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Prävention bei Cannabis: wie sieht die Realität beim Jugendschutz aus?

Prävention bei Jugendlichen! Ist diese zeitgemäßg und ausreichend? Ein junges Mädchen zieht an einem Joint, mit blauen Kopfhörern, einem blauen Skateboard und einer orangenen Sonnenbrille.

Inhaltsverzeichnis

Mila Grün

Mila Grün Chefredakteurin der cannabib

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Mit dem neuen Cannabisgesetz (CanG) hat sich in Deutschland einiges verändert. Erwachsene dürfen seit April 2024 – unter bestimmten Bedingungen – Cannabis konsumieren. Doch was bedeutet das eigentlich für Kinder und Jugendliche? Und vor allem: Wie gut sind wir im Bereich Aufklärung und Prävention wirklich aufgestellt?

In diesem Beitrag erfährst du, welche Programme zur Aufklärung und Vorsorge es gibt, wie wirksam sie sind, wo große Lücken bestehen und welche Maßnahmen künftig notwendig wären, um junge Menschen besser zu schützen und aufzuklären.

Jugendschutz Cannabis: Frühe Aufklärung statt später Intervention

Ein junger Mann zieht an einem Joitn in einer Bar. Aufklärung ist sehr wichtig in Bezug auf Drogen und der Nutzung von Cannabis. Bevor über die Legalisierung von Cannabis gesprochen wurde, gab es in Deutschland bereits zahlreiche Programme zur Suchtprävention, die eine wahrscheinliche Effektivität angeben. Es bleibt jedoch fraglich, ob diese in der Umsetzung wirklich alle Jugendlichen erreicht und ob diese Programme nur regional oder bundesweit eingesetzt werden.

Zudem ist zu berücksichtigen, inwiefern die Umsetzung an dem Engagement und der Eigeninitiative der jeweiligen Schule hängen bleibt. Dass neben dem Lehrplan nicht viel Spielraum für außerkurrikulare Themen vorhanden ist, ist in unserem heutigen Schulsystem kein Geheimnis.
Die Grüne Liste Prävention ist die relevante Datenbank, wenn es darum geht, Präventionsangebote für verschiedene Zielgruppen zu bündeln und sie nach ihrer Effektivität zu gliedern.

Hier werden die Maßnahmen aufgelistet und bewertet. Sie werden in 3 Stufen kategorisiert:
3 = Effektivität nachgewiesen,
2 = Effektivität wahrscheinlich,
1 = Effektivität theoretisch gut begründet.

Seit langem geht die Zahl des Konsums bei Jugendlichen stetig zurück, wie auch dieser Artikel zeigt: Cannabiskonsum bei Jugendlichen erreicht historischen Tiefstand.

Cannabisprävention: Ausnahme oder die Regel?

Wenn man gezielt nach Programmen sucht, die sich konkret mit Jugendschutz Cannabis beschäftigen, wird schnell klar: Die Auswahl ist überschaubar. Die einzige Maßnahme, die sich ausschließlich auf Cannabis fokussiert, ist der „Grüne Koffer“. Er richtet sich an Jugendliche ab 14 Jahren und kann auch mit jungen Erwachsenen bis 25 durchgeführt werden.

Ein interaktiver Methodenkoffer soll Wissen, Haltung und Auseinandersetzung mit dem Thema fördern. Jugendliche sollen einen kritisch reflektierten und selbstbestimmten Umgang mit dem Thema lernen. Tatsächlich zeigt sich, dass vor allem Jugendliche in der 8. Klasse, nach der Teilnahme seltener zum ersten Mal Cannabis konsumierten. Die Grüne Liste setzt dabei die Effektivität dieser Maßnahme mit der Stufe 2 als „wahrscheinlich wirksam“ voraus.

Was gab es noch vor dem CanG?

