genug, um ein aromatisches, qualitativ hochwertiges Rosin zu erhalten.
Vor dem eigentlichen Pressvorgang sollten die Heizplatten der Rosin Press auf Temperatur gebracht und kurz ohne Druck aufeinandergelegt werden. Dadurch entsteht eine gleichmäßige Wärmeverteilung. Das vorbereitete Rosin Paper wird bereits vor dem Pressen zugeschnitten und glatt ausgelegt, um spätere Hektik zu vermeiden.
Der Pressvorgang: Druck langsam aufbauen

Das eigentliche Pressen erfolgt in mehreren Phasen. Zunächst wird der Rosin Bag zwischen die Platten gelegt und nur leicht angepresst. Diese Phase dient dem Vorheizen des Materials. Bereits hier beginnt das Harz, sich zu verflüssigen.
Anschließend wird der Druck schrittweise erhöht. Wichtig ist, zwischen den einzelnen Druckstufen immer wieder kurze Pausen einzulegen. So kann das Rosin kontrolliert aus dem Bag fließen, ohne dass zu viel Pflanzenmaterial mitgerissen wird. Ein leises Knistern ist ein gutes Zeichen – es zeigt, dass Harz austritt.
Am Ende sollte kein maximaler Druck angewendet werden. Zu viel Kraft presst Wachse und Lipide aus dem Pflanzenmaterial und verschlechtert Konsistenz und Geschmack. Nach dem Pressen lässt man den Bag kurz abkühlen, bevor er entfernt wird.
Rosin richtig einsammeln
Das Einsammeln des frischen Rosins erfordert Geduld. Am besten eignet sich ein kühles Metallwerkzeug, beispielsweise aus Edelstahl. Das Rosin wird vorsichtig vom Paper „gerupft“ und zusammengeführt. Ein leicht abgekühltes Rosin lässt sich deutlich besser handhaben als frisch gepresstes, noch sehr flüssiges Material.
Tipp: Das Rosin Paper kurz in einen kühleren Raum legen oder die Klimaanlage nutzen. Zu warme Umgebung erschwert das Handling erheblich.
Rosin pressen – Schritt-für-Schritt
Rosin wird nur mit Hitze und Druck hergestellt, ganz ohne Lösungsmittel. Entscheidend sind gutes Ausgangsmaterial, sauberes Arbeiten und Geduld beim Pressen.

1. Material vorbereiten
Verwende gut getrocknete, reife Blüten mit vielen Trichomen.
Nicht staubtrocken, nicht frisch. Sauber getrocknet und kurz gecured funktioniert am zuverlässigsten.
2. Rosin Bag wählen und vorbereiten
Für Blüten sind 90 Micron Bags ein guter Standard.
Den Bag mit der T-Shirt-Methode falten, damit der Druck gleichmäßig wirkt und nichts aufplatzt.
3. Bag befüllen
Das Gras schrittweise einfüllen und leicht andrücken.
Keine Hohlräume, aber auch kein brutales Stopfen.
Richtwert: ca. 7 g Blüten pro Bag.
4. Presse einstellen
Die Heizplatten vollständig vorheizen.
Für einen guten Kompromiss aus Aroma und Ertrag sind etwa 85 °C ideal, vor allem für Einsteiger.
5. Pressen
Zuerst nur leicht anpressen, damit das Material warm wird.
Dann den Druck langsam erhöhen und zwischendurch Pausen machen.
Kein Maximaldruck – zu viel Kraft verschlechtert Qualität und Geschmack.
6. Rosin ernten
Nach dem Pressen kurz abkühlen lassen.
Das Rosin mit einem kühlen Metalltool vorsichtig vom Paper lösen.
Leicht abgekühltes Rosin lässt sich deutlich besser handhaben.
7. Sauber arbeiten
Keine Ventilatoren, saubere Tools, ruhige Umgebung.
Staub und Zugluft sind echte Qualitätskiller.
Wichtig:
Rosin pressen ist kein Wettlauf.
Wer sich Zeit lässt, moderat presst und gutes Material nutzt, bekommt ein sauberes, aromatisches Konzentrat – reproduzierbar und ohne Lösungsmittel.

Do’s and Don’ts beim Arbeiten mit der Rosin Press
Ein häufiger Fehler ist laufende Luftzirkulation. Ventilatoren sollten während des Pressens ausgeschaltet sein, da sie das Rosin zu schnell auskühlen oder Staub auf das Paper bringen können. Auch die Luftfeuchtigkeit spielt eine Rolle: Sehr trockene Raumluft kann das Rosin spröde machen, während hohe Feuchtigkeit zu Kondenswasser führen kann.
Sauberkeit ist ebenfalls entscheidend. Werkzeuge, Paper und Arbeitsfläche sollten stets frei von Staub, Haaren oder Pflanzenresten sein, um die Qualität des Endprodukts nicht zu beeinträchtigen.
Fazit
Wenn du Lust auf ein eigenes und hochwertiges Rosin hast, dann halte dich an unsere Schritt-für-Schritt Anleitung. Gönn dir einen Abend mit deinen Besties, packt eurer Gras ein und habt eine gute Zeit, während ihr presst.
FAQ – Häufige Fragen zur Rosin Press
Wie viel Rosin kann man aus einer Pressung gewinnen?
Der Ertrag hängt stark von Sorte, Qualität und Micron-Bag ab. Typisch sind 15–25 % bei guten Blüten.
Ist Rosin besser als andere Konzentrate?
Rosin ist besonders sauber, da es ohne Lösungsmittel hergestellt wird. Geschmack und Terpenprofil gelten als besonders natürlich.
Welche Temperatur ist ideal für Anfänger?
Etwa 85 °C ist ein guter Startpunkt, um Qualität und Handling zu kombinieren.
Kann man auch Hasch mit einer Rosin Press verarbeiten?
Ja, insbesondere hochwertiges Bubble Hash eignet sich hervorragend für das Rosin pressen.