Neben dem „Grünen Koffer“ gibt es einige etablierte Programme, die allgemein den Umgang mit Konsum von Alkohol, Tabak oder digitalen Abhängigkeiten und deren Risiken im Fokus haben. „Klasse 2000“ (6-10-Jährige) oder „Unplugged“ (12-14-Jährige) zählen mit einer nachgewiesenen Effektivität auf der Stufe 3 zu den stärksten Angeboten in Deutschland. Sie vermitteln Gesundheitsbewusstsein und Lebenskompetenzen und sorgen für einen frühen Einstieg in die Primärprävention.

Folgendes Konzept ist vielversprechend; denn „Familien stärken“ bezieht einen systemischen Ansatz mit ein und richtet sich sowohl an 10-14-Jährige, als auch an ihre Eltern. Dieses Angebot sieht die Familienarbeit als Schlüssel für langfristigen Erfolg. Die Grüne Liste Prävention stuft diese Maßnahme mit einer wahrscheinlichen Effektivität auf 2 ein.

Zu den weniger effektiv eingeschätzten Maßnahmen auf Stufe 1 (Effektivität theoretisch gut begründet) zählen „FreD“, das sich an 14-25-Jährige mit Drogen-Erstauffälligkeiten richtet und „BASS“ – das zwar ein traditionell bewährtes Programm darstellt, jedoch nur regional in Niedersachsen umgesetzt wird.

Aktuelles Problem im CanG: Lücke zwischen Gesetz und Realität

Jugendliche sitzen um ein LagerfeuerDas CanG betont Jugendschutz, bietet aber keine flächendeckend finanzierten Präventionsstrukturen.

  • Schulen sind Hauptträger diese Vorsorge – aber ohne bundesweite Verpflichtung oder Ressourcen.
  • Cannabisprävention ist meist freiwillig, lokal unterschiedlich und häufig abhängig von Fördergeldern.
  • Fehlende Verankerung im Curriculum; Prävention hängt vom Engagement Einzelner ab.
  • Mangelnde Elternaufklärung: Eltern sind Schlüsselpersonen, aber kaum systematisch eingebunden.

Was wäre wichtig & wertvoll für die Zukunft?

Es gibt einige Möglichkeiten, um die Jugend besser aufzuklären. Das sind einige Möglichkeiten:

  • Bundesweite Standardisierung erfolgreicher Programme (z. B. Unpluffed, Grüner Koffer)
  • Verpflichtende Präventionsmodule ab Klasse 5 – altersgerecht gestaffelt
  • Ausbau digitaler & interaktiver Formate (Apps, Medienarbeit, Social Media).
  • Einbindung der Eltern in alle Präventionsstufen.
  • Langfristige Finanzierung & Qualitätssicherung über Bund-Länder-Kooperation.
  • Ausbau von Fachpersonal: Präventionsfachkräfte, Schulsozialarbeit, Jugendhilfe.
  • Bessere wissenschaftliche Evaluation neuer Ansätze.

Fazit

Prävention ist kein „Nice-to-have“, sondern der wirksamste Schutzfaktor im Jugendschutz. Der Fokus sollte darauf liegen, mit Kindern und Jugendlichen eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen, ihnen Wissen und Haltung zu vermitteln, anstatt sie später für Fehltritte zu bestrafen. Kinder und Jugendliche sind die Zukunft und sie sollten da abgeholt werden, wo sie stehen. Dabei ist es auch unbedingt von Nöten, die Stärken und Herausforderungen an den Besonderheiten der Generationen Z und Alpha auszurichten. Der Erfolg bestehender Programme zeigt: Frühe, kontinuierliche und lebensweltorientierte Aufklärung wirkt. Daraus ergibt sich als Aufgabe für die Zukunft: Prävention und Aufklärung als festen Bestandteil des Bildungssystems zu verankern.

Nur Atil von Nur.Gesundheit - die Autorin des Beitrags

 

 

 

 

Autorin: Nur Atil

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